Vortragsreihe der Jungen AFK: "Sharing Struggles of Knowledge"
Die Junge AFK der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung (AFK) lädt in der Vortragsreihe Sharing Struggles of Knowledge dazu ein, gemeinsam über die Bedingungen wissenschaftlicher Wissensproduktion in der Friedens- und Konfliktforschung nachzudenken.
Dabei sind alle Interessierten und ganz besonders Studierende und Early Career Friedens- und Konfliktforscher*innen eingeladen. In sieben Veranstaltungen werden unter anderem mit Blick auf ethnographische Gewaltforschung und Zeugenschaft, Klassismus im Wissenschaftssystem, epistemische Gewaltverhältnisse und Transdisziplinarität diskutiert.
Die Vortragsreihe findet vom 29. Oktober bis zum 10. Dezember 2026 jeweils donnerstags von 17:30 bis 19:00 Uhr statt. Das vollständige Programm mit allen Terminen, Vortragstiteln, Referent*innen ist im Flyer anbei gelistet.
Um eine kurze Anmeldung an jungeafk[at]gmail.com wird gebeten.
Sharing Struggles of Knowledge
Kritische Forschungspraktiken für Nachwuchswissenschaftler:innen in der Friedens- und Konfliktforschung
Die Vortragsreihe Sharing Struggles of Knowledge richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen und eröffnet einen Raum, um Bedingungen, Konflikte und Widersprüche wissenschaftlicher Wissensproduktion gemeinsam zu reflektieren. Forschung verstehen wir dabei nicht allein als methodisches Handwerk, sondern als soziale, politische und epistemische Praxis. Wissen entsteht in konkreten Forschungsbeziehungen, institutionellen Kontexten und gesellschaftlichen Konfliktlagen. Es ist mit Fragen von Macht und Ungleichheit ebenso verbunden wie mit methodischen Entscheidungen, theoretischen Perspektiven und den Möglichkeiten und Grenzen inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit. Diese Auseinandersetzungen verstehen wir als struggles of knowledge.
Die Reihe nimmt die epistemischen, politischen und institutionellen Dimensionen des Forschens in den Blick: Wie prägen gesellschaftliche Machtverhältnisse und soziale Ungleichheiten wissenschaftliche Praxis? Welche Formen von Wissen werden anerkannt, welche ausgeschlossen oder marginalisiert? Wie beeinflussen Kanonisierungen, institutionelle Routinen und dominante Paradigmen, was und wie wir forschen? Welche Rolle nehmen Forschende selbst in der Produktion, Interpretation und Repräsentation von Wissen über Gewalt, Konflikt und Frieden ein? Und wie fordern post- und antikoloniale Perspektiven etablierte Begriffe, Kategorien und Praktiken der Friedens- und Konfliktforschung heraus? Gerade angesichts gesellschaftlicher Polarisierung und gewaltsamer Konflikte stellt sich zudem die Frage nach der Verantwortung von Wissenschaft und nach dem Verhältnis von wissenschaftlicher Analyse, politischer Positionierung und gesellschaftlicher Intervention.
Sharing Struggles of Knowledge verbindet diese Fragen mit den konkreten Erfahrungen und Arbeitsbedingungen von Nachwuchswissenschaftler*innen. Wissenschaftliche Wissensproduktion findet in einem von Hierarchien, Konkurrenz, Förderlogiken und ungleich verteilten Ressourcen und Privilegien geprägten Wissenschaftssystem statt. Zugleich begegnen Nachwuchsforschende epistemischen, methodischen und ethischen Herausforderungen ganz unmittelbar in der eigenen Forschungspraxis. Die Reihe schafft deshalb einen Raum, um eigene Positionierungen und Forschungspraktiken kritisch zu reflektieren, Erfahrungen und Unsicherheiten zu teilen und unterschiedliche wissenschaftliche Zugänge miteinander ins Gespräch zu bringen.
Die Reihe ist als interaktives Austauschformat konzipiert: Die einzelnen Veranstaltungen verbinden einen wissenschaftlichen Input mit ausreichend Raum für gemeinsame Diskussion, Rückfragen und den Austausch über eigene Erfahrungen und Forschungspraxen. Nach den ersten drei Veranstaltungen findet ein gemeinsamer Reflexionsraum statt, in dem bisherige Impulse aufgegriffen, offene und weiterführende Fragen diskutiert und Bezüge zur eigenen wissenschaftlichen Praxis hergestellt werden können. So soll die Reihe nicht nur unterschiedliche Perspektiven auf kritische Wissens- und Forschungspraktiken zusammenbringen, sondern auch einen kontinuierlichen Austausch zwischen den Teilnehmenden ermöglichen.