Inhaltsübersicht
Selektion und Rezeption von Wahlversprechen
Negativität und emotionale Appelle im Kanzlerduell 2021
Ansätze zur Modellierung reziproker Kommunikationsdynamiken
Einfluss sozialer Medien auf die Politikberichterstattung
Interventions on media literacy and social norms against the impact of fake news
Immigration Media Frames, National Identity Representations, and its Impact on Outgroup Prejudice and Immigration Policy Preferences
Ansprechpartnerinnen: Natalia Bogado, Evelyn Bytzek & Melanie C. Steffens
Existing research has explored how media messages influence the salience of national identification in attitudes towards immigrants, asylum seekers and immigration policies. These studies show that media messages increase the importance of national identification, resulting in higher outgroup prejudice and preference for restrictive policies. However, as recent studies bring to light, national identity representations (NIRs) mediate this relationship. More specifically, strong national identification leads to outgroup prejudice and preference for more restrictive immigration policies when associated with more essentialist NIRs (ethnic or cultural) instead of a more inclusive one (civic). However, the media’s role in increasing the weight people assign to different NIRs in attitude formation remains unexplored. To address this gap, this study examines how identity-related frames – by highlighting immigrants’ ingroup or outgroup categorisation – affect the weight of NIRs and, thus, influence attitudes towards outgroups and immigration policy preferences. This study will conduct an online between-subject experiment embedded in a survey among a sample of German natives. We expect to find that assimilation frames increase the weight of cultural NIRs, resulting in higher prejudice towards outgroups and preference for more restrictive immigration policies. Conversely, we hypothesise that multicultural frames improve outgroup attitudes and immigration policy preferences by increasing civic NIR weight.
Selektion und Rezeption von Wahlversprechen
Ansprechpartnerinnen: Evelyn Bytzek & Melanie C. Steffens
Wahlversprechen erfüllen in der Theorie eine wichtige demokratische Funktion, denn „… citizens can use election promises both to form opinions about parties’ future politics and to evaluate how well parties have performed.“ (Naurin, 2011, S. 5). In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Bürger*innen davon ausgehen, dass Wahlversprechen gebrochen werden (Naurin, 2011; Thomson, 2011), auch wenn etliche Studien zeigen, dass ein Großteil der Wahlversprechen gehalten wird (Naurin, Royed & Thomson, 2019; Thomson et al., 2017). Hierdurch ist es wahrscheinlich, dass viele Bürger*innen Wahlversprechen keine Beachtung schenken, so dass diese die oben beschriebene Funktion nicht erfüllen können. Über Selektions- und Rezeptionsprozesse in Hinblick auf Wahlversprechen ist bislang jedoch wenig bekannt. Das vorgeschlagene Projekt fokussiert hierauf und untersucht, ob Wahlversprechen überhaupt rezipiert werden, wenn – wie in realen Wahlkämpfen – zusätzlich andere Informationen zur Meinungs- und Entscheidungsbildung zur Verfügung stehen. Hierfür planen wir zwei experimentelle Untersuchungen je in Form eines Information Board, auf dem die Proband*innen Informationen im Rahmen eines simulierten Wahlkampfs zur Verfügung gestellt bekommen, darunter Wahlversprechen, Ergebnisse von Umfragen etc., mit dem Ziel, nach Ablauf der Zeit eine simulierte Wahlentscheidung zu treffen. Die Formulierung hinsichtlich Verbindlichkeit und Konkretheit, die sich in unseren früheren Arbeiten als bedeutsam für die Einschätzung als Wahlversprechen erwiesen haben (siehe Dupont et al., 2019), werden zwischen den Experimentalgruppen variiert. Im zweiten Experiment wird der Inhalt der Wahlversprechen manipuliert (in Hinblick auf populistische vs. klientelistische vs. die breite Bevölkerung betreffende Wahlversprechen). Die zentrale abhängige Variable misst je, ob und wie viele der Wahlversprechen angeklickt wurden. Moderatorvariablen sind Need for Cognition, politisches Interesse und Voreinstellungen zu Wahlversprechen der Proband*innen.
Dupont, J., Bytzek, E., Steffens, M. C., & Schneider, F. (2019). Which kind of political campaign messages do people perceive as election pledges? Electoral Studies, 57, 121-130. 10.1016/j.electstud.2018.11.005
Naurin, E. (2011). Election promises, party behaviour and voter perceptions. Houndmills: Palgrave Macmillan.
Naurin, E., Royed, T. J. and Thomson, R. (2019). Party mandates and democracy. Making, breaking, and keeping election pledges in twelve countries. Ann Arbor: University of Michigan Press.
Thomson, R. (2011). Citizens' evaluations of the fulfillment of election pledges: Evidence from Ireland. The Journal of Politics, 73(1), 187–201. 10.1017/s0022381610000952.
Thomson, R., Royed, T. J., Naurin, E., Artés, J., Costello, R., Ennser-Jedenastik, L., . . . Praprotnik, K. (2017). The fulfillment of parties' election pledges: a comparative study on the impact of power sharing. American Journal of Political Science, 61(3), 527– 542. 10.1111/ajps.12313.
Die Nutzung von Videos und Kommentaren auf YouTube zur Förderung von positiven Einstellungen und politischer Solidarität mit diskriminierten Gruppen
Ansprechpartnerinnen: Franziska Ehrke & Vanessa Hirschhäuser
Das Projekt befasst sich mit den positiven Möglichkeiten, die soziale Medien zum politischen Empowerment benachteiligter Gruppen bieten. Soziale Medien sind zum Sprachrohr diskriminierter Gruppen geworden und werden gezielt zur Meinungsbildung und politischen Mobilisation eingesetzt. YouTube-Videos und -kommentare sind ein beliebtes Mittel diskriminierter Gruppen, die Mehrheitsgesellschaft zu erreichen. Dabei ist größtenteils unerforscht, ob und wie YouTube-Videos und -kommentare Einstellungen dominanter Gruppen gegenüber diskriminierten Gruppen verbessern und politische Solidarität erzeugen können. In Vorarbeiten aus zwei Experimenten konnte ich bereits zeigen, dass ein YouTube-Video, welches indirekten Kontakt mit einer marginalisierten Gruppen ermöglicht, Einstellungen gegenüber dieser Gruppe verbessert und Empathie mit den Protagonisten ein Mediator für diesen Effekt ist. Darauf aufbauend soll Studie 1 dieses Antrages nun den Mediator direkt manipulieren, um Aussagen über die kausale Beziehung zwischen Mediator und Einstellungen zu ermöglichen. Außerdem soll der Effekt von Empathie mit den Fremdgruppenmitgliedern im Video auf Empathie mit der Gesamtgruppe erweitert werden. Zusätzlich wird der Effekt des Videos auf politische Solidarität mit der marginalisierten Gruppe untersucht. Vanessa Hirschhäuser untersucht in ihrer Forschung den Einfluss von moralischen Argumenten in YouTube-Kommentaren im Zusammenspiel mit den moralischen Überzeugungen der Rezipient*innen und kann ebenfalls Vorarbeiten aufweisen. Da sich unsere bisherige Forschung optimal ergänzt, werden wir mit den Studie 2a und 2b dieses Antrags eine neue Experimentreihe entwickeln. Darin werden wir unsere bisherige Forschung kombinieren um das Zusammenspiel von YouTube-Videos und -kommentaren in Abhängigkeit von Voreinstellungen der Rezipient*innen untersuchen. Dabei interessiert uns besonders, welche Argumente die Wirksamkeit der Videos ggf. noch verstärken können.
From selective exposure to selective sharing: Situationale Einflüsse auf die Auswahl und Weiterleitung politischer Informationen
Ansprechpartner*innen: Lea-Johanna Klebba, Stephan Winter & Gerhard Reese
Im Rahmen der Selektion, Rezeption und Qualitätsbewertung von Nachrichten sehen sich Bürger:innen konfrontiert mit medialen High-Choice-Umgebungen, in denen eine Vielzahl geprüfter sowie vor allem ungeprüfter Informationen zirkuliert. Welchen Informationen Menschen sich zuwenden, wird unter anderem von individuellen Voreinstellungen und Motiven beeinflusst. Der dissonanztheoretische Selective-Exposure-Ansatz (Knobloch, Westerwick, Westerwick, & Johnson, 2015) geht davon aus, dass Rezipient:innen bevorzugt Inhalte auswählen, die ihrer eigenen Meinung entsprechen („Confirmation Bias“). Soziale Netzwerkseiten wie Facebook und Twitter begünstigen das Aufsuchen einstellungskonsistenter Angebote mit dem Einsatz von Algorithmen, die den Nutzer:innen anhand bisheriger Suchverläufe fortwährend ähnliche Inhalte anbieten („Filterblasen“) – unabhängig davon, ob der Inhalt geprüft ist, oder welche Quelle dahinter steht. Relativ unklar ist bisher, welche Personengruppen (z.B. mit welchen Persönlichkeitseigenschaften oder Voreinstellungen) von einem derartigen Informationsverhalten besonders betroffen sind und welche situativen Faktoren dieses beeinflussen. In Zeiten gesellschaftlicher Krisen (bspw. COVID-19-Pandemie, Klimakrise, Terrorgefahr), in denen Menschen zur Verringerung ihres Unsicherheitsgefühls vermehrt nach Informationen suchen, könnte ein selektives sowie post-faktisches Informationsverhalten begünstigt werden. Einen Erklärungsansatz dafür liefert die Bedrohungsaktivierungshypothese, nach der durch die Wahrnehmung einer Bedrohung psychologische Prädispositionen aktiviert werden, die in krisenfreien Zeiten inaktiv bleiben (Stenner & Feldman, 1997). Eine solche Aktivierung könnte auch Auswirkungen auf das individuelle Nachrichtennutzungsverhalten haben. Insbesondere die Aktivierung ideologischer Überzeugungen (bspw. right-wing authoritarianism (RWA) zur Wiederherstellung geordneter Verhältnisse) scheint das Informationsverhalten einer Person im Sinne des „Confirmation Bias“ zu beeinflussen (Lavine et al., 2005). Studie 1 untersucht daher, passend zum MeDeCi-Projektschwerpunkt „Qualität der Informationsverarbeitung: Selektions- und Rezeptionsprozesse“, die Informationsauswahl (einstellungskonsistente vs. inkonsistente, „fake“ vs. „real news“) von Personen mit rechtsautoritären Voreinstellungen unter Bedrohung. Wir nehmen an, dass RWA durch eine wahrgenommene Bedrohung aktiviert wird und anschließend zu der Auswahl einstellungskonsistenter Inhalte und entsprechender Falschnachrichten führt. So konnten z.B. Fritsche und Kolleg:innen (2012) zeigen, dass unter wahrgenommener Bedrohung durch die Klimakrise autoritäre Einstellungen verstärkt wurden. In einem Online-Experiment soll mithilfe eines software-gestützten Trackingtools (integriert in SoSci-Survey) das Informationsverhalten der Teilnehmer:innen implizit erfasst werden (Unkel, 2019). Studie 2 fokussiert auf das selektive Weiterleitern politischer Nachrichten: Hier stellt sich die Frage, ob der eigene Confirmation Bias auch die Weiterleitung bestimmt oder ob Informationen über die wahrgenommene Meinung der Community diesen überschreiben können (wenn z.B. bekannt ist, dass die Community mehrheitlich eine andere Meinung vertritt). Angenommen wird, dass unter Bedrohung der Einfluss der eigenen Meinung dominiert, während ein eher soziales Ziel zu stärker mehrheitskonformen Sharing-Verhalten führt. Wir nehmen an, dass dieser postulierte Effekt einer Moderation durch soziale Identifikation unterliegt, und Menschen, die sich stark mit einer Gruppe (bzw. deren zugrundeliegenden Meinung) identifizieren, stärker innerhalb der Community „sharen“ (Bliuc et al., 2015). Dies wird mit einem Online-Experiment mit einer Sharing-Task, in der Bedrohungsinduktion und dargestellte Mehrheitsmeinung variiert werden, geprüft.
Bliuc, A. M., McGarty, C., Thomas, E. F., Lala, G., Berndsen, M., & Misajon, R. (2015). Public division about climate change rooted in conflicting socio-political identities. Nature Climate Change, 5, 226-229.
Fritsche, I., Cohrs, J. C., Kessler, T., & Bauer, J. (2012). Global warming is breeding social conflict: The subtle impact of climate change threat on authoritarian tendencies. Journal of Environmental Psychology, 32, 1-10.
Knobloch-Westerwick, S., Westerwick, A., & Johnson, B. (2015). Selective exposure in the communication technology context. In S. S. Sundar (Ed.), Handbook of the psychology of communication technology (pp. 407–427). New York, NY: WileyBlackwell. doi:10.1002/9781118426456
Lavine, H., Lodge, M., & Freitas, K. (2005). Authoritarianism, threat, and motivated reasoning. Political Psychology, 26, 219-244. doi.org/10.1111/j.1467- 9221.2005.00416.x
Stenner, K., & Feldman, S. (1997). Perceived threat and authoritarianism. Political Psychology, 18, 741-770. doi.org/10.1111/0162-895X.00077
Unkel, J. (2019). Measuring selective exposure in mock website experiments: A simple, free, and open-source solution. Communication Methods and Measures. Advance online publication. doi: 10.1080/19312458.2019.1708284
Emphasizing Personal Experiences (not Facts) in the Media: Towards Bridging Divides Between Political Opponents
Ansprechpartner*innen: Emily Kubin & Christian von Sikorski (externe Kooperationspartner*in: Jennifer Morton & Kurt Gray, University of North Carolina at Chapel Hill)
Political polarization is pervasive across Western society (Gidron et al., 2019) leading to many negative outcomes, including decreased willingness to interact with opponents (Frimer et al., 2017), viewing them as close-minded, immoral, and dishonest (Pew Research Center, 2016), and even perceiving opponents as less than human (Martherus et al., 2019). It has also become clear that the media exacerbates these effects (Levendusky & Malhotra, 2016), making viewers increasingly polarized, both ideologically and affectively (Knobloch-Westerwick et al., 2015; Garrett et al., 2014). Yet, few researchers have focused on ways in which we can reduce political polarization, and use media as a tool to do so. Increasingly, partisans are living in different communities (Motyl et al., 2014), and are less willing to engage with one another (Frimer et al., 2017), meaning for many, perceptions of political adversaries are nearly entirely based on what they see on the news or on social media platforms. This suggests the media is key in shaping how people understand political issues (von Sikorski, 2021), political opponents (Han & Yzar, 2020), and the political landscape more generally (e.g., Chang & Park, 2020), and that perhaps media can be a platform by which we can actually reduce political polarization. Based on our previous work (Kubin et al., 2021), we have found one effective strategy for reducing polarization. When political opponents share personal experiences (as compared to factual knowledge) opponents respect them more and in turn are more willing to interact with them. However, the role of media is largely unclear in this context. For instance, can news highlighting facts or experiences of political opponents also help to increase tolerance and respect for the other side and in turn reduce affective polarization? Or do such media portrayals lead to backfire effects; increasing negative views of the outgroup and subsequently further increasing polarization? Further, what role does trust in media play (von Sikorski, 2021)? Additionally, with much of the work related to this topic conducted in the United States, it is imperative to explore whether these findings are also generalizable to the European context (i.e., multiparty political systems, different media systems). We are currently developing two studies to address these gaps. Study 1 will employ a quota-based sample in Germany to reach participants with different political ideologies, issue perceptions and attitudes. Participants will be exposed to media coverage explaining the reasons why opponents hold their divergent political views. While the core articles will be identical, the reasons for why opponents’ hold specific political views will be systematically varied: 1) personal experiences 2) factual knowledge or 3) personal experiences and factual knowledge1. Participants will then respond to a variety of items measuring their perceptions of these opponents. Study 2 will be based on the results of Study 1 and will further explore whether manipulating the valence of an experience (i.e., either a positive or negative experience) has differential effects for evaluations of opponents. Our previous work has found harmful (negative) experiences are affective at driving respect and interaction between opponents (Kubin et al., 2021). However, this work fails to examine whether positive experiences have similar beneficial outcomes for political adversaries. By using a quota-based sample in Germany again, we aim at conceptually replicating and further extending findings from Study 1.
Chang, K., & Park, J. (2020). Social media use and participation in dueling protests: The case of the 2016-2017 presidential scandal in South Korea. The International Journal of Press/Politics. doi:1940161220940962.
Frimer, J. A., Skitka, L. J., & Motyl, M. (2017). Liberals and conservatives are similarly motivated to avoid exposure to one another’s opinions. Journal of Experimental Social Psychology, 72, 1-12.
Garrett, R. K., Gvirsman, S. D., Johnson, B. K., Tsfati, Y., Neo, R., & Dal, A. (2014). Implications of pro- and counterattitudinal information exposure for affective polarization. Human Communication Research, 40(3), 309- 332.
Gidron, N., Adams, J., & Horne, W. (2019). Toward a comparative research agenda on affective polarization in mass publics. APSA Comparaitve Politics Newsletter, 29, 30-36.
Han, J., & Yzar, M. (2020). Media-induced misperception further divides public opinion: A test of selfcategorization theory of attitude polarization. Journal of Media Psychology: Theories, Methods, and Applications, 32: 70-81.
Knobloch-Westerwick, S., Mothes, C., Johnson, B. K., Westerwick, A., & Donsbach, W. (2015). Political online information searching in Germany and the United States: Confirmation bias, source credibility, and attitude impacts. Journal of Communication, 65, 489-511. doi:10.1111/jcom.12154
Kubin, E., Puryear, C., Schein, C., & Gray, K. (2021). Personal experiences bridge moral and political divides better than facts. Proceedings of the National Academy of Sciences, 118, 1-9. doi:10.1073/pnas.2008389118.
Levendusky, M., & Malhotra, N. (2016). Does media coverage of partisan polarization affect political attitudes? Political Communication, 33(2), 283-301.
Martherus, J. L., Martinez, A. G., Piff, P. K., & Theodoridis, A. G. (2019). Party animals? Extreme partisan polarization and dehumanization. Political Behavior, 1-24.
Motyl, M. (2014). “If he wins, I’m moving to Canada’: Ideological migration threats following the 2012 US Presidential Election. Analysis of Social Issues and Public Policy, 14(1), 123-136.
Pew Research Center (2016). Partisanship and political animosity in 2016. Retrieved January 18, 2021 from: www.pewresearch.org/politics/2016/06/22/partisanship-and-political-animosity-in-2016/
von Sikorski, C. (2021). Visual polarization: Examining the interplay of visual cues and media trust on the evaluation of political candidates. Journalism. doi:10.1177/1464884920987680
Negativität und emotionale Appelle im Kanzlerduell 2021
Ansprechpartner*innen: Jürgen Maier & Michaela Maier
Das Teilprojekt untersucht den Inhalt öffentlicher Kommunikation politischer Akteure und ihre Wirkung auf Rezipienten. Der Fokus wird dabei auf Negativität und emotionale Appelle (v.a. Angstappelle) gerichtet. Analyseobjekt ist das Kanzlerduell 2021, das mit großer Wahrscheinlichkeit im Vorfeld der Bundestagswahl ausgestrahlt wird. Ziel ist es empirisch belastbare Aussagen zu Umfang, Bestimmungsfaktoren und Wirkung von Negativität und Angstappellen zu erhalten. Auf der Basis einer Inhaltsanalyse des TV-Duells wird analysiert, (1) wie häufig die Kandidaten Negativität einsetzen (d.h. also ihren Gegner angreifen) und (2) wie diese Angriffe genau gestaltet sind. In Verbindung mit Inhaltsanalysen der TV-Duelle 2002-2017 wird untersucht, (3) welche Faktoren Angriffe auf den politischen Gegner erklären. Weiterhin wird untersucht, (4) wie häufig Angstappelle (also Aussagen, die als Bedrohung der eigenen Lebensumstände gewertet werden können) eingesetzt werden, (5) in welchem Zusammenhang Angstappelle und Negativität stehen und – ebenfalls in Verbindung mit Inhaltsanalysen der TV-Duelle 2002-2017 – (6) welche Faktoren die Verwendung von Angstappellen erklären. Zudem wird die Wirkung von Negative Campaigning und Angstappellen im Rahmen eines für TV-Duelle etablierten experimentellen Pretest-Postest-Designs in Verbindung mit dem Einsatz von Real-Time-Response-Messung untersucht. Ziel ist es, (8) spontane Reaktionen zu den genannten Aussagetypen zu messen. Darüber hinaus sollen die Konsequenzen der TV-Duell-Rezeption für (8) die Bewertung der Kanzlerkandidaten, (9) die Partizipationsbereitschaft und (10) Einstellungen zum politischen System untersucht werden.
Ansätze zur Modellierung reziproker Kommunikationsdynamiken
Ansprechpartner*innen: Michaela Maier & Fabian Thomas
Das Konsortium MeDeCi befasst sich mit aktuellen Phänomenen der politischen Kommunikation, bei denen häufig die longitudinale Entwicklung zweier miteinander interagierender Variablen im Sinne reziproker Dynamiken im Mittelpunkt steht. Beispiele sind das Zusammenspiel (rechts-)populistischer Einstellungen und der politischen Nutzung sozialer Medien oder „spill-over“-Effekte von Negativität in der politischen Kommunikation von Bürger*innen während des Wahlkampfes. Die Wahl des „richtigen“ statistischen Ansatzes zur Modellierung dieser dynamischen Zusammenhänge ist eine Herausforderung für viele Arbeitsgruppen, die Entscheidungen für oder gegen bestimmte Modelle sind oftmals unzureichend begründet und bilden nicht die Prozesse der zugrundeliegenden Theorien ab. Deshalb sollen im Teilprojekt „Ansätze zur Modellierung reziproker Kommunikationsdynamiken“ Methoden entwickelt und evaluiert werden, die zur Analyse von Kommunikationsdynamiken verwendet werden können. Als theoretischer Rahmen hierfür dient das Reinforcing Spirals Model, das die Nutzung von Medien, Einstellungen, Verhalten und deren Effekte als dynamische Prozesse beschreibt. Dementsprechend stehen Medien- und Selektionseffekte, sowie deren dynamische Zusammenhänge und Entwicklung im Zeitverlauf, im Mittelpunkt des Projektes.
Einfluss sozialer Medien auf die Politikberichterstattung
Ansprechpartner*innen: Corinna Oschatz & Jürgen Maier (externe Kooperationspartner: Tanjev Schulz, Universität Mainz & Sebastian Stier, GESIS)
Das Teilprojekt will den Einfluss sozialer Medien auf die Qualität von Politikberichterstattung untersuchen. Dafür nehmen wir eine Entwicklung in den Blick, die zunehmend in der Onlineberichterstattung von Massenmedien auftritt: Die Einbindung von Inhalten aus sozialen Medien in journalistische Beiträge (Brands, Graham, & Broersma, 2018; von Nordheim, Boczek, & Koppers, 2018). Bisher liegen zur Einbindung sozialer Medieninhalte in die deutsche Berichterstattung kaum Befunde vor. Das Projekt baut auf Vorarbeiten des Forscherteams auf (Oschatz, Stier, & Maier, 2020) und führt diese fort. Projektbeschreibung: Wir untersuchen die Einbindung sozialer Medieninhalte in die Politik-BE im Rahmen des BTW’21. Uns interessiert, welche social media posts deutscher PolitikerInnen, die für den BT kandidieren, Eingang in die Berichterstattung finden und welche nicht. Dabei betrachten wir zwei Aspekte. (1) Wir wollen wissen, wie sich eingebundene posts von denjenigen unterscheiden, die nicht eingebunden werden. Dafür greifen wir auf etablierte Kataloge von Nachrichtenfaktoren sowie Popularitätsindikatoren (z.B. shares, likes) zurück und berücksichtigen auch, inwiefern sich die Einbindungspraxis in und außerhalb von Wahlkampfperioden unterscheidet. (2) Wir wollen darüber hinaus wissen, ob es PolitikerInnen gelingt, mit ihren posts die Medienagenda zu beeinflussen (Agenda-building). Gelingt es Ihnen, Akzente so zu setzen, dass JournalistInnen über ihre Themen bzw. ihre Perspektiven auf Themen berichten? Greifen PolitikerInnen dafür auf bestimmte rhetorische Strategien der Wahlkampfführung wie beispielweise Inzivilität oder Negativität zurück? Methode: Zur Beantwortung der Forschungsfragen erheben wir mit Hilfe von computational methods alle social media posts von PolitikerInnen, die für den Bundestag kandidieren, vier Wochen vor und sechs Wochen nach der Wahl. Für denselben Zeitraum erheben wir die Onlineberichterstattung eines breit gefächerten Mediensamples etablierter Print- und TV-Muttermarken. Beide Datenquellen werden zusammengeführt und zum Teil automatisiert und zum Teil manuell mit studentischen Hilfskräften codiert.
Brands, B. J., Graham, T., & Broersma, M. (2018). Social media sourcing practices: How Dutch newspapers use tweets in political news coverage. In J. Schwanholz, T. Graham, & P.-T. Stoll (Eds.), Managing Democracy in the Digital Age: Internet Regulation, Social Media Use, and Online Civic Engagement (Vol. 12, pp. 159–178). Cham: Springer International Publishing. doi.org/10.1007/978-3-319-61708-4_9
Hanitzsch, T., Seethaler, J., & Wyss, V. (2019). Journalismus in schwierigen Zeiten. In T. Hanitzsch, J. Seethaler, & V. Wyss (Eds.), Studies in International, Transnational and Global Communications. Journalismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz (1st ed., pp. 1– 23).
McGregor, S. C., & Molyneux, L. (2020). Twitter’s influence on news judgment: An experiment among journalists. Journalism, 21(5), 597–613. doi.org/10.1177/1464884918802975
Oschatz, C., Stier, S., & Maier, J. (2020, February). Twitter in the News – Eine Analyse eingebundener Tweets in der Politikberichterstattung. Vortrag auf der gemeinsamen Jahrestagung der Fachgruppe "Kommunikation und Politik" der DGPuK, des Arbeitskreises "Politik und Kommunikation der DVPW und der Fachgruppe "Politische Kommunikation" der SGKM, Mainz.
Seethaler, J. (2019). Journalismus im Wandel. In T. Hanitzsch, J. Seethaler, & V. Wyss (Eds.), Studies in International, Transnational and Global Communications. Journalismus in Deutschland, Österreich und der Schweiz (1st ed., pp. 213–236).
Von Nordheim, G., Boczek, K., & Koppers, L. (2018). Sourcing the sources. Digital Journalism, 6(7), 807–828. doi.org/10.1080/21670811.2018.1490658
Einfluss von unterschiedlichen Kommunikations- und Informationsumwelten auf die Ausgrenzung von Minoritäten
Ansprechpartnerinnen: Selma C. Rudert & Isabel Thielmann
Ausgrenzung und Diskriminierung sind dominierende Themen in aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten und ihr Vorkommen kann durch die Kommunikation politischer wie medialer Akteure stark beeinflusst werden (z.B. durch populistische Aussagen und Berichte zur „Flüchtlingskrise“). In dem Teilprojekt soll untersucht werden, welche kommunizierten Informationen Rezipierende dazu bringen, Angehörige von Minoritäten (z.B. Geflüchtete, Immigrant*innen, Menschen mit kognitiven Einschränkungen) als Belastung und/oder Bedrohung wahrzunehmen und in Folge systematisch auszugrenzen. Ein beispielhafter Einflussfaktor, welcher voraussichtlich ausgrenzendes Verhalten fördert, ist eine verstärkte Kommunikation, dass vorhandene Ressourcen limitiert sind (Zeitdruck, Geldknappheit, Wettbewerb). Die erhöhte Salienz populistischer Kommunikation kann darüber hinaus bestehende Erwartungen verändern, ob Ausgrenzungsverhalten durch das soziale Umfeld akzeptiert wird und dadurch ebenfalls Ausgrenzung fördern. Dagegen sollte verstärkte Information über die negativen psychischen Konsequenzen von Ausgrenzung für die Betroffenen Gefühle von Schuld hervorrufen und verringern. Hervorzuheben ist, dass in dem geplanten Projekt der Einfluss unterschiedlicher Kommunikations- und Informationsumwelten nicht nur auf Einstellungsänderungen, sondern auch auf konkretes soziales Verhalten untersucht werden soll. Neben Ausgrenzung sollen auch weitere mögliche Verhaltensweisen untersucht werden, wie etwa, unter welchen Umständen Menschen sich gegen Ausgrenzung und für prosoziales Verhalten gegenüber Minderheiten entscheiden. Insgesamt sind sechs experimentelle Studien geplant, welche sich anteilig spieltheoretischer Paradigmen (Trust Games, Dictator Games) bedienen. In diesen Experimenten werden Teilnehmende mit unterschiedlichen Informationen konfrontiert und haben anschließend die Möglichkeit, verschiedenen Angehörigen einer Minder- oder Mehrheit entweder prosoziales, ausgrenzendes oder auch aktiv bestrafendes Verhalten gegenüber zu zeigen.
A personality perspective on the common basis of belief in fake news, populism, and belief in conspiracy theories
Ansprechpartner*innen: Isabel Thielmann & Benjamin E. Hilbig
In recent years, and especially during the current pandemic, the world has seen a stark rise in populist views and a spread of conspiracy theories and fake news – a trend accelerated by the ongoing fragmentation of media environments, creating “filter bubbles” (Pariser, 2011) and “echo chambers” (Sunstein, 2007) which reinforce such beliefs. Although the endorsement of such beliefs has been increasingly studied in psychology, much less research has investigated (i) their commonalities in terms of a shared cognitive schema and, closely related, (ii) their dispositional basis in terms of (broad) personality traits from which this schema evolves. For one, it is reasonable to assume that belief in fake news, populism, and conspiracy beliefs share a particular cognitive schema that we refer to as cynical segregation – the tendency to think in terms of different societal groups (e.g., “the people” vs. “the elites” in populism or “secret societies” vs. “the public” in conspiracy theories) with some – typically smaller – groups exploiting one’s own. In other words, society is cognitively divided into “them” and “us”, accompanied by the fundamental belief that “they” are accumulating power, wealth, and other forms of utility through ethically and socially indefensible means (covering up facts, secretly controlling mindsets or even minds, oppressing the majority will etc.). This shared aspect, in turn, is conceptually linked to certain personality traits, that is individuals’ stable patterns of thought, feelings, and behavior. However, there is a clear lack of systematic evidence on the underlying dispositional basis of such beliefs, as has also been identified by several authors: “we know surprisingly little about individuals who hold populist views” (Fatke, 2019, p. 138) and “it seems somewhat surprising that in the existing literature on susceptibility to falling for fake news, … classic personality traits, such as the Five Factor Model, … have not yet been investigated” (Sindermann et al., 2020, p. 46). Likewise, referring to the link between personality and conspiracy beliefs, it has been concluded that “generally, there is a lack of theoretical frameworks in this young area of research” … and “considerable heterogeneity in designs and operationalization characterizes the field” (Goreis & Voracek, 2019, p. 1). The proposed project aims at closing this gap. Specifically, we hypothesize that (i) a shared aspect of belief in fake news, endorsement of populism, and belief in conspiracy theories – cynical segregation as a cognitive schema – exists, which (ii) is strongly aligned with certain personality traits. In particular, recent developments have uncovered the dispositional basis of so-called “dark traits”, the dark factor of personality (D; Moshagen et al., 2018), which involves the crucial aspect of justifying beliefs: Those inclined towards aversive behavior justify their behavior through various beliefs, especially the conviction that one is being exploited by others (Hilbig et al., 2020) – an aspect traditionally attributed to Big Five Agreeableness (Swami et al., 2010). To test these hypotheses, the proposed project includes two large-scale online studies. In the first study, we will test whether common definitions and operationalizations of beliefs in fake news (e.g., Pennycook et al., 2018), populism (e.g., Rothmund et al., 2019), and conspiracy beliefs (e.g., Brotherton et al., 2013) indeed share a common aspect of cynical segregation. In the second study, we will then assess which (broad) personality traits, including the Big Five (Goldberg, 1990) and D (Moshagen et al., 2018), can account for individual variation in this common Project Proposal MeDeCi – Thielmann & Hilbig 2 aspect of cynical segregation. If, however, there is no evidence for such a shared cognitive schema of cynical segregation in the first place, we will seek to explore which personality traits account for the distinctiveness of belief in fake news, populist tendencies, and conspiracy beliefs.
Brotherton, R., French, C. C., & Pickering, A. D. (2013). Measuring belief in conspiracy theories: The Generic Conspiracist Beliefs scale. Frontiers in Psychology, 4. doi.org/10.3389/fpsyg.2013.00279
Goldberg, L. R. (1990). An alternative “description of personality”: The Big-Five factor structure. Journal of Personality and Social Psychology, 59(6), 1216–1229. doi.org/10.1037/0022-3514.59.6.1216
Goreis, A., & Voracek, M. (2019). A systematic review and meta-analysis of psychological research on conspiracy beliefs: Field characteristics, measurement instruments, and associations with personality traits. Frontiers in Psychology, 10. doi.org/10.3389/fpsyg.2019.00205
Hilbig, B. E., Moshagen, M., Thielmann, I., & Zettler, I. (2020). From the dark core of personality to aversive behavior: On the crucial role of beliefs and justifications. Manuscript submitted for publication.
Moshagen, M., Zettler, I., & Hilbig, B. E. (2018). The dark core of personality. Psychological Review, 125, 656–688. doi.org/10.1037/rev0000111
Pariser, E. (2011). The filter bubble: What the Internet is hiding from you. Penguin UK.
Pennycook, G., Cannon, T. D., & Rand, D. G. (2018). Prior exposure increases perceived accuracy of fake news. Journal of Experimental Psychology: General, 147(12), 1865– 1880. doi.org/10.1037/xge0000465
Rothmund, T., Bromme, L., & Azevedo, F. (2019). Justice for the people? How justice sensitivity can foster and impair support for populist radical‐right parties and politicians in the united states and in germany. Political Psychology. doi.org/10.1111/pops.12632
Sindermann, C., Cooper, A., & Montag, C. (2020). A short review on susceptibility to falling for fake political news. Current Opinion in Psychology, 36, 44–48. doi.org/10.1016/j.copsyc.2020.03.014
Sunstein, C. (2007). Republic. com 2.0. Princeton University Press. Swami, V., Chamorro-Premuzic, T., & Furnham, A. (2010). Unanswered questions: A preliminary investigation of personality and individual difference predictors of 9/11 conspiracist beliefs. Applied Cognitive Psychology, 24(6), 749–761. doi.org/10.1002/acp.1583
Interventions on media literacy and social norms against the impact of fake news
Ansprechpartner: Christian von Sikorski & Stephan Winter (externe Kooperationspartnerin: Ewa Maslowska, University of Illinois, Urbana-Champaign)
Die Verbreitung von Desinformationskampagnen in sozialen Medien (sog. Fake News) ist eine große Herausforderung für moderne Demokratien und eine Gefahr für die Qualität politischer Entscheidungen, da Desinformationen zu objektiv fehlerhaften oder verzerrten Einschätzungen oder verringertem Vertrauen in politische Prozesse führen können (Rösner, Flanagin, Heidemann, Hoss, Kölmel, Krämer, Metzger, & Winter, 2019; Zimmermann & Kohring, 2020); auch zur Etablierung von Verschwörungsmythen können sie beitragen (Imhoff & Lamberty, 2020). Unter Desinformation werden hierbei absichtlich verbreitete, empirisch falsche Nachrichten verstanden (Wittenberg & Berinsky, 2020; Lazer et al., 2018), die aber so gestaltet sind, dass sie auf den ersten Blick wie „tatsächliche“ Nachrichten aussehen. Die Forschung im Bereich politischer Kommunikation hat begonnen, potenzielle Auswirkungen (s.o.) und die Wirkung von Korrekturen durch Fact-Checking-Redaktionen (Garrett & Poulsen, 2019) zu untersuchen. Allerdings gibt es bislang kaum Erkenntnisse zu Interventionen, die – unabhängig von der (aufwändigen) Korrektur jeder einzelnen Falschnachricht – auf übergreifende Fähigkeiten zu einem medienkompetenten Umgang mit Online-Informationen abzielen. Vor diesem Hintergrund soll im beantragten Projekt untersucht werden, wie Interventionen zum Aufbau von Medienkompetenz und die Vermittlung sozialer Normen zu einer Reduktion negativer Medienwirkung führen (d.h., zu einer verbesserten Erkennung oder Vermeidung von Desinformation bzw. zu einer geringeren Polarisierung). Hierzu sollen zwei experimentelle Studien durchgeführt: Experiment 1 setzt Instruktionsmaterial mit grundlegenden Informationen zu potenziellen Gefahren einseitiger oder personalisierter Medienauswahl ein (siehe auch Schmuck & von Sikorski, 2020), Experiment 2 testet (aufbauend auf Wojcieszak, Winter & Yu, 2020) den Einfluss sozialer Normen der In-Group (z.B. dass Mitglieder der eigenen Gruppe entsprechende Regeln ausgewogener Informationsauswahl einsetzen). Als abhängige Variablen werden die Selektion bzw. Bewertung von Fake News sowie die Akkuratheit der Erkennung falscher vs. richtiger Informationen betrachtet. Die Befunde können mit Blick auf den MeDeCi-Schwerpunkt „Qualität politischer Entscheidungen“ Implikationen zur Abminderung der potenziell schädlichen Effekte von Fake News liefern.
Garrett, R. K., & Poulsen, S. (2019). Flagging Facebook falsehoods: Self-identified humor warnings outperform fact checker and peer warnings. Journal of Computer-Mediated Communication, 24(5), 240-258. doi.org/10.1093/jcmc/zmz012
Imhoff, R., & Lamberty, P. (2020). A bioweapon or a hoax? The link between distinct conspiracy beliefs about the Coronavirus disease (COVID-19) outbreak and pandemic behavior. Social Psychological and Personality Science.
Lazer, D. M. J., Baum, M. A., Benkler, Y., Berinsky, A. J., Greenhill, K. M., Menczer, F., … Zittrain, J. L. (2018). The science of fake news. Science, 359, 1094–1096. doi:10.1126/science.aao2998
Rösner, L., Flanagin, A. J., Heidemann, R., Hoss, T., Kölmel, L., Krämer, N. C., … Winter, S. (2019). Social sharing of political disinformation: Effects of tie strength, message valence, and corrective information on evaluations of political figures. Paper Presented at the Annual Conference of the International Communication Association. Washington, D.C., USA.
Schmuck, D., & von Sikorski, C. (2020). Perceived threats from social bots: The media's role in supporting literacy. Computers in Human Behavior. doi:10.1016/j.chb.2020.106507
Wittenberg, C., & Berinsky, A. J. (2020). Misinformation and its correction. In N. Persily & J. A. Tucker (Eds.), Social Media and Democracy (pp. 163–198). Cambridge University Press.
Wojcieszak, M., Winter, S., & Yu, X. (2020). Social norms and selectivity: Effects of norms of open-mindedness on content selection and affective polarization. Mass Communication and Society, 23, 455-483. doi:10.1080/15205436.2020.1714663
Zimmermann, F., & Kohring, M. (2020). Mistrust, disinforming news, and vote choice: A panel survey on the origins and consequences of believing disinformation in the 2017 German parliamentary election. Political Communication, 37, 215–237. doi:10.1080/10584609.2019.1686095