UniGR-Gastprofessur: Neue Impulse für die Forschung zu Moralischer Verletzung

Im Rahmen des UniGR-Gastprofessurprogramms verbrachte Dr. Philipp Herzog (RPTU Kaiserslautern-Landau) im Herbst 2025 einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt an der Université de Liège. Ziel war es, ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Moralischen Verletzung vorzubereiten und den wissenschaftlichen Austausch innerhalb der Großregion weiter zu vertiefen.

Im Mittelpunkt stand die Entwicklung einer empirischen Studie zu den Zusammenhängen zwischen Moralischer Verletzung, posttraumatischer Belastungsstörung und Depression. Gemeinsam mit dem Team um Prof. Dr. Sylvie Blairy wurden Studiendesign und Umsetzung konkretisiert sowie zwei international etablierte Fragebögen zur Moralischen Verletzung ins Französische übersetzt und für den Einsatz in einem belgischen Sample vorbereitet. Der Ethikantrag wurde ebenfalls erarbeitet, sodass die Datenerhebung zeitnah starten kann.

Ergänzt wurde der Aufenthalt durch einen intensiven Austausch mit weiteren UniGR-Partnern, insbesondere während eines einwöchigen Besuchs im Labor von Prof. Dr. Philip Santangelo an der Universität Luxemburg. Dort wurde das geplante Experience-Sampling-Design weiter geschärft und methodisch verfeinert.

Ein weiterer Höhepunkt war ein praxisorientierter Workshop zu Experience Sampling Methods an der Université de Liège, der Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen konkrete Einblicke in Planung und Umsetzung alltagsnaher Studien bot. Der Forschungsaufenthalt legte damit die Grundlage für eine nachhaltige, grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der RPTU, der Université de Liège und weiteren Partnern in der Großregion.


UniGR-Gastprofessur: Studierende präsentieren Werkzeuge für Begegnung in der Großregion

Im Rahmen der UniGR-Gastprofessur von Dr. Marie Enders unter dem Titel „Encounters in the Greater Region“ entwickelten Studierende der Universität Luxemburg und der RPTU Kaiserslautern-Landau von Oktober 2025 bis Januar 2026 künstlerisch-forschende Werkzeuge, um Orte der Begegnung in der Großregion zu untersuchen und räumlich neu zu denken. Unter der Leitung von Dr. Marie Enders stand die Frage im Mittelpunkt, wie alltägliche Begegnungen als wichtige und oft unterschätzte Grundlage demokratischer Verständigung sichtbar und nutzbar gemacht werden können.

Den Abschluss der Gastprofessur bildete am 21. Januar 2026 eine öffentliche Ausstellung in der Architekturgalerie Kaiserslautern. Hier präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse: insgesamt elf entwickelte Tools mit gebauten Prototypen und verständlichen Anleitungen, zusammengefasst in der „UniGR-Toolbox“. Ergänzt wurden die Arbeiten durch eine großformatige Kartografie von Begegnungsorten sowie ein klangbasiertes Memory-Spiel, das Begegnung spielerisch erfahrbar machte.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung stellten die Studierenden ihre Projekte persönlich vor und kamen mit Gästen aus Wissenschaft, Kultur und Öffentlichkeit ins Gespräch. Die Fotos zeigen Eindrücke dieses Abends, an dem die entwickelten Werkzeuge erstmals gemeinsam präsentiert und diskutiert wurden.


Lust auf ein Auslandsabenteuer – so ganz nebenbei und ohne Umzug?

Mit dem Studierendenstatus der Universität der Großregion (UniGR)  sammelst Du internationale Erfahrungen direkt um die Ecke!

• Entdecke das Campusleben an 6 Hochschulen in 4 Ländern

• Tauche ein in neue Wissenswelten mit Kursen in 3 Sprachen und zahlreichen Fachbereichen 

• Wachse über Dich hinaus und knüpfe vielfältige Kontakte über Grenzen hinweg 

Schon gewusst? Dank des UniGR-Studierendenstatus kannst Du die Mobilitätsphase im Advanced Level des EurIdentity Certificates belegen, indem Du Präsenz- oder Online-Kurse an den UniGR-Partnerhochschulen besuchst.

 

Die Einschreibefristen an den einzelnen Partnerhochschulen für das Sommersemester 2026 sind:

Universität Liège: 15.02.2026

Universität Lothringen: 30.01.2026

Universität Luxemburg: 18.02.2026

Universität des Saarlandes: 15.03.2026

Universität Trier: 15.03.2026

htw saar: 15.03.2026

 

Mehr Informationen findest Du auf unserer Webseite: https://rptu.de/universitaet-der-grossregion/unigr-studierendenstatus

Unser Tipp: Schreibe Dich so früh wie möglich ein, da einzelne Veranstaltungen bereits vor Fristende starten.


Frohes neues Jahr 2026 – Der UniGR-Jahresbericht 2024-2025 ist da!

Die Universität der Großregion (UniGR) blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück und startet mit viel Schwung ins neue Jahr 2026!

Der neue Jahresbericht dokumentiert die vielfältigen Aktivitäten und Erfolge des grenzüberschreitenden Hochschulverbunds, der sieben Universitäten aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg vereint. Von innovativen Forschungsprojekten über neue Mobilitätsangebote für Studierende bis hin zur Weiterentwicklung der interdisziplinären Kompetenzzentren – die UniGR gestaltet aktiv die europäische Hochschullandschaft der Zukunft.

Der Bericht zeigt eindrucksvoll, wie über 145.000 Studierende und Forschende von der einzigartigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit profitieren können. Mit 30 integrierten Studiengängen und zahlreichen Kooperationsprojekten macht die UniGR Europa im Alltag erlebbar.

Zum Start ins neue Jahr wünschen wir allen Studierenden, Forschenden und Mitarbeitenden der UniGR-Familie alles Gute! Möge 2026 ein Jahr voller spannender Begegnungen, erfolgreicher Projekte und inspirierender Ideen werden. Auf ein weiteres Jahr der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, des interkulturellen Austauschs und der gemeinsamen Gestaltung unserer europäischen Zukunft!

Viel Spaß beim Lesen: 2025unigr_jahresberichtfinal_de.pdf


CIRKLA Summer School 2025: Auftakt für ein grenzüberschreitendes Wissenschaftsformat im Bereich Kreislaufwirtschaft

Vom 1. bis 5. September 2025 fand an der Universität Luxemburg die erste CIRKLA Summer School zum Thema „Sustainable Construction: Materials, Circularity, and Innovation“ im Rahmen des Interreg-Projektes UniGR-CIRKLA statt. 30 Teilnehmende aus neun Ländern – darunter fortgeschrittene Masterstudierende, Promovierende, Postdocs und junge Fachkräfte – kamen auf dem Campus Kirchberg zusammen, um gemeinsam Chancen und Herausforderungen einer ressourcenbewussten Bau- und Materialwirtschaft zu beleuchten.

Im Zentrum der Summer School stand eine mehrteilige Fallstudie im Bereich Beton- und Holzbau. Mithilfe einer Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment) untersuchten die Teilnehmenden an einem vierstöckigen Bestandsgebäude Materialflüsse und Konstruktionsentscheidungen im Lichte nachhaltiger Bauweisen.  Mit großem Engagement erarbeiteten die Forschenden praxisnahe Lösungswege und stellten sich den komplexen Fragestellungen der Kreislaufwirtschaft. Dabei zeigte sich eindrucksvoll das Gestaltungspotenzial des interdisziplinären Ansatzes, der das Projekt UniGR-CIRKLA prägt. 

Ein besonderes Highlight im Programm waren die beiden Exkursionen in Luxemburg. Climalux S.A. (Zementproduktion) und ArcelorMittal Belval (Stahlproduktion & zirkuläre Ansätze) öffneten ihre Türen für die Forschenden und gewährten exklusive Einblicke in ihre Produktionsprozesse und ihre Nachhaltigkeitsstrategien. Die Teilnehmenden konnten die einzelnen Fertigungsstufen kennenlernen und hautnah miterleben, wie kreislauforientierte Prinzipien in praktischen Industrieanwendungen umgesetzt werden. 

CIRKLA Summer School als neues Wissenschaftsformat

Die CIRKLA Summer School wurde von der Universität des Saarlandes, der European School of Materials (EUSMAT) und der Universität Luxemburg im Rahmen des Projekts UniGR-CIRKLA organisiert. Diese erste Ausgabe bildet den Startschuss für ein mehrjähriges Veranstaltungsformat, das als Teil der verschiedenen Projektaktivitäten durch das Programm Interreg Großregion 2021–2027 gefördert wird. 

Ziel ist es, Nachwuchstalenten aus der Großregion und ganz Europa eine Plattform zu bieten, um ihr Wissen zur Kreislaufwirtschaft zu vertiefen, ein grenzüberschreitendes und interdisziplinäres Netzwerk aufzubauen und neue Kooperationsmöglichkeiten für eigene Projekte zu entdecken. 


In Erinnerung an Frédérique Seidel

Wir nehmen Abschied von der Geschäftsführerin der Universität der Großregion, Frédérique Seidel.


Frédérique Seidel ist am 24. Juni 2025 von uns gegangen. Seit 2016 war sie Geschäftsführerin der Universität der Großregion. Sie war ein Jahr nach der Gründung des Vereins zu uns gestoßen, drei Jahre nach Ende des Interreg-Projekts, das den Grundstein für unsere grenzüberschreitende Hochschulallianz gelegt hatte.

Unter ihrer Leitung wurde die Zentrale Geschäftsstelle stetig ausgebaut, um die mit der steigenden Zahl der von der Allianz getragenen Forschungs- und Lehrprojekten Schritt zu halten. Sie wurde von ihrem gesamten Team und den Kolleginnen und Kollegen an den Partnerhochschulen, die das Glück hatten, an ihrer Seite arbeiten zu können, sehr geschätzt. Mit ihrer sonnigen Persönlichkeit –  zugleich bestimmt und überaus herzlich – hat Frédérique jede und jeden von uns bereichert. Jeder Austausch mit ihr eröffnete neue Horizonte, und es ist Teil ihres Vermächtnis, dass wir stets inspiriert von ihrem besonderen Enthusiasmus und der Zuversicht auf eine noch bessere Zukunft daraus hervor gingen – im Dienst der Schaffung und Weitergabe neuen Wissens.

Frédérique Seidel hatte eine überragende Vision von Hochschulbildung und Forschung im grenzüberschreitenden Kontext – einem Kontext, der auch auf persönlicher Ebene der ihre war. Gemeinsam mit den Präsidentinnen und Präsidenten, Rektorinnen und Rektoren der UniGR-Partnerhochschulen spielte sie eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der strategischen Pläne der Allianz und dem Erfolg deren Umsetzung.

Die Präsidien der Partnerhochschulen der UniGR, die Mitgliederversammlung und der Verwaltungsrat schließen sich dem Team der Zentralen Geschäftsstelle an, um ihrer Familie ihr aufrichtiges Beileid auszusprechen. Frédérique Seidel wird stets einen bedeutungsvollen und einzigartigen Platz in der Geschichte unserer grenzüberschreitenden Hochschulallianz einnehmen.


UniGR-Gastprofessuren 2024/2025: Zwei Auszeichnungen für die RPTU – Fokus auf Stadtentwicklung und psychische Gesundheit

Die Universität der Großregion (UniGR) hat erneut vier Gastprofessuren vergeben, um die wissenschaftliche Mobilität sowie den interdisziplinären Austausch zwischen ihren sieben Partnerhochschulen zu fördern. Zwei der begehrten Kurzzeitaufenthalte von jeweils zwei Monaten gehen in diesem Jahr an Forschende der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU).

Stadtentwicklung im transnationalen Kontext: Projekt von Dr. des. Marie Enders ausgezeichnet

Dr. des. Marie Enders vom Fachgebiet Architektur – Theorie – Geschichte (ATG) am FB Architektur der RPTU wurde für die UniGR-Gastprofessur 2024/2025 an der Universität Luxemburg ausgewählt. In Kooperation mit der Research Unit Cultures of Assembly (Prof. Dr. Markus Miessen) in Luxemburg und dem ATG-Fachgebiet (Prof. Dr. Adria Daraban) an der RPTU entwickelt sie das Projekt Encounters in the Greater Region.

Im Fokus steht die Frage, wie neue Orte des Austauschs und gesellschaftlichen Zusammenhalts in einem transnationalen Kontext geschaffen werden können. Ziel ist es, Strategien zur Reaktivierung von Leerstand, zur Sichtbarmachung immaterieller urbaner Ressourcen sowie zur Entwicklung einer gemeinsamen digitalen Plattform zu erarbeiten. Letztere soll als offene Werkzeugbox innovative Instrumente der Stadtentwicklung auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene zugänglich machen.

Der Aufenthalt umfasst einen Workshop in Esch-sur-Alzette sowie ein gemeinsames Lehrformat im Wintersemester 2025 – beide Bausteine einer nachhaltigen Kooperation im UniGR-Verbund.

Psychische Gesundheit im Fokus: Dr. Philipp Herzog forscht in Lüttich

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Dr. Philipp Herzog vom Fachbereich Psychologie der RPTU. Er wird seine Gastprofessur an der Universität Lüttich antreten. In seinem Projekt Unraveling the Link Between Moral Injury, Posttraumatic Stress Disorder and Depression: A High-Density Ambulatory Assessment Study untersucht er die psychischen Auswirkungen in Folge einer Konfrontation mit Ereignissen, welche die eigenen moralischen Werte verletzen. 

Das Syndrom „Moralische Verletzung“ (Moral Injury, MI) ist ein gesellschaftlich zunehmend diskutiertes Thema, das nicht nur militärische Kontexte betrifft, sondern auch andere Berufsgruppen – etwa Beschäftigte im Gesundheitsversorgungssystem, insbesondere während der COVID-19-Pandemie. Nach Erlebnissen, die tief verankerte moralische Überzeugungen verletzen (z. B. durch Unterlassen, Mitansehen oder Ausführen solcher Handlungen), entwickeln einige Betroffene Symptome von MI (z. B. chronische Schuld), aber auch Depression oder posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS).

Herzogs grenzüberschreitendes Forschungsprojekt zielt darauf ab, systematische Unterschiede in der psychischen Reaktion auf solche Erfahrungen zu untersuchen. Dabei geht es insbesondere um Hochrisikogruppen außerhalb des militärischen Kontexts und darum, unter welchen Bedingungen das Erleben eines potenziell moralisch verletzenden Ereignisses zu einer besseren oder schlechteren psychischen Gesundheit führt.

Wissenschaftlicher Austausch über Grenzen hinweg

Mit der Vergabe der Gastprofessuren unterstreicht die UniGR ihren Anspruch, Forschung über nationale Grenzen hinweg zu vernetzen und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen interdisziplinär zu adressieren – von innovativer Stadtentwicklung bis zu Fragen der psychischen Gesundheit.


Erfolgreicher Abschluss des EurIdentity Certificate! 🎓

Felix Heß gehört zu den ersten Studierenden der RPTU, die das EurIdentity Certificate vollständig abgeschlossen haben – herzlichen Glückwunsch! 🎉

Als Sozioinformatik-Student fand er das Programm besonders spannend und konnte durch den virtuellen Mobilitätsteil an der Universität Lüttich wertvolle internationale Erfahrungen sammeln.

Ein großartiges Beispiel dafür, wie europäische Zusammenarbeit im Studium gelebt wird! 💡👏

Kontakt

UniGR-Referentin Sophia Dorka

Mail: sophia.dorka[at]rptu.de

Tel.: +49 631 205 4353