Die Friedensakademie Rheinland-Pfalz
Institution und Team
Die Friedensakademie Rheinland-Pfalz ist eine Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU). Sie wurde geschaffen, um Brücken zu schlagen zwischen akademischer Friedens- und Konfliktforschung, zivilgesellschaftlichen Praktikern aus diesem Feld und regionaler Öffentlichkeit. Die Friedensakademie ist angesiedelt am Standort Landau der RPTU, hat aber ein Mandat mit Blick auf das gesamte Bundesland und darüber hinaus – sowohl hinsichtlich ihrer Vernetzungsaktivitäten als auch ihrer Arbeitsschwerpunkte.
Das Team der Friedensakademie besteht aus Leitung, Wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und studentischen Hilfskräften. Zusätzlich gibt es eine Reihe von „Associates“ - zumeist ehemalige Mitarbeiter*innen, die der Friedensakademie noch immer in unterschiedlicher Form verbunden sind. Der akademische Hintergrund der Wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen ist divers, liegt aber zumeist in den Sozialwissenschaften – insbesondere Friedens- und Konfliktforschung, (Human-) Geographie und Politikwissenschaft. Unter den Studierenden finden sich auch Vertreter*innen der Psychologie und philologischer Fächer.
Die Friedensakademie wird in ihrer Arbeit von einem Beirat begleitet, der in seiner Struktur die Brückenfunktion der Friedensakademie zwischen „Akademia“ und Zivilgesellschaft widerspiegelt. Zusätzlich gibt es einen Verein der Freunde & Förderer, der die Arbeit der Friedensakademie auch über den universitären Rahmen hinaus unterstützt.
Aufgaben

Die Friedensakademie ist eine akademische Einrichtung und betreibt Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Friedens- und Konfliktforschung. Allerdings unterscheidet sich die Friedensakademie von herkömmlichen akademischen Einrichtungen insofern, als dass die Verbindung von „Forschung und Transfer“ eine besondere Rolle spielt. Das heißt, alle Forschung der Friedensakademie versteht sich stets auch unter der Perspektive der Anwendung bzw. im Kontext der öffentlichen Debatte.
Eine Form der Praxisorientierung sind dabei Beiträge zu Training und Lehre. Training meint hier die Durchführung oder Unterstützung von Weiterbildungsmaßnahmen insbesondere von Multiplikator*innen aus dem Bereich der Zivilgesellschaft und der schulischen Bildung. Darüber hinaus sind Mitarbeiter*innen der Friedensakademie zur akademischen Lehre nicht verpflichtet, beteiligen sich jedoch freiwillig regelmäßig mit Lehrbeiträgen an der Universität, was einerseits der Ausbildung zukünftiger Multiplikator*innen dient und andererseits die Integration der Friedensakademie in die Universität unterstützt.
Neben „Forschung und Transfer“ und „Training und Lehre“, lässt sich der dritte Arbeitsbereich der Friedensakademie zusammenfassen als Debatte und Vernetzung, wofür die Friedensakademie erhebliche Ressourcen einsetzt. Zum einen pflegt sie Präsenzen auf Social Media und betreibt einen aktiven Blog mit verschiedenen Formaten und einen viel beachteten Podcast. Zum anderen organisiert die Friedensakademie eine ganze Reihe öffentlicher Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten in Rheinland-Pfalz bzw. unterstützt diese als Mit-Veranstalterin. Das Themenspektrum und die Formate dieser Veranstaltungen sind bewusst äußerst divers. So spiegeln sie die Forschungsthemen der Friedensakademie wieder, gehen jedoch bei aktuellen Anlässen auch deutlich darüber hinaus. Hinsichtlich der Veranstaltungsformate reich das Spektrum von Online-Veranstaltungen über Podiumsdiskussionen bis zu niedrigschwelligen Angeboten in Fußgängerzonen und künstlerischen Projekten.
Die Geschichte der Friedensakademie

Die Überlegungen zur Etablierung einer Friedensakademie in Rheinland-Pfalz gehen zurück auf den Koalitionsvertrag der Landesregierung aus dem Jahr 2011. Das führte im November 2013 zur Gründung des Trägervereins „Friedensakademie Rheinland-Pfalz", an dessen Gründung fünfzehn Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen beteiligt waren. Der rheinland-pfälzische Landtag griff die Überlegungen zur Gründung einer Friedensakademie im Januar 2014 erneut auf und forderte die Landesregierung auf, die Arbeit des Trägervereins zu unterstützen. Im Landeshaushalt 2014/15 wurden erstmalig finanzielle Mittel für den Aufbau der Friedensakademie bereitgestellt.
Im Juli 2014 verlieh die Universität Koblenz-Landau dem Verein den Status einer „besonderen wissenschaftlichen Einrichtung“ gemäß § 96 HochSchG RLP, so dass zum 1. September 2014, dem Antikriegstag, die ersten Einstellungen erfolgen und damit die Arbeit im Frank-Loebsches Haus in Landau aufgenommen werden konnte. Im Beisein von Repräsentant*innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien wurde die Akademie auf dem Hambacher Schloss am 9. März 2015 feierlich eröffnet.
2019 fand der Abschluss des institutionellen und personellen Konsolidierungsprozesses statt: Unter Sicherung des Akademiecharakters gelang die Vollintegration der Friedensakademie als „Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung“ gemäß. § 90 HochSchG RLP in die Universität. Mit der Vollintegration in die Universität hatte der Trägerverein seine eigentliche Aufgabe erfüllt und änderte seinen Namen 2019 in „Verein der Freunde und Förderer der Friedensakademie“, während gleichzeitig der begleitende Beirat für die Friedensakademie etabliert wurde. Seit Januar 2023 ist die Friedensakademie Teil der neu fusionierten Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau.
