Theaterfestival „Die Goldenen Zwanziger“ am 3. und 4. Juli in Landau

Am 3. und 4. Juli lädt das Zentrum für Kultur- und Wissensdialog (ZKW) der RPTU Kaiserslautern-Landau im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz zum Theaterfestival „Die Goldenen Zwanziger“ in die Landauer Innenstadt ein. Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm aus Theater, Musik, und Mitmachangeboten für die ganze Familie – bei freiem Eintritt.

Zwischen Martha-Saalfeld-Platz, Thomas-Nast-Platz, Katharinenkapelle und Trifels-Hub wird die Stadt zur Bühne. Das Festival greift die schillernde Atmosphäre der 1920er Jahre auf und verbindet historische Perspektiven mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen.

Zu den Programmhöhepunkten zählen die musikalisch-theatralen Performances „Krieg und Frieden“ auf dem Martha-Saalfeld-Platz, die Stummfilminstallation „Landau flimmert“ in der Katharinenkapelle sowie die „Märchenwerkstatt“, die insbesondere Familien und junge Besucherinnen und Besucher zum Staunen und Mitmachen einlädt.

Eine ganz besondere Theatererfahrung bietet der „Parcours durch die Goldenen Zwanziger“. Das Publikum begleitet das Stationentheater auf einem rund 90-minütigen Spaziergang durch die Landauer Innenstadt und erlebt eine Inszenierung an verschiedenen Stationen im öffentlichen Raum.

Am Freitagabend um 18 Uhr gibt es außerdem die Inszenierung „Der Algorithmus träumt vom Charleston“ im Trifels-Hub. Das Stück verbindet die Ästhetik der Goldenen Zwanziger mit Fragen rund um Künstliche Intelligenz, Erinnerung und Gegenwart.

Während des gesamten Festivals sorgen außerdem die Stelzenläufer des Nanu-Traumtheaters mit überraschenden Auftritten für besondere Momente. Kinder können sich vor Beginn der Märchenwerkstatt  am Thomas-Nast-Platz kostenfrei fantasievolle Ballonfiguren gestalten lassen.

Programmübersicht

Freitag, 3. Juli

  • 12–14 Uhr: „Krieg und Frieden“ – Martha-Saalfeld-Platz
  • 13–14 Uhr: Bunte Ballonkunst – Thomas-Nast-Platz
  • 13–17 Uhr: „Landau flimmert“ – Katharinenkapelle
  • 14–15:30 Uhr: „Märchenwerkstatt“ – Thomas-Nast-Platz
  • 16 Uhr: „Parcours durch die Goldenen Zwanziger“ (Treffpunkt am Thomas-Nast-Platz)
  • 18 Uhr: „Der Algorithmus träumt vom Charleston“ – Trifels-Hub

Samstag, 4. Juli

  • 12–14 Uhr: „Krieg und Frieden“ – Martha-Saalfeld-Platz
  • 13–14 Uhr: Bunte Ballonkunst – Thomas-Nast-Platz
  • 13–17 Uhr: „Landau flimmert“ – Katharinenkapelle
  • 14–15 Uhr: „Märchenwerkstatt“ – Thomas-Nast-Platz
  • 16 Uhr: „Parcours durch die Goldenen Zwanziger“ (Treffpunkt Thomas-Nast-Platz)

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen allen Gästen ein inspirierendes Festivalwochenende. Bitte denken Sie bei den sommerlichen Temperaturen an ausreichend Sonnenschutz und genügend Wasser.

Grusswort

Bunte Bühnenkunst, Performances, Musik und lebendiges Treiben im Herzen der Stadt – und das alles bei freiem Eintritt: Am 3. und 4. Juli lädt das Zentrum für Kultur- und Wissensdialog (ZKW) der RPTU zum Theaterfestival „Die Goldenen Zwanziger“ in Landaus Innenstadt ein. Das Theaterfestival kaufkunst,- findet im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz statt, der landesweit kulturelle Projekte und künstlerische Auseinandersetzungen vereint. Dabei greift es die schillernde Atmosphäre und gleichzeitig die Widersprüche der Zeit um die 1920er Jahre auf und verbindet historische Perspektiven mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. Vor allen Dingen aber bietet es ein nicht alltägliches Theatererlebnis unter freiem Himmel und eine einzigartige Atmosphäre.

Das ZKW verbindet Wissenschaft, Kultur und künstlerische Praxis. Als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der RPTU schafft es offene Räume für Austausch und kulturelle Begegnungen.

Mit regelmäßigen Veranstaltungsreihen wie dem Poetry Slam Landau, dem Science Slam, der Landauer Poetik-Dozentur, den Großen Begegnungen, dem Theaterfestival kaufkunst,- sowie dem Martha-Saalfeld-Preis bereichert das ZKW seit vielen Jahren die Kulturszene der Region. Am ZKW ist der Studiengang Darstellendes Spiel/Theater angesiedelt.

Darüber hinaus initiiert es wissenschaftliche Projekte und Konferenzen zu aktuellen Themen und engagiert sich u.a. mit der Wanderausstellung „Über Tyrannei – 20 Lektionen für den Widerstand“ der international viel beachteten Illustratorin Nora Krug für die Demokratieförderung im Land.

Zur Einrichtung gehört außerdem die Martha-Saalfeld-Forschungsstelle, die den Nachlass der gleichnamigen Schriftstellerin bewahrt und künstlerisch neu aufwertet. In Form von Digitalisierung, multimedialen Projekten und öffentlichen Veranstaltungen wird Martha Saalfelds Werk für die Öffentlichkeit neu zugänglich gemacht.

Gemeinsam mit zahlreichen Mitwirkenden gestaltet das ZKW beim diesjährigen Theaterfestival ein facettenreiches Programm, das den Geist der 1920er Jahre aufgreift und in die Gegenwart übersetzt. Zwischen Martha-Saalfeld-Platz, Thomas-Nast-Platz und Katharinenkapelle entfaltet sich ein Stadtraum, der zur Bühne wird und zum Entdecken, Verweilen oder Staunen einlädt. 

Zu den Programmpunkten zählen unter anderem musikalisch-theatrale Performances „Krieg und Frieden“, die von jungen Künstler*innen aus Rheinland-Pfalz präsentiert werden (Freitag und Samstag 12 -14 Uhr, Martha-Saalfeld-Platz).

In der „Märchenwerkstatt“ werden selbst geschriebene Märchen aufgeführt (Freitag 14.00 – 15.30 Uhr, Samstag 14.00 – 15.00 Uhr, Thomas-Nast-Platz). 

Am Freitag und am Samstag von 13-14 Uhr können sich Kinder vor der „Märchenwerkstatt“ kostenfrei Wunschfiguren von den Ballonkünstlern des Nanu-Traumtheaters zaubern lassen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. 

Während der Spielzeiten bereichert das Nanu-Traumtheater mit schillernden Stelzenläufern das Festivalgeschehen mit überraschenden Auftritten. 

In der Katharinenkapelle treffen an beiden Tagen von 13–17 Uhr historische Stummfilmaufnahmen aus dem Stadtarchiv Landau auf Audiolyrik der Landauer Schriftstellerin Martha Saalfeld (1898–1976). Zwischen französischer Besatzung, Theater, Tanz und gesellschaftlichem Wandel entsteht in der Installation ein atmosphärisches Bild der „Goldenen Zwanziger“ in Landau. Die Verbindung von historischen Filmbildern und Literatur schafft ein multimediales Kunsterlebnis zwischen Erinnerung, Zeitgeschichte und kulturellem Aufbruch.

Der „Parcours durch die Goldenen Zwanziger“, am Freitag und Samstag jeweils um 16 Uhr (Startpunkt am Thomas-Nast-Platz, Dauer ca. 90 Minuten), eröffnet eine lebendige Zeitreise durch die 1920er Jahre und verbindet Theater, Musik, Tanz und bildende Kunst zu einem bewegten Rundgang durch die Stadt. 

Die Inszenierung „Der Algorithmus träumt vom Charleston“ verknüpft die Ästhetik der Goldenen Zwanziger mit Fragestellungen der Gegenwart und rundet den bunten Festivaltag ab (Freitag, 3. Juli um 18 Uhr im Trifels-Hub).

An beiden Tagen erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielseitiges Programm aus Theater, Performance, Musik und künstlerischen Aktionen im öffentlichen Raum. Unterschiedliche Ensembles präsentieren ihre Arbeiten und eröffnen Begegnungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Das Festival richtet sich an Menschen jeden Alters. Alle Programmpunkte sind frei zugänglich und laden dazu ein, die Stadt aus einer neuen Perspektive zu erleben.

Es darf flaniert, entdeckt und genossen werden – lassen Sie sich überraschen!

Prof. Dr. Anja Ohmer & das Team des ZKW:

Franziska Lapidakis

Benjamin Schad

Silvana Kraka

Dr. Niklas Füllner

 

"Krieg und Frieden"

Freitag und Samstag 12 – 14 Uhr Ort: Martha Saalfeld Platz

Die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts – ein Tanz auf dem Vulkan. Wo stehen wir hundert Jahre später?

„Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich“ konstatierte der Schriftsteller Mark Twain. In unserer, sich immer schneller drehenden, Welt rückt das uralte Thema von Krieg und Frieden wieder in die Lebensrealität. Dieser Stoff steht im Zentrum der interdisziplinären musikalischen Performances von jungen Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Rheinland-Pfalz. Auf Basis eigener ästhetischer Erfahrungen und musikalisch-künstlerischer Methoden zeigen die Teilnehmer*innen experimentelle, eigenschöpferische Arbeiten. Der Martha Saalfeld Platz wird so zur Bühne für die drängenden Fragen der Gegenwart.

"Märchenwerkstatt" - Theater für die ganze Familie

Freitag 14 - 15:30 Uhr und Sa 14 - 15 Uhr Ort: Thomas-Nast-Platz

Was wäre passiert, wenn Aschenputtel barfuß auf den Ball gegangen wäre, Rapunzel sich die Haare kurzgeschnitten hätte, oder Rotkäppchen mit dem bösen Wolf durchgebrannt wäre?

In der „Märchenwerkstatt“ präsentieren sechs Theaterensembles sechs verschiedene Aufführungen selbst geschriebener Märchen. Die Märchenfiguren erfüllen zwar nicht die Erwartungen, die an sie gestellt werden, doch ihre Erlebnisse sind deshalb nicht weniger märchenhaft. Lasst Euch verzaubern und begebt Euch auf eine Abenteuerreise in eine Welt, in der ängstliche Riesen, freundliche Hexen und mutige Prinzessinnen auf Euch warten.

Jeweils zur vollen und zur halben Stunde beginnt eine neue Märchenaufführung

Landau flimmert - eine Stadt im Übergang

Freitag und Samstag 13 - 17 Uhr in der Katharinenkapelle

In der Katharinenkapelle treffen historische Stummfilmaufnahmen aus dem Stadtarchiv Landau auf eine Toninstallation zur Landauer Schriftstellerin Martha Saalfeld (1898–1976). Als Zeitzeugin der 1920er Jahre verarbeitet Martha Saalfeld gesellschaftliche Umbrüche und politische Spannungen ihrer Generation in Werken wie „Judengasse“ und ihrer Lyrik.

Die „Goldenen Zwanziger“ gelten als Zeit von Kunst, Theater und Vergnügen. Gleichzeitig war die Wirklichkeit vieler Städte zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn des Nationalsozialismus von Unsicherheit und gesellschaftlichem Wandel geprägt. Die historischen Stummfilme zeigen Landau während der französischen Besatzungszeit nach 1918: Straßenszenen, Militärpräsenz und Alltag einer Gesellschaft im Umbruch. Frauen erhalten erstmals politische Mitbestimmung und treten zunehmend sichtbar als selbstbestimmte Akteurinnen des öffentlichen Lebens hervor. Theater, Tanz, Karneval und Kino werden Ausdruck einer neuen Zeit.

Die Verbindung von historischen Filmbildern und Audiopoesie schafft ein atmosphärisches, multimediales Kunsterlebnis zwischen Erinnerung, Literatur und Zeitgeschichte. Die Katharinenkapelle wird dabei zu einem stillen Reflexionsraum zwischen Vergangenheit und Gegenwart und lädt dazu ein, die „Goldenen Zwanziger

„Parcours durch die Goldenen Zwanziger“ - Theaterspaziergang durch die Innenstadt

Freitag und Samstag ab 16 Uhr, Dauer: ca. 90 Minuten Treffpunkt: Thomas-Nast-Platz

Begleiten Sie uns auf eine Reise durch die Zeit, wir reisen 100 Jahre in die Vergangenheit und begegnen Lyrik, Musik, Tanz, Dramatik und Kunst. Die goldenen Zwanziger, eine Zeit der wirtschaftlichen Blüte und vor allem der Blüte der Kunst in Deutschland. Wir tauchen in dramatische Szenen aus "Trommeln in der Nacht" von Brecht in die Picadillybar ein und begeben uns mit "Kasimir und Karoline" von Horváth aufs Münchner Oktoberfest. Wir begegnen Liebespaaren aus der Lyrik von Kästner, Kaleko, Tucholski. Lebende Gemälde von Dix, Grosz und Kadinsky säumen unseren Weg. Wir tanzen auf dem Vulkan zu Klängen dieser Zeit. Lassen Sie sich inspirieren und verführen von außergewöhnlichen Bildern und Situationen in gewohnter Umgebung.

„Der Algorithmus träumt vom Charleston“ - Theaterinszenierung

Nur Freitag 18 Uhr Ort: Trifels-Hub, Theaterstraße 10, Landau

Was wäre, wenn man Geschichte nicht erinnert, sondern berechnet? Eine künstliche Intelligenz versucht, die Goldenen Zwanziger zu rekonstruieren. Glitzernd, schnell, überdreht. Doch das System hält sich nicht an die Vergangenheit. Während es rekonstruiert, rutschen Bruchstücke der Gegenwart hinein. Plötzlich klingt die Sprache anders und der Takt fühlt sich verschoben an. Was entsteht, ist kein Abbild mehr. Eher etwas dazwischen: ein Remix aus damals und jetzt, der nicht fragt, ob er so darf. Die KI lernt, reagiert, verbessert – und beginnt dabei, nicht nur die Figur zu formen, sondern auch das, was sie von ihr lernt.

Ein Stück über die unmerkliche Verschiebung von Kontrolle. Ein Tanz aus Daten, Erinnerung und Fehlern. Und die leise Frage darüber, wer hier eigentlich wen formt.

 

Stelzenläufer & Ballonkunst

Überraschende Begegnungen

Lassen Sie sich von den schillernden Stelzenläufern des Nanu-Traumtheaters verzaubern, die während des Festivals immer wieder überraschend auftauchen und für magische Momente sorgen.

Ballonkunst für Groß und Klein: Ob Tiere, Blumen oder fantasievolle Wunschfiguren – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Ballonkunst gibt es am Freitag und Samstag von 13:00 bis 14:00 Uhr am Thomas-Nast-Platz. Kommen Sie vorbei und nehmen Sie Ihr ganz persönliches Kunstwerk mit nach Hause.