Pan ging vorüber
Ausgabe: Martha Saalfeld (1954): Pan ging vorüber. Kurt Desch Verlag: München.
Kurzfassung des Inhalts:
"Pan ging vorüber" ist ein Roman von Martha Saalfeld, der die innere Reise und die Suche nach Identität und Sinn des Lebens thematisiert. Die Geschichte folgt der Protagonistin Bettina, die in einer ländlichen Umgebung aufwächst und von ihrer Großmutter, Tante Barbara, betreut wird.
Bettina ist eine junge Frau, die in einem von Natur umgebenen, aber auch von gesellschaftlichen Erwartungen geprägten Umfeld lebt. Sie ist sensibel und kreativ, hat eine tiefe Verbindung zur Natur und ist von der Schönheit ihrer Umgebung fasziniert. Doch gleichzeitig fühlt sie sich von den Konventionen und Erwartungen der Gesellschaft erdrückt, was zu inneren Konflikten führt.
Im Verlauf der Geschichte wird Bettina mit verschiedenen Charakteren konfrontiert, die unterschiedliche Lebensansichten und Perspektiven repräsentieren. Diese Begegnungen sind entscheidend für ihre persönliche Entwicklung. Sie trifft auf Menschen, die ihr helfen, ihre eigenen Wünsche und Träume zu erkennen, aber auch auf solche, die sie in ihrer Unsicherheit bestärken.
Ein zentrales Thema des Romans ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Bettina kämpft mit den Erwartungen, die an sie gestellt werden, und den inneren Dämonen, die sie plagen. Sie fragt sich, wer sie wirklich ist und was sie im Leben erreichen möchte. Diese Suche nach Identität wird durch ihre Beziehungen zu anderen Menschen und ihre Erfahrungen in der Natur verstärkt.
Die Beziehung zu ihrer Großmutter, Tante Barbara, spielt eine wichtige Rolle in Bettinas Leben. Barbara ist eine starke, aber auch strenge Figur, die Bettina sowohl unterstützt als auch einschränkt. Ihre Gespräche und Interaktionen sind oft von Spannungen geprägt, da Bettina versucht, ihren eigenen Weg zu finden, während Barbara an traditionellen Werten festhält.
Im Laufe der Geschichte wird Bettina zunehmend selbstbewusster und beginnt, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Sie erkennt, dass sie nicht allein ist und dass es andere gibt, die ähnliche Kämpfe durchleben. Diese Erkenntnis führt zu einer tiefen Verbindung mit der Welt um sie herum und zu einem besseren Verständnis ihrer selbst.
Der Roman behandelt auch Themen wie Verlust, Trauer und die Vergänglichkeit des Lebens. Bettina muss sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen und lernen, dass Veränderungen Teil des Lebens sind. Diese Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hilft ihr, sich von alten Mustern zu befreien und einen neuen Lebensweg einzuschlagen.
Der Roman endet durchaus hoffnungsvoll: Bettina erkennt, dass das Leben voller Möglichkeiten ist und dass sie die Kraft hat, ihren eigenen Weg zu wählen. Die Reise zur Selbstfindung ist nicht einfach, aber sie ist notwendig, um ein erfülltes Leben zu führen. Sie lernt, dass sie ihre Träume verfolgen kann, ohne sich von den Erwartungen anderer einschränken zu lassen.
Detaillierte Szenenzusammenfassung
Szene 1:
Ort: Vor der Jugendstilvilla und im angrenzenden „Wald“ und Garten
Bettina, eine jugendliche Frauengestalt, trifft an einer Jugendstilvilla, die sie aus Kindheitstagen kennt, ein. Sie setzt sich auf die Sandsteintreppe vor der Villa, in der früher zwei ledige Großtanten lebten und beobachtet Pflanzen und Tiere, die magisch, mystisch interpretiert werden. “Das winzige Dröhnen (der Bienen) schien ständig zu wachsen. Schließlich war es wie eine dunkle Drohung“ (S.5).
„Welch ein dunkler, seltsamer Garten! Jeder Zauber war möglich (…)“ (S. 7).
Sie weiß um die für sie gezwungene Situation, in der sie sich befindet, denn sie musste „dem Ruf der Tante Folge leisten (S.8).“ Sie selbst ist mittellos und darauf angewiesen, durch die Pflege ihrer Großtante Barbara ein Dach über dem Kopf zu haben.
Im ersten Stock der Villa wird das Ehepaar Moll, das hier zur Miete wohnt, auf sie aufmerksam. Ein kurzes unfreundliches Gespräch, „man müsste nach ihm schießen“ (S. 9) mit der selbstbewussten Bettina endet in Stille. Die junge Frau in ihrem „weißen Kleid aus billigem Panamastoff“ mit weißen „Sandalen, die im Zustand der Auflösung“ (S. 10) sind, übersteigt den Zaun, der die Villa umsäumt und spaziert durch zwei kleine Pforten. Sie fühlt sich zuerst wie in einem „Wald“ (S. 10), trifft auf Bäume, Sträucher und eine Amsel, „die alles weiß“ (S.11), sie fühlt, dass ihr „Herz war voll Liebe und Überschwang“ (S. 11) überläuft angesichts der singenden Nachtigall. Sie ist 20 Jahre alt und empfindsam für alles, was ihr begegnet, sie spricht mit den Tieren, sie vergleicht winzige Eiben mit „kleinen Mädchen“ (S. 11).
Bettina durchschreitet die 2 Pforten und kommt vom Wald in „das Innere des Heiligtums“ (S. 11). Sie ist eingetreten in einen Garten mit Mirabellen-, Apfel-, Nuss- und Zwetschgenbäumen, Bohnen –, Möhren- und Johannisbeergewächsen. Hier trifft sie auf die freundliche Greisin Barbara, mit „zärtlichen Klang“ (S. 16) in der Stimme, ihre Großtante, die über die Ähnlichkeit Bettinas mit ihrer Verwandtschaft spricht. Die Großtante mit Pantöffelchen aus grünem Filz ist trotz ihres Alters stolz, viel selbst in ihrem Garten bewältigen zu können, achtet aber auch tadelnd auf den „Anstandsunterrock“, der bei Bettina zu ihrem Entsetzen fehlt. Bettina fühlt sich durch den „Eingang für Lieferanten“ mit Fenster, „ein rundes, aufmerksames Auge, das mit einem kleinen Vorhang wie mit einem Lid geschlossen war“ (S.16), an ihre Kindheit hier in diesem Hause erinnert. Die Tanten hatten damals ausschließlich diesen Eingang genutzt.
Szene 2:
Ort: In der Jugendstilvilla, obere Wohnung
Bettina und ihre Großtante betreten die obere Wohnung und finden in „Staub und Moder“ ein Erkerzimmer vor, dessen Fläche mit Möbeln und anderen „kuriose Dingen“ (S. 18) baufällig und völlig überfüllt anzusehen ist. Der Blick aus dem Fenster zeigt ein ähnlich gebautes Nachbarhaus, aber im Gegensatz zu dieser Villa gepflegt mit Bassin im Garten und Dienstmagd.
Das von der Großtante Barbara vorgeführte Zimmer für Bettina, das der anderen Großtante Sabine gehört hatte, ist abschreckend und die Frage nach Zeugnissen bleibt Bettina bis auf Erwähnung eines Abgangszeugnisses schuldig. Bettina fühlt sich in dem Zimmer wie in einem „Käfig“ (S. 21) und macht deutlich, dass Garten und Dach wohl eher ihr zukünftiges Zuhause sein werden. Sie putzt alles, so gut sie kann, ärgert Herrn Moll, der unten aus dem Fenster neugierig schaut und wird sich beim Blick in den Garten der Schönheit der Natur erneut bewusst.
Szene 3:
Ort: Küche
Bettina lässt sich von der Großtante „ihre Schätze“ (S. 24) zeigen: Eingemachte Lebensmittel aus der Kriegs- und Nachkriegszeit. Alles ist verstaubt, die Decke zeigt feuchte Flecken und Barbara erzählt, dass sie auf diese Nahrungsmittel zurückgreifen muss, da ihr das Geld fehlt. Darüber hinaus erklärt sie nun Bettina zur Pflegerin des Gartens. Bettina hört vom Schornsteinfeger und seinen Kaufabsichten und der klaren Aussage der Tante zu einem eventuellen Mann: „Du kannst zwischen ihm und dem Garten wählen“ (S. 26).
Szene 4:
Ort: Garten
Bettina – ganz naturverbunden - betrachtet das Leben in „ihrem“ Garten, die Wühlmäuse, mit denen man einen „Pakt“ schließen muss; den Bienen und Vögeln erhält sie die Lebensräume. Sie weiß um die Schlange im Schilf und den Eisenhut, der „wie ein Bote plötzlich dasteht in einem großen Spiel.“ Er steht da „wie ein dunkler, schrecklicher Bote des Kriegs, mitten im Scheinfrieden der Natur. Über den Garten (ziehen) die Bomber der Besatzungsarmee“ (S. 28). Sie empfindet mit jedem Tier, das sie sieht, das „Gezappel der Ameisen, das furchtbare Netz der Spinne (…)“, Bettina reißt sich empor und zerschmettert „mit einem Stein Schnecke und Frosch (…)“, da die Schnecke den Frosch „bei lebendigem Leib aufzufressen begonnen hatte“ (S. 28). Sie beobachtet die Winzer in den Weinbergen oberhalb des Gartens und auf einmal kommt „aus dem Laubwald über den Weinbergen der bocksfüßige Gott, angelockt von den seltsamen Bäumen, die anders waren als die Bäume in seinem Wald (…)“, „wenn niemand die Anwesenheit Pans hätte überzeugen mögen, so doch der am hellen Mittag aufschluchzende Vogel (Nachtigall)“ (S.29).
Als die Männer den Wingert verlassen, sieht Bettina einen halbnackten blondbärtigen Mann – sie winken sich gegenseitig zu. Er wird sie in Gedanken noch weiter positiv beschäftigen.
Szene 5:
Ort: Speicher der Jugendstilvilla
Bettina nimmt auch hier den Zahn der Zeit wahr, „die harzigen Tränen entquollen dem Holz“, „der Totenwurm tickte, winzige Stimme der Stille“ (S. 30). Sie öffnet Koffer und Truhen, findet alte und v.a. vermottete Dinge und nimmt eine eigene Kammer mit richtigem Fenster wahr, das den Blick in den Garten freigibt. Hier liest sie ihre eigenen Bücher, die sie mitgebracht hat und von „der Glut der anderen“ (S. 31) angesteckt, verliebt sie sich im Nachhinein in den Mann mit dem blonden Bart. Der Fund eines Ankers zeigt ihr, dass sie hier ihren Platz gefunden hat, dass sie den Blick auf die finanziellen Sorgen des Hauses richten muss und Gedichte/Liebesgedichte schreibt in der Hoffnung, damit vielleicht ein bisschen Geld zu verdienen. „Wie einsam bin ich (…), ich schreibe Liebesgedichte, wer aber liebt mich?“ (S. 33)
Ein junger Schornsteinfeger erscheint – ein wenig magisch, symbolhaft – dem schwarze Mohnsamen, getrocknete Heuschrecken und „blühender Mauerpfeffer“, wie er auf den Dächern wächst, aus der Tasche fallen (S. 34-35). Er hält Bettina innerlich gefangen, es erscheinen unzählige Spinnen und Spinnenweben, die zum Vorschein kommen und ihre Beute über Bettinas Kopf fallen lassen, als der fremde schwarze Mann dann am Kamin arbeitet und über das Dach entschwindet.
Szene 6:
Ort: Erker
Bettina und Großtante Barbara, im Erker sitzend, betrachten zwei Damen im Nachbargarten. Angelockt durch die Heiterkeit der sich Sonnenden und Badenden erzählt die Großtante aus ihrer Kindheit. Bettina hört von „heißen Sommern, vom „bittern Winter“ (S. 38), vom „schrecklichsten aller Kriege“; wegen eines Steins vor dem Hause alles mit dem Zug verlassen haben zu müssen, daran erinnert sich Barbara, „ brennende Städte“ (S.38), weinende Menschen. Aber alles in allem: „Es war überwältigend schön“ (S.39).
Barbara erzählt von vielen Verwandten, von einem Urgroßvater, der seine tote Ehefrau Anna-Elisabeth, wiedersieht, die er einst aus dem Hause geworfen hatte wegen des Verdachts der Untreue. Bettinas Phantasie wird angeregt, sie will mehr erfahren. Aber die Großtante erzählt von einem Dieb, der den beiden Großtanten im Rahmen ihrer Zugfahrt den Koffer mit all ihren Habseligkeiten stahl, wertvolle Kostbarkeiten, u.a. ein Bild Anna-Elisabeths. Barbara entdeckt am Ende ihrer Erzählungen diese Anna-Elisabeth in Bettinas Gesicht. Mit Aussprechen des Namens scheint es Bettina, als sei ein Theater in die Wirklichkeit gebaut. „Der Vorhang hob sich“ (S. 43). Die Natur verändert sich im Garten und aus den Büschen erscheint Anna-Elisabeth, mit dem Puder der Schmetterlingsflügel bestreut. Dass sie, Anna-Elisabeth, nun auf der geisterhaften Bühne blühen durfte, „das hatte seinen Grund einzig in Bettinas zitterndem Verlangen, der Schönheit teilhaftig zu sein“ (S.45). Durch ein seitliches Erkerfenster sieht Bettina eine weitere Szene vor sich, ein Wingert und inmitten ein kleines Haus mit grünen Läden. Hier wohnt Bacchus, den Großtante Sabine eines Tages mit einem Schirm verdrosch.
Szene 7:
Garten
Bettina versucht die Schlange herauszulocken, die im Garten lebt. Sie zitiert ihre Gedichte, die sie geschrieben und noch vollständig rezitieren kann. Die Schlange zeigt sich nicht; Bettina philosophiert darüber. Sie liest und dann entdeckt sie den Kurgast außerhalb des Gartens, den sie schon einmal irgendwo gesehen hatte. „Silberhorn“ mit der weißen Strähne (S. 51) tadelt Bettina wegen loser Blätter, auf dem Tisch flatternd, auf denen Gedichte stehen und von denen er eines gefunden und versucht hatte, es wieder im Haus bei Herrn Moll abzugeben. Dies war misslungen. Bettina gibt zu, die Liebesgedichte geschrieben zu haben, erklärt aber schnell den Inhalt ins Reich der Phantasie. Der Fremde betritt den Garten, dieser scheint beim Eintritt des Fremden mit seinen Gewächsen zu erschauern und „Erde fällt auf das glühende Herz“ (S. 53).
Joan Paul Lang stellt sich vor, ebenfalls Dichter, und bietet an, Bettinas Gedichte in einer Zeitschrift unterzubringen. Er gebärdet sich wie ein kleiner „Casanova“ (S. 58): Gedichte in der Zeitschrift…im Gegenzug den leidenschaftlichen „Funken“ in Bettinas Augen, den es „zu schüren“ gilt (S. 56). Bettina aber „führte ihn einem unbestimmtem, über die Maßen locken-dem Ziel entgegen. In den Büschen lauerte Tod und Verderben (…)“, „die Spiräen sperrten den Weg“ (S. 65). Die Schlange wird plötzlich sichtbar und ist scheinbar empört über das Eindringen der Menschen in ihr Reich.
Szene 8:
Ort: Herrn Molls Wohnung
Herr Moll präsentiert Bettina unter dem Vorwand, genaueres über Joan Paul Lang zu wissen, seine Wohnung inclusive Afrikazimmer. Er erklärt ausladend, welche wichtigen Aufgaben er für die Gemeinde übernommen hat, wie den Verkehrsverein usw.
Er erklärt den fremden Herrn zu einen Casanova, der 5 Bücher geschrieben hat; er musste sogar eines lesen. Es stellt sich heraus, dass Herr Moll eigene Ziele verfolgt, nämlich im Garten „Salat“ ziehen zu wollen (S. 58). Bettina gefällt dies gar nicht, zumal sie entdeckt hat, dass Herr Moll sich aus dem Garten bedient. Er hat sogar Pflanzen aus dem Gartenmüll geholt, den Bettina selbst produziert hatte. Bettina droht, dass im Garten eine Schlange sei, was Herrn Moll nicht im Geringsten beeindruckt. „Wir werden sie unschädlich machen“ (S. 58). Bettina verbietet Herrn Moll die Salatzucht solange, bis er das Buch des Herrn Lang herausrückt, um es selbst zu lesen. Darüber hinaus rät Bettina, im Garten grundsätzlich einen Hund zum Schutz mitzunehmen. Da Herr Moll bei jeder Gelegenheit freilaufende Hunde an die Leine nimmt, die er immer bei sich trägt, hat er oftmals ein Tier zur Verfügung zum Unwillen der Besitzer.
Szene 9:
Ort: Großtante Barbaras Zimmer
Bettina verkauft aus Notgründen, „man kann nicht immer von Beeren und Pudding leben“ (S. 62) Möbel aus Tante Barbaras Haus. Dafür bekommt sie von Bauern Lebensmittel wie Speck, Eier und Butter. Sogar vor dem türkischen Sofa, das einst Tante Sabine gehörte, macht sie nicht halt und bekommt dafür ein kleines Fässchen von dem Wein, den Tante Barbara so gerne trinkt. Barbara verdrängt diese neue Wirklichkeit leerer Stellen im Raum und benimmt sich, als seien sie noch da.
Szene 10:
Ort: Garten
Bettina hält im Garten sitzend einen Schlaf, der die Elemente der Wirklichkeit mit in einen verwirrenden Traum nimmt. So schleicht der „Tiger aus dem Schilf“ (eine Figur aus dem Afrikazimmer von Herrn Moll), „der Grüne“ erscheint und entlockt ihr im Schlaf wollüstige Momente. Bettina erwacht durch die Stimme eines schwarz gekleideten Mannes mit frommer „Kindleinmaske“ (S. 67). Sie vermutet dahinter den Schornsteinfeger, neckt ihn, der Fremde stellt sich erbost als „der neue Vikar“ vor. Sie versucht mit ihm zu handeln um wieder an Lebensmittel zu gelangen, was misslingt. Nachdem dann auch noch Herr Moll im Garten auftaucht, verschwindet der Vikar wieder, ohne sein eigentliches Ziel, Tante Barbara zu besuchen, erreicht zu haben.
Szene 11:
Ort: Eingangstür der Villa
Für das türkische Sofa, das Bettina beim Bauern eingetauscht hat, kommt ein kleines Fässchen Wein an. Es wird von einem jungen Winzer überbracht, der Großtante Barbara gut zu kennen scheint und aus ihrer Vergangenheit zu berichten weiß. Dies verwundert Bettina, da der Mann ihr dafür viel zu jung erscheint.
Szene 12:
Ort: Erker
Barbara und Bettina sitzen im Erker und trinken den Wein. Als Barbara hört, wer den Wein vorbeigebracht hat, ist sie erschrocken. „Ein Winzer? Und hatte Löckchen auf der Brust? Nimm dich vor dem in acht…“ (S. 73).
Je mehr Wein getrunken wird, desto mehr verschwimmen Wirklichkeit und Traum. Barbara erzählt von dem „Grünen“, „er mischt sich immer ein in den uralten Zauber“ (S. 75).
Tiere fliegen auf einmal durch den Erker, Fledermäuse, Eulen und andere „pelzige Köpfe“ (S. 75). Tante Barbara wird traurig, es wird ihr bewusst, dass viele Gegenstände, die den Raum einst mit Wärme erfüllt haben, verschwunden sind.
Szene 13:
Ort: Das Nachbarhaus
Bettina und Barbara beobachten, dass im Nachbarhaus Handwerker eine Dachkammer herrichten. Clementine Dreißigacker zieht wieder ein, das berichtet Herr Moll den Damen. „Sie kam als Kind schon in unseren Garten“ (…). „Sie hing immer an Sabine (…)“. Ihre Mutter arbeitete als Hausangestellte in der Nachbarschaft“ (S. 77), weiß Tante Barbara zu berichten.
Ein altes Versprechen, Clementine eines Tages den Garten zu verkaufen, bedrückt Bettina.
Szene 14:
Ort: Erker
Festlich angezogen sitzen Barbara und Bettina im Erker. Bettina denkt darüber nach, ob sie der Tante erzählen soll, dass sie bei einem Fest gewesen ist.
Szene 15:
Ort: Im Haus: Besuch von Clementine Dreißigacker
Barbara und Clementine unterhalten sich über die Vergangenheit, können aber keine gemeinsamen Ereignisse aus dem Gedächtnis hervorholen. Barbara erzählt, dass in der Mansarde, in der Clementine jetzt im Nachbarhaus wohnt, sich in den 1930er Jahren die Hausbesitzerin erhängt hat.
Szene 16:
Ort: Garten
Bettina nimmt die allgegenwärtige Anwesenheit des „Grünen“ wahr.
In der Natur und den Pflanzen kann sie ihn wiedererkennen und mit ihm sprechen. Während sie Gedichte schreibt, begegnet ihr ein Fabelwesen, (…) „mit geschwollenem Kamm und gewölbter Brust glich die Kreatur einem Hahn. An Stelle der Sichelfedern flammte ein Eichhörnchenschwanz“ (S. 84). Beim Verscheuchen entdeckt Bettina das Auseinanderfallen in ein Eichhörnchen und einen Hahn, die davoneilen. Bettina erinnert sich Silberhorns, der doch ihre Gedichte an eine Zeitung weitergeben wollte.
Szene 17:
Ort: Garten
Kurgäste gehen am Garten vorbei. Bettina erkennt Silberhorn, der mit einer schlanken Dame unterwegs ist. Er scheint ihr von Bettina zu berichten, was Bettina missfällt. „Sie dachte, wie unmöglich es sei, wie völlig ausgeschlossen, dass Silberhorn die Silberpappel stehenlassen und zu Ihr hereinkommen werde“ (S. 87). Bettina ist im Grunde froh, sich in ihren Garten zurückziehen zu können.
Szene 18:
Ort: Garten
Herr Moll muss widerwillig seine Miete an die Großtante entrichten. Er verpetzt der Tante eine scheinbar anzügliche Szene, die Bettina im Garten erlebt hat, aber die Tante versteht ihn nicht und geht auch nicht weiter darauf ein. Anschließend beschwert sich Herr Moll bei den Nachbarn über die Zustände in der Villa. Auch in den nächsten Tagen und Wochen ärgert sich Herr Moll über Bettinas Verhalten und findet bei den Nachbarinnen ein offenes Ohr. Herr Moll suggeriert, dass Winzer, Schornsteinfeger, etc. ins Haus kommen, es aber aus unerfindlichen Gründen nicht wieder verlassen. „Handwerk und Landwirtschaft waren in Gefahr“ (S. 91). So wie Herr Moll Bettinas Ansehen bei anderen Menschen zerreißt, so zerreißen die Hunde an Herrn Molls Leine einen (Stoff-)Hasen aus dem Garten. Beide Hunde, Abdullah und Schorle sehen sich sozusagen durch den Eifer der erzählenden, geifernden Menschen motiviert.
Szene 19:
Ort: Garten
Bettina liegt im Garten und wartet, dass ihr weißes Kleid trocknet und bleicht. Sie hat Anziehsachen auf dem Speicher gefunden, die eher einem grünen Tarnanzug gleichen. Zur gleichen Zeit bewegt sich Silberhorn wie von fremden Mächten gezogen Richtung Garten – der Wunsch Bettinas, ihn zu sehen, scheint „Wunder“ (S. 94) zu bewirken.
Silberhorn selbst sehnt sich seit Wochen nach dem kleinen „Mädchen im dunklen, verwilderten Garten“ (S. 96). Er selbst empfindet im Nachhinein Widerwillen, die Verantwortung für Bettinas Gedichte übernommen zu haben. Er hat auch das Zusenden an einen Herausgeber versäumt. Silberhorn gelangt in den Garten und mit seinem „weißen Leinenanzug (sieht er) wie ein Magier aus“ S. 100). Bettina fühlt sich zu ihm hingezogen. Sie macht Andeutungen ihrer Gefühle, erzählt von der Silberpappel, die sie mit ihm gesehen hat und die sich als Sekretärin Silberhorns herausstellt.
Silberhorn versucht das Thema der Gedichte Bettinas zu umgehen. Bettina erahnt die Situation, erkennt die Belästigung, der sich Silberhorn ausgesetzt sieht. Doch Silberhorn schenkt ihr eine Liebeserklärung, die sie skeptisch entgegennimmt.
Szene 20:
Ort: Garten
Bettina und Barbara sind sich der Armut und Einseitigkeit ihrer Ernährung, die der Garten und die Speisekammer bereithält, bewusst. „Die Bäume bogen sich unter der Last der Früchte“ (S. 105), während im Nachbargarten Hühner und Puten geschlachtet werden.
Szene 21:
Ort: Erker
Clementine verbringt anstelle von Bettina immer mehr Zeit mit der Großtante. Sie entdeckt, wie Bettina zu Lebensmitteln gekommen ist und versucht durch das Ausschlachten der Tatsache, dass Möbel und andere Einrichtungsgegenstände fehlen, Zwietracht zu stiften. Sie scheint eifersüchtig zu sein. „Wie sie Bettinas Lachen hasste“ (S. 110). Darüber hinaus verachtet sie Barbara in ihrer Armut und ihrer Hilflosigkeit. In einem spontanen Anflug von Freundlichkeit bietet Barbara Clementine das Zimmer Bettinas an, nachdem Clementine deutlich gemacht hatte, dass sie in die Mansarde des Nachbarhauses am liebsten nicht zurückkehren möchte.
Szene 22:
Ort: Garten
Bettina hält Zwiegespräch mit einer Zigeunerin, die die Sprache der Vögel spricht. Diese zeigt Bettina ein Loch in der Hecke, durch die man Äpfel stehlen kann. Die Zigeunerin deutet an, dass in der folgenden Nacht solch eine Diebstahl geschieht.
Bettina hält am Abend Zwiegespräch mit dem Schilf, dann brummt sie wie der Imker, so wie ihr die Zigeunerin geheißen hat, wenn sie die Diebe entdeckt. Knaben versuchen zu fliehen, „sie waren gekommen, wie jedes Jahr, um Barbaras Äpfel zu ernten. Mit Bettina hatten sie nicht gerechnet“ (S. 117). Herr Moll hingegen stört sich eher an Bettinas Verhalten, als am Verhalten der Diebe.
Szene 23:
Orte: Wohnzimmer, Speicher
Clementine breitet sich in der Villa immer mehr aus. Sie interessiert sich „für alte Familienbriefe, deren Themen der Hausbau war“ (S. 119). Sie fragt Barbara nach dem Haus aus. Bettina erkennt instinktiv, dass sie zum Beispiel ihre Speicherkammer vor den Blicken Clementines schützen muss. Auf dem Tisch im Speicher liegt ihr Gedicht „vom verlornen Garten“. In einem Spiegel erkennt sich Bettina als Anna-Elisabeths „geahntes Bild“ (S. 123).
So wird dieser Name nun für das Gedicht verwendet.
Szene 24:
Ort: Garten
Bettina wird im Garten von Visionen verfolgt. Der Eichhörnchenhahn erkennt in ihr Anna-Elisabeth, der Grüne, der nicht mehr grün ist, taucht auf und wirft Kleider über den Zaun. Bettina erlebt noch „andre unwahrscheinliche Dinge, über die sie mit keinem Menschen“ reden kann (S. 125). Unter anderem taucht ein Apothekerpraktikant in ihrer Phantasie auf, der ein Urahn ist und ihr rät: „Nimm dich in acht, wenn einer kommt, der Gedichte schreibt und nichts von der Wissenschaft hält“ (S. 127).
Szene 25:
Ort: Garten
Silberhorn erscheint wieder und erhofft sich eine lauschige Stunde mit Bettina. Diese aber beschäftigt ihre Gedichte und weil diese niemand zu mögen scheint, mag sie sie selbst nicht mehr. Der Gärtner von nebenan unterbricht die Idylle und stellt durch ein Loch in der Hecke klar: „Jetzt kann ich Sie immer sehn“ (S. 130).
Szene 26:
Ort: Garten
Bettina denkt viel über ihre Begegnungen nach. Silberhorn erscheint eines Tages mit neuem wunderbarem Mantel und Bettina verkriecht sich in diesem aus zartem Flausch. Später liest Lang ein umfangreiches Gartengedicht. Bettina möchte wissen, wie Lang zu seinem Erfolg gekommen ist. Nachdem Bettina den Mantel als Plüsch tituliert hat, ist Lang erbost und unterstellt ihr, mit seinen Feinden zu sympathisieren und verlässt Bettina. Der Gärtner von nebenan will freundlich zu Bettina sein, jedoch gelingt dies nicht, wie gewollt.
Szene 27:
Ort: Garten
Joan Paul Lang erscheint im Garten, um Bettina mitzuteilen, dass er nach England fährt. Bettina verweist auf ihr noch nicht zu Ende gelesenes Gedicht. Auf die Frage, ob es ihm lieber wäre, sie würde keine Gedichte mehr schreiben, antwortet er feurig: „…ich würde dich lieben, auch wenn du weder lesen noch schreiben könntest“ (S. 140)
Szene 28:
Ort: in der Villa
Barbara und Bettina unterhalten sich über Clementine. Die Tante nimmt wahr, dass Bettina gegen Clementine eingestellt ist. Der Kohlenmann ist auch an ihrem Haus vorbeigegangen, ohne Barbara die Kohlen zu bringen. Bettina bemerkt, dass ja nun auch kein Geld dafür da ist. Barbara besteht darauf, dass für Clementine Wein beschafft werden muss. Und dass Clementine friert, daher Heizmaterial von Nöten ist. Bettina weist darauf hin, dass Clementine diejenige ist, die reich ist und sich alles leisten kann.
Ort: Garten
Bettina macht sich Gedanken, warum sie von Clementine nicht gemocht wird. Im Garten wird sie von einer Krähe gewarnt, dass Böses geschehen könnte. „Was geschieht denn?“ „Vielleicht ein Mord“ (S. 146).
Bettina beruhigt die Krähe, die auf Clementine hinweist. Bettina hat sie eingeschlossen, sodass nichts geschehen kann. Die Krähe lässt sich nicht beirren. Auch der Hinweis auf die Rückkehr Silberhorns beeindruckt die Krähe nicht. Im Gegenteil, sie warnt vor Silberhorn, er sei ein „Mann, der aufs Ganze geht“ (S. 149). Bettina verteidigt ihn, wird aber immer unsicherer, „er bedauert immer nur sich“ (S. 151). Wie auf einer Bühne jagt Bettina dann durch den Garten, nachdem sie glaubt, jemand sei mit flachen Füßen hinter ihr her. Eine innere „Geisterstimme“ (S. 152) setzt ihr zu. Sie ruft und zu ihrem Glück spricht sie der Gärtner an, der dann auch „mit einem einzigen Satz“ überm Zaun bei ihr war (S. 152). Bettina hört eine Frauenstimme schreien und auch Herr Moll erscheint.
Szene 29:
Ort: Villa
Clementine ist außer sich vor Wut, von Bettina eingeschlossen worden zu sein. Nach einem Wortgefecht sieht Bettina auf einmal ihr Gedicht aus dem Speicherzimmer auf dem Tisch liegen. Clementine hatte ihre Speicherkammer betreten. „Wagen Sie es künftig nicht, den Speicher zu betreten“ (S. 156) droht Bettina. Clementine nimmt die Gelegenheit wahr, sich Bettinas Zimmer unter den Nagel zu reißen gegen den Widerstand der Großtante. Bettina selbst hat nichts mehr dagegen, Hauptsache, sie hat ihr Speicherzimmer ab jetzt ganz für sich.
Szene 30:
Ort: Garten
Unter dem Eindruck von Langs Stimme im Radio sitzt Bettina im Garten und träumt und wird durch den Gärtner „geweckt“ (S. 159). Sie sprechen über die Sinnhaftigkeit von Worten und über die Schönheit der Natur. Der Gärtner erkennt die Schönheit des jungen Mädchens, sie aber hat nur Gedanken für Joan Paul Lang. Bettina verfolgt Langs Reise durch die Tageszeitung mit leidenschaftlicher Anteilnahme, ebenso Herr Moll.
Die Zeit im Garten wird durch die tägliche Kälte ungemütlich, auch in der Villa fröstelt die Großtante und Clementine. Bettina beschäftigt sich schon unter Tränen mit dem Gedanken, Bäume im Garten zu fällen. Da taucht eines Tages der Winzer auf, der damals den Wein gebracht hat. Er will helfen. Im Tausch gegen einen Spiegel und einen hübschen Tisch aus der Villa, auf die es die Bauersfrau abgesehen hat, bekommt Bettina Holz vom Bauern.
Szene 31:
Ort: Villa
Bettina erfährt, dass Clementine verreisen will. So kann sie mit dem Winzer den Holzhandel abschließen. Sie zieht sich in ihren kalten Speicher zurück und schreibt weiter an ihren Gedichten.
Szene 32:
Ort: Garten
Eines Tages taucht Joan Paul Lang mit Regenschirm im Garten auf. Er ist bereit, Bettina zu verzeihen und fragt nach ihren neuen Gedichten, die sich in der Speicherkammer befinden. Das kommt Silberhorn gelegen.
Szene 33:
Ort: Speicherkammer
Bettinas Bett ist mit Büchern bedeckt. Das interessiert Lang nicht weiter, sondern er zitiert aus seinem eigenen Buch. Er bläst sich auf und Bettina bemerkt dies. Sie muss lachen. Bettina erzählt von ihren Gedichten, Lang interessiert sich nur für Bettinas Saum des Kleides, ihre Knie, ihre Brüste. Sie möchte ihm ihre Gedichte vorlesen. „Nachher“ (S. 175) erzürnt Bettina, sie besteht darauf zu lesen. Lang bezeichnet das Gedicht als monoton. Clementines schrille Stimme, die nach Spiegel und Tisch sucht, verunsichert Lang. Das beobachtet Bettina und reißt daraufhin die Tür auf: „Da ist der Herr, der den Spiegel gestohlen hat (S. 176)
Szene 34:
Ort: Wohnzimmer mit Kamin
Barbara bezeichnet Bettinas Besuch als Bräutigam und hat schon die Hochzeit vor Augen. Clementine hingegen nutzt die Gelegenheit, Bettina in einem unmöglichen Licht zu zeigen, sie weist auf Bettinas Brust und zitiert: „Das sind mir hübsche Äpfelchen, meine Dame“ (S. 178). Daraufhin verweist Barbara Bettina des Hauses.
Szene 35:
Ort: Speicherkammer
Bettina entdeckt - während sie ihren kleinen Koffer, mit dem sie gekommen war, packt – den Kammerschlüssel für ihr Speicherzimmer. Sie sieht dies als Zeichen, dass sie in der Villa bleiben soll, Clementine rauswerfen und den immer nur auf seinen eigenen Vorteil versessenen Dichter Joan Paul Lang vergessen muss.
Szene 36:
Ort: Garten
Bettina fühlt sich wieder im Garten wohl, sie beobachtet Menschen, die die Villa betreten. Sie kehrt in das Haus zurück, kocht Suppe und Pudding. Sie erklärt Barbara, dass Clementine dafür sorgt, dass sie Bettina nichts zu essen hat. Erbost springt Clementine auf, die Suppe ergießt sich über ihren Rock. Sie stürzt aus dem Haus und erklärt gleichzeitig Herrn Moll im Garten, dass er zukünftig nicht mehr im Müll wühlen kann. Das Haus gehöre jetzt ihr und seine Miete werde erhöht.
Szene 37:
Ort: Erker
Die Großtante erklärt Bettina, dass sie mit Clementine einen Vertrag gemacht hat, denn sie wollen um der Vergangenheit Willen zusammenbleiben.
Szene 38:
Ort: Garten
Die weinende Bettina berichtet dem Gärtner von nebenan, dass der Garten verkauft wurde. Und entgegen ihrer Hoffnung werden in den kommenden Wochen die Bäume gefällt.
Bettina lebt noch im Speicher, geht in den Garten, sieht den „Grünen“, sieht den Gärtner, der gezwungenermaßen beim Fällen der Bäume beteiligt war. Bettina appelliert an die Freundschaft, bittet um Erklärung, aber der Gärtner ist selbst hilflos. Bettina will ihn kränken. „Ich wünsche Ihnen eine brave Frau und einen hübschen Haushalt. Grüne Quasten an alle Schlüssel (auf sein Aussehen anspielend)“ (S. 192). Der Gärtner erwidert, dass er hinter dem Gewächshaus in einem Schuppen wohnt und sich darüber klar ist, dass keine Frau zu ihm ziehen wird. „Ich kann nur sagen, dass ich in Ihrer Nähe bleiben wollte. Immer dachte ich, dass Sie die Einzige seien, die mit mir im Schuppen wohnen könnte“ (S. 193).
Szene 39:
Ort: Im Haus
Bettina ist immer noch in Gedanken bei Joan Paul Lang. Barbara macht sich inzwischen Vorwürfe, den Hausvertrag mit Clementine unterschrieben zu haben. Ihre Toten begegnen ihr, Sabine, die ihr sagt, dass sie hätte Haus und Garten nicht verkaufen sollen.
Gerne würde sie alles rückgängig machen.
Szene 40:
Ort: Speicher
Herr Moll sucht Bettina im Speicher auf. Er erzählt, dass ihre Tante bei dem Verkauf mit einer lächerlichen Summe über den Tisch gezogen worden sei. Er hätte mehr für das Haus bezahlt. Bei der Gelegenheit will Moll einen Revolver an sich nehmen, wird aber von Bettina unter Androhung von Gewalt des Raumes verwiesen.
Etwas später schreibt Bettina einen Liebesbrief an Joan Paul Lang. Sie erinnert sich an ihre Tante, verlässt ohne abzuschließen den Speicher und findet ihre Großtante Barbara tot auf dem Treppenabsatz. Der Gärtner kommt vorbei, ursprünglich um Bettina zu bitten, nicht an Lang zu schreiben.
Szene 41:
Ort: Speicherkammer
In der Nacht kann Bettina nicht schlafen und schaut aus dem Fenster. Tiere, Bacchus, trunkene Zecher, nach der Weinernte war nun das Fest in Gang. Bettina sieht Clementine Richtung Fest gehen. Sie kehrt aber um.
Szene 42:
Ort: Bettina verlässt das Haus
Bettina kann zu einem Neffen von Barbara und Sabine ziehen, dieser war als Erbe ihres Vermögens eingesetzt worden. Sie hat schon das Reisegeld erhalten, um zu ihm zu fahren. Sie zögert, geht noch einmal zur Gärtnerei und entdeckt das kleine Haus des Gärtners im Blumenacker hinter dem Gewächshaus. Bettina geht in dieses unverschlossene Haus hinein, wird vom Gärtner entdeckt und zum Tee eingeladen. Sie schläft im Feldbett des Gärtners ein, erwacht in der Nacht, neigt sich zu dem neben ihr Schlafenden, steht auf und summt, während ihr ein neues Gedicht einfällt.
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Figurencharakterisierung, Personenkonstellation
Bettina
Bettina ist die Protagonistin des Romans, die in einer ländlichen Umgebung aufwächst. Sie ist eine sensible und nachdenkliche junge Frau, die mit den Erwartungen der Gesellschaft und ihrer eigenen Identität kämpft. Ihre innere Reise und die Suche nach Sinn und Selbstverwirklichung stehen im Mittelpunkt der Handlung.
Barbara
Barbara ist Bettinas Tante und eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben. Sie repräsentiert die traditionellen Werte und Erwartungen, die Bettina oft als erdrückend empfindet. Ihre Beziehung zu Bettina ist von Fürsorge, aber auch von Konflikten geprägt, da sie unterschiedliche Ansichten über das Leben haben.
Silberhorn
Silberhorn ist ein mysteriöser Fremder, der Bettina in ihrer Entwicklung beeinflusst. Er verkörpert die Freiheit und das Unbekannte, das Bettina anzieht, aber auch verunsichert. Seine Interaktionen mit Bettina helfen ihr, ihre eigenen Wünsche und Ängste zu erkennen.
Clementine
Clementine ist eine weitere Figur, die in Bettinas Leben eine Rolle spielt. Sie bringt eine spielerische und lebensfrohe Perspektive in die Geschichte und steht im Kontrast zu den ernsteren Themen, mit denen Bettina konfrontiert ist. Ihre Freundschaft bietet Bettina Unterstützung und Freude.
Anna-Elisabeth
Anna-Elisabeth ist eine Figur, die Bettina an ihre Kindheit und die Unbeschwertheit vergangener Tage erinnert. Sie symbolisiert die verlorene Unschuld und die Sehnsucht nach einer einfacheren Zeit. Ihre Präsenz in Bettinas Leben regt sie dazu an, über ihre eigenen Erinnerungen und deren Bedeutung nachzudenken.
Joan Paul Lang
Joan Paul Lang ist eine kritische Stimme in Bettinas Leben, die sie herausfordert und zum Nachdenken anregt. Er repräsentiert die intellektuelle Auseinandersetzung mit den Themen des Lebens und der Kunst. Seine Interaktionen mit Bettina fördern ihre Selbstreflexion und ihr Wachstum.