Parkraumbewirtschaftung in Landau

Ab September:

Parkplatz am Campus (Fortstraße) wird kostenpflichtig

Ab September 2023 wird der Parkplatz unterhalb der Gebäude am Campus in der Fortstraße durch die Stadtverwaltung Landau bewirtschaftet. Das bedeutet, dass die Parkzone „Alter Meßplatz“ auf den Parkplatz in der Fortstraße ausgedehnt wird und dass dort dieselben Gebührenregelungen (aktuell: Kurzzeittarif 3 Cent/Minute, 3 Euro/Tagesticket, 25 Euro/Monatsticket, 100 Euro/4-Monatsticket) gelten, wie auf dem Alten Meßplatz. Diese Veränderung ist das Ergebnis vieler Diskussionen und langer Verhandlungen mit vielen Beteiligten. Der Nutzungsvertrag zwischen der Stadt Landau und der RPTU, der dieser Bewirtschaftung zugrunde liegt, ist unterschrieben und tritt zum 1. September 2023 in Kraft. Die baulichen Maßnahmen, wie die Aufstellung von Parkscheinautomaten, werden in den kommenden Tagen durch die Stadt Landau umgesetzt. Die Bewirtschaftung beginnt, sobald die baulichen Maßnahmen abgeschlossen sind. Dies wird voraussichtlich am 4. September 2023 der Fall sein.

 


Wie und warum kam es zu diesen Entwicklungen?

Hintergrund dieser Entwicklungen ist der Beschluss des Stadtrats der Stadt Landau im Juli 2021 über ein neues Parkraummanagementkonzept, insbesondere für die Innenstadt und die angrenzenden Bereiche. Dieser beinhaltet, dass es im gesamten Planungsbereich keine kostenfreien Parkplätze mehr geben wird – außer auf dem Parkplatz der Universität in der Fortstraße, weil dieser nicht der Stadt gehört. In einem ersten Schritt hat die Stadt ihr Konzept im Oktober 2021 in der Südstadt umgesetzt und wirkt sich dort schon auf die Liegenschaften Bürgerstraße, GFD und ehemalige Reithalle aus. Vor einigen Monaten hat die Stadtverwaltung der RPTU in Landau mitgeteilt, dass der Stadtrat eine Fortschreibung des Parkraummanagements Anfang 2023 beschlossen hat. In absehbarer Zeit wird die Stadt alle umliegenden Viertel um den Campus herum bewirtschaften, d. h., dass die Parkplätze dort alle kostenpflichtig werden. Bislang war der „Parkdruck“ von nicht zum Parken berechtigten Personen auf den Uni-Parkplatz in der Fortstraße schon hoch. Wir alle kennen die angespannte Parkplatzsituation an den starken Tagen in der Vorlesungszeit. Der Parkdruck wird sich mit der Bewirtschaftung der umliegenden Viertel noch einmal durch Verdrängungs- und Verlagerungseffekte auf kostenfreie Bereiche deutlich erhöhen. Angesichts dieser sich abzeichnenden Entwicklung musste die Campusleitung handeln und eine Entscheidung treffen. Hierbei hat die Stadtverwaltung ihre Unterstützung angeboten, die für die jetzige Lösung sehr hilfreich ist.

Welche Handlungsalternativen standen zur Diskussion?

In den vergangenen Monaten gab es viele Gespräche und Diskussionen über Handlungsoptionen, an denen sich auch ein Arbeitskreis mit konstruktiven Ideen eingebracht hat, zu dem der damalige Örtliche Personalrat am Campus Landau in Zusammenarbeit mit der Campusleitung Landau im August 2021 eingeladen hatte. Beleuchtet und geprüft wurden u. a. die Möglichkeit, das Parken nur für Parkberechtigte zu ermöglichen, die Zufahrt zum Parkplatz mithilfe einer Schranke zu regeln oder den Parkplatz durch die Stadt Landau zu bewirtschaften. Hier eine Übersicht der Diskussionsergebnisse:

Diese Regelung war bis dato Status Quo für den Parkplatz „Fortstraße“ der Universität und bedeutet, dass das Parken auf diesem Parkplatz nur den Angehörigen der Universität gestattet ist. Das Problem: Entsprechende Schilder an der Zufahrt zum Parkplatz halten nicht alle Parkinteressierten davon ab, auch ohne Berechtigung zu parken. Eine Kontrolle, dass nur berechtigte Personen dort parken, scheitert schon seit geraumer Zeit an zwei Dingen: Wir haben einerseits keine Parkberechtigungsscheine für alle Beschäftigten und alle Studierenden der Universität in Landau. Deren Ausgabe und Verwaltung würde zusätzliche Verwaltungskapazität benötigen, die die Universität nicht hat und die sie auch nicht zur Verfügung stellen könnte, ohne an anderer Stelle zu kürzen. Weiter müsste die Einhaltung der Parkregelung auf dem Parkplatz kontrolliert werden und müssten die Fälle, in denen jemand ohne Berechtigung den Parkplatz nutzt, angezeigt werden. Das würde ebenfalls zusätzliche Verwaltungskapazitäten (Personal) benötigen, über die die Universität nicht verfügt. Eine Fortführung der aktuellen Situation – Hinweis der Schilder darauf, dass dies ein Parkplatz der Universität ist, ohne zusätzliche Kontrolle – würde durch das in Kürze startende Ausweisen von kostenpflichtigen Parkzonen in den umliegenden Wohnvierteln den Parkdruck am Campus der Universität weiter erhöhen. Im Ergebnis wäre damit zu rechnen, dass die Mehrheit der Parkberechtigten dort keinen Parkplatz findet und auf den Alten Meßplatz ausweichen muss. Dies würde die Verkehrssituation in der Zufahrtsstraße zum Parkplatz „Fortstraße“ weiter verschlechtern. Es könnte dazu führen, dass in einer kritischen Situation Rettungs- oder Feuerwehrfahrzeuge die Universität oder die ebenfalls an dieser Straße liegende Schule nur noch mit großen zeitlichen Verzögerungen erreichten.

Dieser Vorschlag wird seit Jahrzehnten wiederkehrend vorgebracht, diskutiert und regelmäßig wieder verworfen. Aus zwei wesentlichen Gründen: Parkberechtigungen müssten ausgegeben und verwaltet werden, was zusätzlicher Verwaltungskapazitäten bedürfte (s. o.). Zusätzlich entstehen beim Aufstellen und Warten einer Schranke, die erfahrungsgemäß auch immer wieder Zielscheibe von Vandalismus ist, erhebliche Kosten. Darüber hinaus würde das Aufstellen der Schranke ein bekanntes Problem verschärfen, anstatt es zu lösen: Schon jetzt dauert die Zufahrt zum Parkplatz in den „Rushhours“ zwischen den Veranstaltungen lange. Müsste sich jedes Fahrzeug bei der Zufahrt zum Parkplatz zunächst an einer Schranke legitimieren und auf das Öffnen dieser warten, würde sich die Wartezeit erheblich verlängern. Die Wartezeit würde sich auch dadurch verlängern, wenn Parkplatzsuchende ohne Berechtigung erst an der Schranke merkten, dass sie keine Zufahrt erhalten und wenden müssten. Die Verkehrssituation und die Verkehrssicherheit (auch und gerade, wenn Rettungsfahrzeuge Zufahrt zum Campusgelände benötigten, s. o.) würde sich weiter verschlechtern und zu einem Nachteil aller werden.

Ein intensives Prüfen und Abwägen der Für und Wider dieser zwei Handlungsoptionen hat ergeben, dass sie nicht zu realisieren sind bzw. keine Erleichterung der schon heute angespannten Parkplatzsituation ergeben würden. Vor diesem Hintergrund hat die Campusleitung in Landau das Unterstützungsangebot der Stadtverwaltung angenommen und sich für die folgende Option entschieden:

Bewirtschaftung des Parkplatzes durch die Stadt Landau

Die Campusleitung in Landau hat entschieden, einen Nutzungsvertrag mit der Stadt Landau über die Bewirtschaftung des Parkplatzes „Fortstraße“ abzuschließen und die von der Stadt angebotene Kompetenz in der Bewirtschaftung und deren Arbeitskraft dafür anzunehmen. Ab September 2023 gelten auf dem Parkplatz „Fortstraße“ dieselben Regelungen, wie sie auf dem Parkplatz „Alter Meßplatz“ gelten.

  • Der Andrang auf den Parkplatz „Fortstraße“ reduziert sich, weil alle, die nicht direkt zum Campus wollen, keinen Vorteil mehr davon haben, dort zu parken anstatt direkt auf dem Alten Meßplatz. Das gilt für unberechtigt parkende Anwohnerinnen und Anwohner wie auch für Studierende und Beschäftigte, die sich nicht in die manchmal doch sehr lange Schlange zum Parkplatz Fortstraße einreihen wollen.
  • Da die Gebühren auf dem Uniparkplatz „Fortstraße“ und „Alter Meßplatz“ identisch sein werden, kann man sofort auf den Alten Meßplatz ausweichen und sich den Suchverkehr auf dem Uni-Parkplatz und gleichzeitig Zeit sparen. Dies reduziert den Verkehr auf dem „Nadelöhr“ der Zufahrtsstraße zum Parkplatz „Fortstraße“.
  • Der Universität entstehen keine zusätzlichen Kosten für eigenes Personal oder die Wartung einer Schranke, da die Bewirtschaftung von Mitarbeitenden der Stadtverwaltung übernommen wird.
  • Die Stadtverwaltung wird eine Abrechnung der Einnahmen durch Parkgebühren und der Kosten für die Bewirtschaftung des Parkplatzes vornehmen und alle Überschüsse aus diesen Einnahmen an die Universität ausschütten. Die Stadt hat also keinen finanziellen Vorteil von der Bewirtschaftung.
  • Die Stadt wird Ladestationen für E-Autos auf dem Parkplatz einrichten.

  • Kurz nach dem Beschluss des Stadtrats der Stadt Landau über das neue Parkkonzept hat die Campusleitung in Landau gemeinsam mit dem Personalrat am Campus Landau im August 2021 zur Gründung einer Arbeitsgruppe aufgerufen, in der mögliche Reaktionen auf diesen Beschluss diskutiert wurden.
  • Im November 2021 hat der Beigeordnete der Stadt Landau Lukas Hartmann im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Audimax über das Mobilitätskonzept der Stadt Landau, den Stand der Umsetzung und mögliche Auswirkungen auf die Mobilität der Beschäftigten und Studierenden der Universität informiert und stand für Diskussionen zur Verfügung.
  • Im November und Dezember 2021 führte der Landauer Personalrat zusammen mit der Campusleitung Landau eine Online-Umfrage für die Beschäftigten in Landau zu den Auswirkungen einer Umsetzung des Parkkonzepts auf die Mobilität der Beschäftigten der Universität durch. Eine hohe Beteiligung an dieser Umfrage zeigte, dass diese Frage ein wichtiges Thema ist und machte zugleich deutlich, dass eine ganze Reihe von Personen auf das Auto als Verkehrsmittel angewiesen ist. Diese Gruppe ist aber deutlich in der Minderheit. Es gibt auch sehr viele, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Universität unterwegs sind.
  • Mit Start des neuen Stadtbussystems, der Neuorganisation der Buslinienstruktur in der Stadt Landau sowie der Einführung der VRNflexline wurde das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs in der Stadt Landau im Dezember 2022 deutlich gestärkt und massiv verbessert. Dies war eine der zentralen Forderungen der Arbeitsgruppe Mobilität, die vor Beginn einer Bewirtschaftung des Parkplatzes „Fortstraße“ umgesetzt sein sollte. Alle Liegenschaften der RPTU in Landau sind mit dem Bus erreichbar. Hilfreiche und detaillierte Informationen hat das Green Office zusammengestellt und per Rundmail am 2. Mai 2023 verschickt.
  • Seit dem April 2023 steht erstmals den Beschäftigten der RPTU in Landau ein durch die Universität gefördertes Job-Ticket zur Verfügung. (siehe auch dazugehörige Rundmail)
  • Die Parkgebühren im Parkquartier „Alter Meßplatz“ sind geringer als im Parkquartier Innenstadt. Einen reduzierten „Sonderpreis“ für Beschäftigte und Studierende der Universität darf die Stadt aus rechtlichen Gründen nicht anbieten.
  • Vor dem Vertragsabschluss der RPTU mit der Stadt Landau hat die Universität mit dem AStA Landau eine Vereinbarung geschlossen, in der geregelt wird, dass auch die Studierenden am Campus Landau angemessen in ihrer Mobilität gefördert werden.

Kontakte bei Rückfragen

Sie haben Fragen oder Anregungen zum Jobticket, zur Mobilitätsförderung von Studierenden oder zur nachhaltigen Mobilität? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf:

Green Office Landau

Julia Jawhari, Referentin für Nachhaltigkeit

Campusleitung Landau

Vizepräsident für Studium und Lehre Landau
Prof. Dr. Norbert Wenning

Weitergehende Hinweise

Wenn liebgewordene und wertgeschätzte Annehmlichkeiten verschwinden, ist das eine unerfreuliche Entwicklung. Im Job- und Studienalltag ist ein kostenfreier Parkplatz in Laufweite zum Büro oder zum Seminarraum ganz sicher eine solche Annehmlichkeit.
Darüber können wir frustriert sein und damit hadern. Gleichzeitig sollten wir berücksichtigen, dass dies im Endeffekt eine Auswirkung anderer Prozesse ist, der Bemühungen um einen Abbau von klimaschädlichen Emissionen genauso wie der Arbeit am Erhalt einer attraktiven Innenstadt. Vergleichbare Entwicklungen finden sich in praktisch allen größeren Städten.
Darum ist es sinnvoll, aktiv zu werden, lösungsorientiert nach vorne zu schauen und zu überlegen, wie man produktiv auf den Wegfall einer kostenfreien Parkmöglichkeit am Campus reagieren kann. Hier einige Möglichkeiten:

  •  mit dem Rad zur Arbeit fahren (auch wenn die Initiative „mit dem Rad zur Arbeit“ für 2023 gerade in der kommenden Woche endet)
  • das neue Netz der Buslinien in Landau prüfen und ggf. umsteigen
  • sich mit dem neuen Jobticket beschäftigen und prüfen, ob es eine Lösung sein kann
  • Park & Ride-Angebote nutzen (z. B. Hauptbahnhof oder Neuer Meßplatz)
  • Fahrgemeinschaften bilden
  • für ein entsprechendes Semesterticket für Studierende auch in Landau werben