Mediation
Forschung entsteht selten durch einzelne Personen – sie ist oft das Ergebnis von Kooperationen, Teamarbeit und kollektivem Wissenstransfer. Im wissenschaftlichen Alltag spielen daher Führungsstrukturen, Machtverhältnisse sowie die Qualität der Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle. Eine vertrauensvolle und transparente Kommunikation, klare Rollenverteilungen sowie Offenheit für neue Perspektiven und Kompromisse sind Grundvoraussetzungen für nachhaltige Forschungskooperationen. Unterschiedliche Erwartungen bezüglich Projektzielen, Ressourcenverteilung oder Autorenschaft bergen jedoch Konfliktpotenziale und beeinträchtigen, wenn nicht adressiert, Forschungsqualität, Teamdynamik und individuelle Arbeitszufriedenheit – mit möglichen Auswirkungen auf die mentale Gesundheit der Wissenschaftler:innen.
In unserem Coachingangebot unterstützen wir Wissenschaftler:innen dabei, Konflikte frühzeitig zu erkennen und selbstständig zu bewältigen. Sie fördert ein konstruktives Dialogverhalten sowie gegenseitiges Verständnis und unterstützt die Wahrung akademischer Integrität. Durch eine neutrale und professionelle Begleitung können alle Beteiligten nachhaltige Lösungen entwickeln und aus der Konfliktsituation wachsen. Wenn sie einen Konflikt oder auch nur hohes Konfliktpotential sehen, wenden Sie sich gerne an uns. Konflikte können in einem frühen Stadium leichter gelöst oder durch präventive Maßnahmen ganz verhindert werden.
Mögliche Themen
- Autorenschaft bei Publikationen oder Drittmittelanträgen
- Weisungsbefugnis/Aufgabenerfüllen zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden
- Abhängigkeitsverhältnisse und Machtmissbrauch
- Erwartungsmanagement in Forschungskooperationen
- Verteilung von Ressourcen, z.B. finanzieller Mittel, Arbeitsstunden, Geräte
- Unterschiedliche Einstellungen zu Forschungsmethoden und -ethik
- Interkulturelle Kommunikation und fachliche Kulturunterschiede
- Generationenkonflikte
- Diskriminierung
Voraussetzungen
- Beide Konfliktparteien stimmen einer Mediation zu.
- Beide Konfliktparteien sind an einer Lösung interessiert und bringen eine Lösungsoffenheit mit.
- Die Mediation ist ein geschützter Raum, indem sich alle Teilnehmenden der Vertraulichkeit verpflichten
Die Mediation ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden. Das stellt sicher, dass nur Lösungen vereinbart werden können, mit denen beide Seiten zufrieden sind. Die Win-Win Lösung ist dabei immer das Ziel einer Mediation (die in ca. 80% der Fälle auch erreicht wird.)
Mögliche Ziele
Wichtig: Sie definieren das Ziel gemeinsam
- Förderung von gegenseitigem Verständnis und Kommunikation
- Konsensfindung und nachhaltige Lösungssuche
- Wahrung der akademischen Integrität und des wissenschaftlichen Ansehens
- Erhalt oder Wiederherstellung von Beziehungen und Zusammenarbeit
- Prävention weiterer Konflikte und Aufbau einer konfliktkompetenten Kultur
- Schutz der psychischen Gesundheit und Reduktion von Belastung
- Transparenz und Gerechtigkeit
- Vermeidung von Eskalation und rechtlichen Konsequenzen
Umfang und Ablauf
- Pro Qualifizierungsstufe[1] an der RPTU ermöglichen wir schnell und unkompliziert 3 Stunden Mediation. Beim Wechsel von einer Stufe in die nächste (z.B. nach der Promotion), werden die Stunden nicht mitgenommen oder addiert. Es stehen immer nur 3 Stunden zur Verfügung. Über die Stunden kann in Absprache mit den Mediator:innen frei verfügt werden (z.B. zwei mal 90 Min.). Nicht benötigte Stunden bleiben innerhalb der Qualifizierungsphase für spätere Zeitpunkte und auch andere Konflikte verfügbar.
- Für die meisten Anliegen sind 3 Stunden ausreichend. Sollten trotzdem einmal mehr Stunden oder die Bearbeitung eines weiteren Konflikts notwendig sein, versuchen wir auch das zu ermöglichen. In diesem Fall füllen Sie bitte das „Mediationsmotivation“-Formular aus und senden es an: zgapl-coaching[at]rptu.de. Das Postfach wird von Dr. Caroline Marker, Lena Getto und Megan Benoit-Gärtner betreut.
* Stufe 1: Promovierende, Stufe 2: befristet angestellte Postdocs, Stufe 3: entfristete wissenschaftliche Mitarbeitende, Juniorprofessor:innen, Tenure-Track-Professor:innen, Nachwuchsgruppenleitende und W2-Professor:innen, Stufe 4: W3-Professor:innen