Martha Saalfeld: Ein leises Verblassen.
Martha Saalfeld: Ein leises Verblassen.
Die in Landau geborene Schriftstellerin Martha Saalfeld (1898-1976) war Lyrikerin, Dramatikerin und Romanbuchautorin. Sie ließ sich vor allem von der natürlichen Schönheit der Pfalz, ihrer Heimatregion, inspirieren und verwendete diese Inspirationsquelle für all ihr Schaffen. Insbesondere ihre Faszination und Verbundenheit zur Natur spiegelt sich in vielen ihrer literarischen Werke wider. Durch ihre Lebensumstände, die vor allem durch zwei Weltkriege maßgeblich beeinflusst wurden, sowie der Tatsache, dass sie ihrer Zeit oftmals voraus war und in ihrem Schaffen missverstanden wurde, verhinderte den Erfolg, der ihr zugestanden hätte. ( vgl. Diehl, Wolfgang (Hrsg.); Literarischer Verein der Pfalz, Martha Saalfeld 1898 – 1976. Dokumente und Materialien, Landau in der Pfalz 1986, S.9ff.). Schon zu Lebzeiten führten nur noch wenige Buchhandlungen ihre Werke. Die Freunde ihrer Zeit, die ihr auch über den Tod hinaus treu geblieben sind, werden alt und sind nach und nach nicht mehr Teil der irdischen Welt. Mit ihnen schwindet auch die Erinnerung an eine talentierte Schriftstellerin (vgl. ebd., S. 14).
Kulturreferent Berthold Roland war Nachlassverwalter von Martha Saalfeld und ihrem Ehemann Walter vom Scheidt. Um dem Schwinden von Martha Saalfelds Werken und Wirken entgegenzuwirken, errichtete er 1997 gemeinsam mit der Stadt Bad Bergzabern die „Scheidt-Saalfeld-Gedächtnisstätte“ als Abteilung des Stadtmuseums Bad Bergzabern. Seit 2021 nimmt sich das Zentrum für Kultur und Wissensdialog (ZKW) als Teil der RPTU (Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau) unter der Leitung von Prof. Dr. Anja Ohmer dem Nachlass Martha Saalfelds an (https://rptu.de/zkw/martha-saalfeld-forschungsstelle (zuletzt 24.09.2023))[i]. Auch Ohmer konstatiert: „Trotz der hohen literarischen Qualität, der enormen Sensibilität ihrer Sprache und der Relevanz ihrer Themen bekam sie nie die literarische Anerkennung, die ihr zustand.“
Am 15. Januar 2023 wurde ausgehend vom ZKW Martha Saalfelds 125-jähriges Geburtstagsjubiläum gefeiert. Dabei sollten ihre Werke und ihre Person wertgeschätzt, sowie ihre Relevanz und ihr Talent in Erinnerung gerufen werden. Dieser Beitrag wird Martha Saalfelds Leben, ihre literarischen Werke, ihre Stellung in unserer Gesellschaft und ihr Beitrag zur Naturlyrik näher beleuchtet. Hierfür wird zunächst ein Einblick in ihre Biografie gegeben, welche als Leitfaden ihres Schaffensprozesses dienen soll, der ihre Gedichte aber auch Theaterstücke und Romane umfasst. Aus der Betrachtung ihrer Werke sowie weiterer Aussagen von Zeitgenossen und Schriftsteller- Kollegen sollen Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit und ihre Wirkung in der Welt gezogen werden.
Biografische Eckdaten zu Martha Saalfeld
Martha Saalfeld wurde als Tochter von Ernst und Emma Saalfeld in Landau geboren. Bereits mit sieben Jahren zog sie aufgrund der kranken Mutter zu ihrer Großmutter. Die als junges Mädchen mit dem Tod der eigenen Mutter konfrontierte Martha Saalfeld schrieb schon damals Gedichte, die ihr nach eigener Aussage „ein Mittel gegen den Tod“ waren (vgl. Diehl, Wolfgang (Hrsg.); Literarischer Verein der Pfalz, Martha Saalfeld 1898 – 1976. Dokumente und Materialien, Landau in der Pfalz 1986, S. 84) waren. Im ersten Weltkrieg (1914-1918) leistete die junge Martha Saalfeld Dienst im Militärlazarett, wo sie abermals mit Krankheit und Tod konfrontiert wurde (vgl. Roland, Berthold, Ein – Blicke, Wildflecken 2019, S.102.).
Im Alter von 20 Jahren zog sie für ihr Philosophie und Kunsthistorikstudium nach Heidelberg. 1922 schrieb sie dort den Sonettzyklus „Der unendliche Weg“, der eine erste Aufmerksamkeit der literarischen Gesellschaft der damaligen Zeit auf Martha Saalfeld lenkte. Sie brannte schon immer für ihr literarisches Schaffen und betonte einst selbst, dass sie anstatt ihres Studiums „überhaupt ‚eigentlich‘ schreiben“ (Martha Saalfeld) wollte. In Werner vom Scheidt fand sie hinsichtlich dessen einen Verbündeten in ihrer Studienzeit und sodann auch über diese Zeit hinaus für das Leben. So beschreibt sie die Kennenlernzeit mit ihrem zukünftigen Ehemann wie folgt: „Wir besuchten die Seminare nicht allzuoft, sondern bewegten uns zwanglos zwischen Bibliotheken und Lesesaal. So trieben wir's einige Semester hindurch, am Ende heirateten wir“ (vgl. Diehl, Wolfgang (Hrsg.); Literarischer Verein der Pfalz, Martha Saalfeld 1898 – 1976. Dokumente und Materialien, Landau in der Pfalz 1986, S. 84). Die Hochzeit erfolgte 1928. Im Jahr zuvor veröffentlichte sie ihre „Pfälzischen Gedichte“, die neben ihren Romanen den größten Bekanntheitsgrad erreicht haben (vgl. Roland, Berthold, Ein – Blicke, Wildflecken 2019, S. 103). In den darauffolgenden Jahren absolvierte Saalfeld eine Apothekenlehre, die ihrer Arbeit als Apothekerin in Worms und Düsseldorf mündete. Nebenher verfasste Saalfeld zwei Theaterstücke („Staub aus der Sahara“ und „Beweis für Kleber), die im Jahr 1932 erfolgreich uhraufgeführt wurden. Mit dem Beginn des NS-Regimes wurde jedoch ab 1934 ein Schreibverbot über sie verhängt, welches bis zum Ende des zweiten Weltkrieges (1939-1945) bestehen blieb. Neben ihrem Beruf als Apothekerin hatte Saalfeld Dienstverpflichtungen in Babenhausen. Zusammen mit ihrem Ehemann Werner vom Scheidt lebte sie in diesen zurückgezogen und wurde in ihrem Schaffen ausgebremst. Es entstand eine große literarische Schaffenslücke, die Saalfeld allem voran den Weg zum großen Erfolg versperrten (vgl. ebd.).
Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges erreichte Saalfeld einen Aufschwung mit ihrer Literatur. Sie veröffentlichte ein Werk nach dem nächsten (siehe Zeitleiste). Saalfeld gewann neue Anerkennung und wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet (z.B. 1950: Preis im Literaturwettbewerb Rheinland-Pfalz & 1955: Literaturpreis der Bayrischen Akademie der Schönen Künste in München & 1963: Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz) (vgl. Diehl, Wolfgang (Hrsg.); Literarischer Verein der Pfalz, Martha Saalfeld 1898 – 1976. Dokumente und Materialien, Landau in der Pfalz 1986, S. 53). Sie war zudem Mitglied des PEN-Clubs und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.
Als Künstlerehepaar pflegten Martha Saalfeld und Werner vom Scheidt regelmäßig Kontakt zu Bekanntheiten wie Thomas Mann, Stefan Zweig, Kasimir Edschmid, Oskar Loerke, Ina Seidel, Elisabeth Langgässer, Marie Luise Kaschnitz, Max Hermann-Neiße, Karl Krolow, Werner Helwig. Saalfeld entwickelte tiefe Freundschaften mit Luise Croissant (Gattin des Kunstmalers Hermann Croissants) und Autoren wie Hermann Hesse brachten ihre Wertschätzung und Anerkennung gegenüber Martha Saalfelds Werken öffentlich zum Ausdruck.
„Später wird man sich auch mancher Dichter erinnern, deren Schicksal es war, in dieser irrsinnigen Zeit, diesem irrsinnigen tod- kranken Deutschland einsam und unverstanden ihre schönen Dichtungen geschrieben zu haben und unter ihnen wird man auch Martha Saalfeld nennen, weil ihre Gedichte wirkliche Dichtungen sind. Sie schweben wirklich wie jede echte Dichtung zwischen zwei Polen, sind Weg und Schwingung zwischen Erlebnis und Form.“ (Hermann Hesse)
Die letzten Lebensjahre verbrachten Martha Saalfeld mit ihrem Ehemann in Bad Bergzabern. Dort lebten sie in einfachen Verhältnissen und versuchten sich weiterhin ihr tägliches Brot zu verdienen. Sie fand ihre Zuflucht aus dem Alltag in ihrem Garten. 1976 starb Martha Saalfeld im Beisein ihres Ehemannes in Bad Bergzabern. Ihr Grab liegt in Landau in der Pfalz – ihrer Heimat (vgl. ebd. S. 9ff.)
Saalfelds Gedichte
Martha Saalfeld schrieb in ihrem Leben viele Gedichte. Schon früh verarbeitete sie darin nach eigenen Angaben den Tod, mit dem sie, ab dem Zeitpunkt als ihre Mutter verstarb, immer wieder konfrontiert wurde (vgl. Diehl, Wolfgang (Hrsg.), Martha Saalfeld 1898 – 1976, Landau in der Pfalz 1986, S. 84). In Sonetten und Gedichten verschmelzen detaillierte und liebevolle Beobachtungen der Natur mit tiefgründigeren Themen zu poetischen Bildern. Aufgrund des immer wiederkehrenden Naturmotivs wird sie allem voran als Naturlyrikerin eingeordnet.
Im Rahmen dieses Beitrags können bei Weitem nicht alle Gedichte genauer untersucht werden. Daher wurde zunächst eine Einteilung in die Gedichte vor und nach dem Schreibverbot im Dritten Reich vorgenommen. Sowohl für die Zeit vor dem Schreibverbot als auch für die Zeit nach dem Schreibverbot wurden je zwei Gedichte ausgewählt, die einen möglichst umfassenden Einblick über Themen, die Martha Saalfeld beschäftigten, sowie ihren Schreibstil geben sollen. In chronologischer Reihenfolge sollen sie in gewisser Weise repräsentativ für all ihre Gedichte stehen.
Frühe Gedichte vor dem Schreibverbot
Das erste Gedicht entstand im Zeitraum von 1924 bis 1927. Viele von Saalfelds Gedichte dieser Zeit wurden in deutschen Zeitungen veröffentlicht und manche dienten sogar zur Teilnahme am Lyrik-Wettbewerb des Fischer Verlags (Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Die Gedichte, Blieskastel 1998 (Werkausgabe Band I), S. 52). In Saalfelds ersten Gedichten vermischen sich inspiriert durch ihr Studium in Heidelberg philosophische Themen und Ansätze mit ihrer Liebe zur Natur in expressionistischem Stil (Die folgende Definition über den Expressionismus wurde folgender Quelle entnommen: vgl. Baumann, Barbara & Oberle Birgitta, Deutsche Literatur in Epochen, Ismaning 1985, S. 188-200.).
Die zarte und doch intensive, bildhafte Ausdrucksweise in Martha Saalfelds Gedichten soll am folgenden Gedicht über das subjektive Empfinden des Vergänglichen aufgezeigt werden.
Du sprichst so leise, sprichst gelind – Martha Saalfeld
Aus: Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Die Gedichte, Blieskastel 1998 (Werkausgabe Band I), S. 56
Du sprichst so leise, sprichst gelind
Und doch: mir stockt das Blut,
Du fragst nicht was die Freunde sind
Du redest sanft und schweifst im Wind
Und sagst du seist mir gut.
Ich will nicht glauben was du sagst
Das Herz ist mit so schwer –
Ach, daß du mich nicht laut verklagst
Und immer leiser nur verzagst –
Schon hör ich dich nicht mehr.
Ich hör dich nicht, ich seh dich nicht
Und weiß doch, du bist da.
Du bist im Dunkel, bist im Licht
Und dein vergehendes Gesicht
Ist mir noch immer nah.
Saalfeld verarbeitete, wie zu Beginn erwähnt, in vielen ihrer Gedichte den Tod. Wie im vorliegenden Gedicht, tat sie dies zum einen sehr subtil oder wie in den folgenden ausgewählten Gedichten deutlich wird, durch die Verwendung der Natur als Metapher für diese Vergänglichkeit des Lebens und die Grausamkeiten, die in der Natur und somit auch in der Natur des Menschen vorhanden sind. Liest man Saarfelds Gedichte, scheint es, als würden Bilder vor dem inneren Auge wie ein kleiner Film ablaufen. Die Kombination aus bildhafter Sprache und Enjambements (Enjambement: Rhetorisches Stilmittel; Übergreifen des Satzes in den nächsten Vers) lässt diesen Lese- und damit auch Gedankenfluss zu. Durch Ausrufe wie „Ach“ und das pointierte verwenden wehmütiger Worte wie „verklagen“, „verzagen“ tut Martha Saalfeld im Lyrischen Ich ihren emotionalen Ausbruch kund, der sich wie ein Schleier über die erzeugten Sprachbilder legt. Im Jahr 1931 wurden die „Gedichte“ publiziert. Darunter befand sich auch das nachfolgende Gedicht:
Kleines Tier auf einem Lampenschirm
Aus: Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Die Gedichte, Blieskastel 1998), S. 98
Das kleine Tier ist weit gelaufen – lohnt
das wohl der Mühe? Ach, in Kniff und Knick
und Linienwirrnis wächst im Missgeschick.
Es sucht etwas; es weiß nicht, wo es wohnt…
Sein Maß ist dieser Grat, den es ersteigt,
und dieses warme Tal ist sein Gefühl,
doch an den Rändern wird der Sommer kühl,
das Licht verliert sich, in die Welt geneigt…
Das kleine Tier ist traurig, doch es rastet
Nicht einen Augenblick; die vielen Füße
fasst es zusammen, und es rückt der Süße
des Lichtes nach; es zappelt und es hastet.
Schreit es vielleicht? Und wird man zu ihm dringen
Mit dreißigtausend Männern, welche singen?
Abermals gelingt es Martha Saalfeld durch ihren lockeren und durch Enjambements fließenden lyrischen Text mitten ins Geschehen einzutauchen. Deutlich sieht man ein kleines Tierchen vor sich, dass sich auf einem Lampenschirm abmüht. Das vorliegende Gedicht macht deutlich, mit welcher Aufmerksamkeit und Neugierde Martha Saalfeld ihre natürliche Umwelt um sich herum wahrgenommen haben muss. Sie schaffte es, selbst von den kleinsten Lebewesen ein exaktes mentales Bildnis zu erzeugen. Während schon die Leistung, diese detailreiche Beobachtungsgabe in Poesie zu fassen bemerkenswert ist, erwischt man sich als rezipierende Instanz zusätzlich dabei, sich mit ebendiesem kleinen Tierchen zu identifizieren – wie man so zappelt und hastet, um ein gesetztes Ziel zu erreichen, sich zu hinterfragen, ob es sich der Mühe lohnt und doch der süßen Belohnung immer weiter nachrückt, um endlich dort anzukommen, wo man sein will. Betrachtet man Martha Saalfelds Leben bis zu diesem Zeitpunkt der Publikation, lässt sich nicht vermeiden, auch ihre biografischen Eckdaten damit abzugleichen. Ist sie doch in der damaligen Zeit konstant am Zappeln und am Hasten, um ihren Erfolg als Schriftstellerin zu erreichen. Die letzten zwei Fragen des Gedichts scheinen eine weitere Problematik aufzudecken: Martha Saalfeld war in der damaligen Zeit eine der wenigen Frauen, die sich wagten, in einer bis Dato von Männern dominierten Branche Fuß fassen zu wollen. Die Frage „Und wird man zu ihm dringen Mit dreißigtausend Männern, welche singen?“ könnte darauf verweisen, wie klein, unscheinbar und ungehört sie sich damals neben all ihren Schriftstellerkollegen gefühlt haben muss. Sie gleicht Geschehnisse in der Natur mit dem menschlichen Dasein – ihrem subjektiven Dasein – ab. Dabei lenkt sie automatisch den Fokus auf die Natur, die wiederum als Metapher die eigenen Emotionen zum Ausdruck bringen. Sie schafft es, dass der/die Lesende sich mit der Natur identifiziert und sich in der Natur sieht. Damit schenkt sie der Natur Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, die vor allem im heutigen Zeitalter an Aktualität gewinnen.
Spätere Gedichte (nach dem Schreibverbot 1945-1976)
Während des NS-Regimes von 1933-1945 war der jungen Martha Saalfeld das Schreiben verboten. Nachdem jenes Schreibverbot ungültig gemacht wurde, erschien jedoch ein Werk nach dem nächsten (siehe Abbildung Lebensskala). Es zeigt sich, wie viel Ungesagtes sich in diesem Jahrzehnt der schriftstellerischen Zurückgezogenheit bei Saalfeld angestaut haben musste, wie viele Jahre ihr dadurch geraubt wurden, die sie hätten zu der Anerkennung führen können, die sie verdient hatte. Dass diese Zeit keineswegs spurlos an ihr vorbeiging und welche düsteren Zeiten die Schriftstellerin dabei durchlebt haben muss, spiegelt sich auch in den veröffentlichten Gedichten, die in den Folgejahren in Babenhausen, Wasserburg und Bad Bergzabern zwischen 1939 und 1950 verfasst wurden, wider. Der Tod, die Vergänglichkeit und die Grausamkeiten dieser Zeit finden sich in vieler jener Gedichte. Exemplarisch dafür soll das folgenden herangezogen werden:
Ende des Sommers
Aus: Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Die Gedichte, Blieskastel 1998), S. 156
Da kommt ein Tag da bist du ganz allein
In deinem dunklen Garten. Da verglüht
die Beere hochentzündet. Es verblüht
die Lilie und der Mond aus Elfenbein.
Schwarz quillt es aus der Erde, und es tropft
Wie Blut ins blanke Wasser, flockt wie Ruß –
Noch ist im starr gewordenen Staub ein Fuß
Der Erde eingeschrieben und es klopft
Ein Herz mit hartem Schlag – dein eignes, ach
Das unermüdliche. Nun lockt es nicht
Den sanften Gärtner. Er entwich ins Licht
Und nur die Rose atmet ihn noch schwach.
Die begangenen Gewalttaten versickern in der Natur, sie werden Eins mit ihr und sind nur noch bei genauem Hinsehen erkennbar. Alles in dem Gedicht erinnert an ein Schlachtfeld, das gleichzeitig zum Grab des „sanften Gärtners“ wird. Martha schafft es die Grausamkeiten des zweiten Weltkrieges subtil auf das Ende des Sommers zu übertragen: Wenn die letzten Blumen verblühen und die Bäume langsam anfangen, ihre Blätter abzuwerfen, die Tage immer kürzer werden und nach und nach die Kälte des Winters spürbar wird und die Natur in einen tiefen Schlaf versinkt und man sich fragt, wann endlich wieder Sommer ist.
In ihren späten Gedichten 1951-1975, Martha Saalfelds Schaffenszeit in Bad Bergzabern, scheint sie häufiger auf ihr Leben zurückzublicken. Dies wird vor allem durch ihre Romane, welche im Kapitel 5 dieser Hausarbeit genauer beleuchtet werden sollen, deutlich. Doch allem voran in einem ihrer Gedichte dieser Zeit verfasste sie eine kleine Liebeserklärung an ihre Heimat: Landau in der Pfalz.
Geliebte Stadt
Aus: Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Die Gedichte, Blieskastel 1998), S. 172
Wir spielten vor dem Sonnenangesicht
Des fremden Königs unser wildes Spiel.
Er war mit und – Freund oder Feind, gleichviel –
Wie Mirabellenhonig floß das Licht.
Wir wußten nichts von Haß. Die Süßigkeit
Der Gärtner füllte unsre Herzen und
Das blanke Auge und den roten Mund –
Wir waren wir zu lieben doch bereit!
Wir sahen die Vogesen pflaumenblau,
Im Park die Muschel tönte von Musik.
Uns hütet – o freundliches Geschick! –
Die schönste Stadt des Landes, Landes Au.
Martha Saalfeld blieb im Herzen immer mit ihrer Heimatstadt verbunden. Das Gedicht spiegelt wider, dass sie ihre „Geliebte Stadt“ als einen Ort der Hoffnung und der Sorglosigkeit betrachtete. Ein Ort, an dem Mensch und Natur Eins waren, wo die Natur den Menschen nährt, ohne ihre furchterregende, gewaltvolle und ungerechte Seite preiszugeben – einen Ort darstellt, den man Zuhause nennen kann.
Martha Saalfelds unbekannte Theaterstücke
Neben ihrer Lyrik schaffte es Martha Saalfeld zudem auch mit ihrem Talent als Dramatikerin zu begeistern. „Martha Saalfeld wird bestätigt, dass es ihr gelang, echte Menschen auf die Bühne zu stellen. Ganz deutlich blitzen damit wesentliche und elementare Grundsätze ihres gesamten Schaffens auf“ (Diehl, Wolfgang (Hrsg.), Martha Saalfeld 1898 – 1976, Landau in der Pfalz 1986, S. 65). 1932 veröffentlichte sie gleich zwei Dramen: „Beweis für Kleber“ (Saalfeld, Martha, Beweis für Kleber. Tragikomödie in 3 Akten, Berlin 1932) und „Staub aus der Sahara“ (Saalfeld, Martha, Staub aus der Sahara. Schauspiel in 3 Akten, Berlin 1932). Im Folgenden soll kurz umrissen werden, welche Themen in den jeweiligen Stücken angerissen wurden und welche Resonanzen dadurch evoziert wurden.
Beweis für Kleber (Theaterstück)
Die Tragikomödie „Beweis für Kleber“ in drei Akten wurde am 06.03.1932 im Nationaltheater Mannheim uraufgeführt und erfreute sich so großem Erfolg, dass weitere Aufführungen in Berlin und Freiburg folgten (vgl. Diehl, Wolfgang (Hrsg.), Martha Saalfeld 1898 – 1976, Landau in der Pfalz 1986, S. 97f.).
Das Kammerspiel handelt von einem zu Unrecht wegen Totschlag angeklagten jungen Mann namens Kleber, der nach Feststellung seiner Unschuld freigesprochen wird und zu seiner Familie zurückkehrt. Wieder zu Hause trifft er jedoch auf skeptische Gemüter, die seine Unschuld trotz Freispruch in Frage stellen. Das Stück steigert sich dahingehend, dass ihm nach dem Verschwinden des Zimmermädchens ein weiterer Totschlag unterstellt wird, den er ebenfalls nicht begangen hat. Die Skepsis und das Misstrauen, welche Klebers Mitmenschen nicht mehr abzulegen vermögen, treiben ihn zuletzt zu dem, was er eigentlich nicht war. Das Stück zeigt eindringlich, dass „das Kainszeichen dessen, der einmal wegen schwerer Anschuldigungen vor dem Richter stand, nicht wegzuwischen ist“ ( vgl. ebd., S. 103).
Martha Saalfeld beherrscht die Kunst, Figuren und Situationen präzise und allumfassend darzustellen. Ihr Streben danach, den Mensch in seiner Verletzlichkeit und seiner Abhängigkeit zu seinen Mitmenschen darzustellen, gelingt ihr dabei besonders gut. Das tragische Schicksal des jungen Klebers lässt die Rezipierenden die Ungerechtigkeit und Hilflosigkeit, derer er ausgesetzt ist, mitfühlen, während sie es dennoch schafft durch humorvolle Art und Weise die Atmosphäre zu lockern (vgl. ebd.). So wurde nach der Uraufführung berichtet: „Das Publikum der gestrigen Uraufführung entschied sich in der Hauptsache für das Lachen. Mag dabei das Anrecht des Tragischen ein wenig zu kurz gekommen sein, so lag in diesem Lachreiz, selbst wenn er sich nicht immer an der richtigen Stelle meldete, ein Beweis für das dramatische Können der Dichterin.“ (ebd., S. 106).
Neben dem Lob von Thomas Mann, der ihr Manuskript als „kecke psychologische Studie“
(ebd. S. 96) beschreibt und Max Hermann-Neiße, der vor allem das sprachliche „Mit- und Gegeneinanderspiel der Figuren“ positiv hervorhob (ebd.), erntete Martha auch darüber hinaus großes Lob. So schrieb die Neue Mannheimer Zeitung am 07.03.1932:
„Beweis für Kleber? Vor allem Beweis für Marta Saalfeld und die Kraft echter Dramatik, die zuweilen noch ein wenig ungeschlacht sein mag, aber überzeugt und damit wieder einmal an das Theater glauben läßt.“ (ebd., S. 107).
Staub aus der Sahara (Theaterstück)
Bei „Staub aus der Sahara“ handelt es sich ebenfalls um ein Kammerspiel in drei Akten. Das Stück kann thematisch dem Spätexpressionismus und sprachlich der neuen Sachlichkeit zugeordnet werden. (vgl. Diehl, Wolfgang (Hrsg.), Martha Saalfeld 1898 – 1976, Landau in der Pfalz 1986, S.149). Es geht um eine Frau und vier Männern, die gemeinsam in einem Raum eingeschlossen sind und glauben, einer Naturkatastrophe ausgesetzt zu sein. Das Stück spiegelt das industrielle Wachstum in seinen negativen Auswirkungen auf die Menschen und die Natur wider und hinterfragt die rasanten, durch den Menschen verursachten Entwicklungen in der Gesellschaft. Das gesellschaftskritische Stück wurde sodann im Dritten Reich als Affront aufgefasst und mit der Übernahme des NS-Regimes noch bevor es weite Kreise ziehen konnte, im Keim erstickt (vgl. ebd., S. 46). Beide Stücke wurden wenige Wochen nach der Uraufführung von „Beweis für Kleber“ für die nächsten 12 Jahre aus dem Repertoire des deutschen Theaters verbannt und damit einhergehend auch der Ruhm und Erfolg Martha Saalfelds als Dramatikerin (vgl. ebd., S. 149).
Martha Saalfelds Romane
Wie Martha Saalfelds Ehemann Werner vom Scheidt verriet, musste die Schriftstellerin die Herangehensweise, um längere Prosa-Texte zu verfassen, erst Schritt für Schritt erlernen. So nahm sie sich für den Prozess der Recherche und das Verfassen ihrer Romane zunächst lange Zeit (vgl. Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Zwei Romane. Judengasse, Isi oder die Gerechtigkeit, Blieskastel 2001 (Werkausgabe in Einzelbändern), S. 343). Doch schaffte sie es sodann, innerhalb von 16 Jahren (1954-1970) alle ihrer fünf Romane zu publizieren, was abermals ihren Ehrgeiz und ihre Willenskraft unterstreicht (Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Werkausgabe. Pan ging vorüber. Anna Morgana, Mann im Mond, Blieskastel 2001 (Werkausgabe, Band IV)., S. 517 ).
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges erschienen zunächst die Romane „Pan ging vorüber“ (1954), „Anna Morgana“ (1956) und „Mann im Mond“ (1961) (ebd). Daraufhin folgten die beiden Romane „Judengasse“ (1965) und „Isi oder die Gerechtigkeit“ (1970) (Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Zwei Romane. Judengasse, Isi oder die Gerechtigkeit, Blieskastel 2001 (Werkausgabe in Einzelbändern). Die gesellschaftskritischen Werke sind zum einen stark autobiografisch beeinflusst, zum anderen wird – vor allem in den letzten beiden Romanen – das Thema Antisemitismus und Judenverfolgung intensiv beleuchtet. Martha Saalfeld hatte seit ihrer Kindheit jüdische Freunde und nahm antisemitische Entwicklungen der Gesellschaft auf sensible Art und Weise wahr und kritisierte schon in ihren frühen Werken diese politisch-gesellschaftlichen Dynamiken. Von Anfang an schlug sie sich auf die Seite der Schwächeren und versuchte in ihren Werken subtil den Rücken jener zu stärken. Von Roman zu Roman wird Saalfeld immer gesellschaftskritischer. Ihre präzise Beobachtungsgabe, ihr visionäres Auffassungsvermögen sowie ihre weiterhin lyrische Sprache ermöglichten ihr, das Zeitgeschehen verschlüsselt und dennoch konkreter sichtbar werden zu lassen (Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Werkausgabe. Pan ging vorüber. Anna Morgana, Mann im Mond, Blieskastel 2001 (Werkausgabe, Band IV)., S. 518).
Die autobiografischen Anteile sind klar erkennbar. So handelt es sich bei der besagten kleinen Stadt des Romans „Judengasse“, als auch im Roman „Isi oder die Gerechtigkeit“ um ihre geliebte Heimatstadt Landau und auch der Roman „Anna Morgana“ lässt sich ohne Zweifel auf Martha Saalfelds Tätigkeiten als Apothekenhelferin zurückführen (vgl. Diehl, Wolfgang (Hrsg.), Martha Saalfeld 1898 – 1976, Landau in der Pfalz 1986, S. 51).
„In ihren Romanen ist M. Saalfeld persönlich, als agierende Person in ihrem ganzen Wesen präsent, hat darin ihre Botschaft übergebracht: die Botschaft zur Bewahrung der Natur − lang vor den Grünen und bevor der Natur- und Umweltschutz propagiert wurde −, ihre Botschaft zur Mitmenschlichkeit, zu unantastbaren Menschenwürde, ohne alle Selbstgerechtigkeit. Martha Saalfeld überzeugt mit der sanften Gewalt ihrer Sprache. Das ist die Aktualität von M. Saalfeld, ihr Vermächtnis.“(Roland, Berthold, Ein – Blicke, Wildflecken 2019, S. 107f. )
Martha Saalfelds Prosa wird oft wegen ihres lyrischen Charakters gelobt, so erinnern die rhythmischen Sätze in ihrem Erzählstil stark an ihre Lyrik. Zusätzlich lassen sich in den zahlreichen Dialogen ihrer Romane auch Elemente ihrer Theaterstücke erkennen (vgl. ebd., S. 348).
Saalfelds Romane feierten kleinere Erfolge und brachten ihr auch den ein oder andern Literaturpreis ein. Dennoch blieb der große Durchbruch als Schriftstellerin aus. Die 12 Jahre des Schreibverbots haben ihr die besten und kräftereichsten Jahre geraubt, zu ihrem Lebensstil in Stille und Zurückgezogenheit beigetragen und sie mit großer Gewissheit einiges an Optimismus und Durchhaltevermögen haben einbüßen lassen (vgl. ebd.).
Aspekte der Persönlichkeit von Martha Saalfelds
Martha Saalfeld war eine starke Frau, die ihr Leben lang für ihren Traum schuftete. Sie feierte schon früh erste Erfolge als Poetin, Theaterstück- und Romanautorin. Ihr Gedichte und Kurzgeschichten wurden in lokalen Zeitungen gedruckt, ihr Theaterstücke mit Erfolg am Theater präsentiert. Wie weit hätte sie kommen können, wenn ihr ihm zweiten Weltkrieg nicht alles genommen worden wäre? Seelisch wie wirtschaftlich wurde sie einem Leben in Ruhm und Anerkennung beraubt. „Martha Saalfeld war, gewiss auch durch die äußeren Umstände bedingt, ein manchmal schwieriger Mensch, der gutgemeinte „Hilfen“ zurückweisen musste, um seine Selbstachtung und Würde zu bewahren.“ (vgl. Diehl, Wolfgang (Hrsg.), Martha Saalfeld 1898 – 1976, Landau in der Pfalz 1986, S. 10) Auch wenn ihre Kollegin Elisabeth Langgässer sie wertschätzend als „scheue pfälzische Sappho“ (ebd., S. 134) bezeichnet, kann über Martha Saalfeld gesagt werden, dass sie eine stolze Frau war, die ihre Meinung nicht zurückhalten wollte und sich auch nicht davor scheute Ärgernis entgegengesetzter Parteien auf sich zu ziehen (vgl. ebd., S. 10). Auch die Tatsache, dass sie es schaffte in der damaligen Zeit die Wertschätzung und das Lob ihrer männlichen Kollegen zu gewinnen und als eine von jenen anerkannt zu werden, zeigt wie passioniert, ehrgeizig und kraftvoll sie in ihrer Arbeit voranschritt, um sich in einer so männlich besetzten Domäne behaupten zu wollen und zu können. So schrieb Hermann Hesse 1947:
„Ich liebe und verehre an allen Ihren Arbeiten die Ruhe, Treue und Unbeirrbarkeit, mit der Sie die Gebilde der Natur darstellen, es atmet Liebe und Weisheit daraus, und diese Liebe, diese Treue, diese dankbare und ehrfürchtige Betrachtung der Natur scheint mir ein hohes und edles Gut, eines, das die heutigen Menschen zu verlieren im Begriffe sind.“ (Roland, Berthold, Ein – Blicke, Wildflecken 2019, S. 42).1
Die erschwerenden Umstände ihrer Zeit führten dazu, dass Martha Saalfeld einen hohen Anspruch an sich selbst hatte. Sie habe wohl vieles, was ihren eigenen Ansprüchen nicht genügte, verworfen (Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Die Gedichte, Blieskastel 1998, S. 12). Trotz der perfektionistischen und hochwertigen literarischen Vielfalt, die sie erschuf, war sie gezwungen ein Leben in Stille und Zurückgezogenheit zu leben. Die viele Enttäuschungen und Schicksalsschläge prägten Saalfeld und damit auch die Literatur, die sie erschuf. So zeigt sich in ihren Texten, wenn auch unmerklich, immer wieder die Melancholie und Trauer, die diese selbstbewusste Frau in sich trug – ihre Sehnsucht danach, ihre Gedanken, Worte und Werke mit dem Rest der Welt zu teilen (vgl. Diehl, Wolfgang (Hrsg.), Martha Saalfeld 1898 – 1976, Landau in der Pfalz 1986, S. 10ff.).
Abschließende Überlegungen
In einer Gesamtbetrachtung ist es mehr als zulässig, Martha Saalfeld als ein Multitalent in jeder literarischen Gattung zu beschreiben. Sie wusste zu begeistern, zum Lachen zu bringen und zu berühren. Subtil ließ sie ihren Standpunkt zur Welt in poetische Bilder einfließen und rief durch ihre Werke mehr Rücksicht und Wertschätzung gegenüber der Natur in all ihren Details und Einzigartigkeiten hervor. Damit setzte sie eine wichtige Botschaft, die heute aktueller und wichtiger denn je ist: Wir müssen die Ressourcen der Natur schützen und behutsamer in unserem menschlichen Dasein werden – immerhin sind wir nur zu Gast auf dieser Welt. Martha Saalfeld war ihrer Zeit voraus und die beständige Aktualität ihrer Botschaften unterstreicht abermals, dass sie keineswegs in Vergessenheit geraten sollte.
Diesem Vergessensprozess wirkt das ZKW (Zentrum für Kultur und Wissenschaft/ Darstellendes Spiel) in Landau unter der Leitung von Prof. Dr. Anja Ohmer mit aller Kraft entgegen. So wurde Anfang des Jahres 2023 der Startschuss für eine intensive Bewahrungsarbeit von Martha Saalfelds kulturellem Erbe gegeben. Anlass war der 125. Geburtstag der Landauer Schriftstellerin. In einem gespielten Tischgespräch wurde am 15.01.2023 durch zwei Absolvent:innen im Fach Darstellendes Spiel Saalfelds Leben skizziert und ein Einblick in ihr Schaffen gegeben. Ende Juli folgte eine Lesung in den Landauer Weinbergen, um ihre Lyrik und Prosa in der Natur ihrer Heimat wiederzuentdecken. Anfang September des Jahres 2023 setzten sich zwei weitere Absolventinnen des Faches Darstellendes Spiel mit ihren Romanen auseinander und verarbeiteten diese in Monologe, die als szenische Lesung in der Katharinenkapelle in Landau dargeboten wurden (https://rptu.de/zkw/martha-saalfeld-forschungsstelle (zuletzt 24.09.2023). Es folgten viele weitere szenische Lesungen und künstlerische Projekte, die sich mit Martha Saalfeld auseinandersetzen.
Die bestehende Aktualität Saalfelds literarischen Schaffens ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung und Neuinterpretation ihrer Werke. Ziel des ZKW ist es, die Erinnerung an Martha Saalfeld auch in Zukunft durch solche Veranstaltungen in unserer Gesellschaft lebendig zu halten. Ein großes Potenzial verbirgt sich neben den etwas bekannteren Gedichten und Romanen in ihren Theaterstücken, die nach wie vor nichts an Aktualität eingebüßt haben und gewiss auch in der heutigen Zeit wieder begeistern würden.
Literaturverzeichnis
Baumann, Barbara & Oberle Birgitta, Deutsche Literatur in Epochen, Ismaning 1985.
Diehl, Wolfgang (Hrsg.); Literarischer Verein der Pfalz, Martha Saalfeld 1898 – 1976. Dokumente und Materialien, Landau in der Pfalz 1986.
Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Die Gedichte, Blieskastel 1998 (Werkausgabe Band I).
Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Werkausgabe. Pan ging vorüber. Anna Morgana, Mann im Mond, Blieskastel 2001 (Werkausgabe, Band IV).
Roland, Berthold (Hrsg.); Saalfeld, Martha, Martha Saalfeld. Zwei Romane. Judengasse, Isi oder die Gerechtigkeit, Blieskastel 2001 (Werkausgabe in Einzelbändern).
Roland, Berthold, Ein – Blicke, Wildflecken 2019.
Saalfeld, Martha, Beweis für Kleber. Tragikomödie in 3 Akten, Berlin 1932.
Saalfeld, Martha, Staub aus der Sahara. Schauspiel in 3 Akten, Berlin 1932.
Saalfeld, Martha, Herbstmond. Gedichte, München, Wien, Basel 1958.