Rückblick: „Von Schmerz zu Hoffnung“, 10.05.2026, Haus am Westbahnhof, Landau
Die Israelin Michal Halev verlor ihren einzigen Sohn Laor durch den Terror-Anschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 auf das Nova-Musikfestival. Der sechs Monate alte Sohn der Palästinenserin Laila Al-Sheikh starb nach einem Einsatz der israelischen Armee, weil ihr an einem Checkpoint der rechtzeitige Zugang zu medizinischer Hilfe verwehrt wurde. Beide Frauen berichteten im Haus am Westbahnhof in einer bewegenden Veranstaltung der Friedensakademie von ihrem Leid und ihrem Engagement für einen Frieden in Nahost. Sie reagierten auf den schmerzhaften Verlust ihrer Söhne nicht mit einem Ruf nach Rache, sondern mit der Entschlossenheit, sich gemeinsam für ein Ende der Gewalt einzusetzen.
Mitstreiter und Mitstreiterinnen fanden sie im „Parents Circle – Families Forum“, einer israelisch-palästinensischen Nichtregierungsorganisation, in der etwa 800 Familien beider Konfliktseiten sich für eine Transformation der persönlichen Trauer in Hoffnung engagieren. Es geht ihnen nicht um Vergebung, sie eint die Überzeugung, dass Frieden nur durch gegenseitiges Zuhören und Anerkennen möglich ist. Die zahlreichen Zuhörer und Zuhörerinnen hatten die seltene Gelegenheit, die Stimmen von zwei eindrucksvollen Frauen zu hören, die sich der Spirale aus Gewalt und Vergeltung bewusst widersetzen und sich in ihren jeweiligen Gesellschaften gemeinsam für Dialog, Menschlichkeit und Frieden einsetzen.
Auf einer Rundreise durch Deutschland, organisiert vom deutschen Freundeskreis des „Parents Circle“, ausgezeichnet mit dem Nürnberger Menschenrechtspreis und nominiert für den Friedensnobelpreis, werben die beiden Mütter für eine friedliche Lösung des Konflikts. Es wurde deutlich, dass wir viel zu selten in diesen von Hass und Krieg geprägten Zeiten derartige Stimmen hören, die trotz unterschiedlichster Lebensumstände gerade aus „demselben Schmerz und denselben Tränen“ über den Verlust naher Angehöriger die Kraft für ihr gemeinsames Engagement für den Frieden schöpfen. Gregor Walter-Drop, Geschäftsführer der Friedensakademie Rheinland-Pfalz, betonte als Moderator der Veranstaltung die entscheidende Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements für einen nachhaltigen Friedensprozess und kündigte weitere Veranstaltungen der Friedensakademie zum Thema „Versöhnung in Nahost“ an.
Die Veranstaltung wurden von der Friedensakademie Rheinland-Pfalz gemeinsam organisiert mit CampusKultur der RPTU und der Prot. Kirchenbezirk Landau.


