Unsere RPTU Story
Studieren, forschen und dabei die Arbeitswelt von morgen gestalten
Oliver Keim ist Masterstudent an der RPTU und forscht gleichzeitig am ITA, dem Institut für Technologie und Arbeit in Kaiserslautern. Dass er dort gelandet ist, verdankt er einem interdisziplinären Studium, seinem Engagement und einem Professor, der ihm zur richtigen Zeit Türen öffnet.
Ein Recruiter öffnet morgens seinen Laptop. Früher lag daneben ein Stapel Bewerbungen. Jede hat er selbst gelesen und bewertet. Heute hat eine Software das bereits erledigt. Sein Schreibtisch ist leer, sein Job: ein anderer.
Oliver Keim beschäftigt sich genau mit solchen Entwicklungen. In seiner Masterarbeit untersucht er, wie Fachleute im Personalbereich auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz reagieren. „Viele verbinden mit KI erst einmal die Sorge, dass Aufgaben wegfallen", sagt er. „Aber ob das passiert, hängt davon ab, wie Unternehmen neue Technologien einführen und ob sie die Mitarbeitenden in diesem Prozess mitnehmen."
Wie das gelingt, damit beschäftigt sich Oliver Keim nicht nur in seiner Masterarbeit, sondern auch am Institut für Technologie und Arbeit, einem An-Institut der RPTU. Dass sein Weg ihn ausgerechnet hierhin führen würde – mitten in die KI-Debatte, mitten in die Realität von Unternehmen –, hätte er bei seinem Studienstart kaum erwartet.
An der Campus-Universität schnell Freunde gefunden
Oliver Keim kommt aus der Nähe von Köln. Er beginnt zunächst ein Lehramtsstudium mit den Fächern Geschichte und Religion und stellt fest: Die Theorie passt zu ihm, der Schulalltag weniger. Er bricht ab. „Mir ist schon nach wenigen Monaten im Studium klar geworden, dass Sozialwissenschaften mein eigentlicher Herzensstudiengang ist“, sagt er rückblickend. „Meine beste Freundin hat mir dann die RPTU empfohlen und ich bin dort auf Integrative Sozialwissenschaften gestoßen.“
Oliver Keim kommt mitten in der Corona-Pandemie an die RPTU nach Kaiserslautern. Zwischen zwei Lockdowns hat er genau eine Woche Zeit, um Anschluss zu finden. „Dadurch, dass die RPTU eine Campus-Universität ist und tolle Einführungsveranstaltungen anbietet, war es zum Glück sehr einfach, Leute kennenzulernen", sagt er. „Auch die Stadt hat die perfekte Größe, um sich im Alltag über den Weg zu laufen.“ Mit den Menschen, die er in diesen ersten Tagen kennenlernt, wohnt er bis heute in einer WG zusammen.
Fachlich erlebt Oliver Keim das Studium als nahbar. „Im Bachelor haben wir viel Theorie gelernt, aber es war immer sehr gut erklärt und didaktisch aufbereitet", sagt er. „Man hat gemerkt, dass sich die Dozierenden Mühe gegeben haben, die Leute wirklich mitzunehmen."
Ein Studiengang, der Türen öffnet
Sein Studiengang verbindet Disziplinen und ermöglicht es Oliver Keim, verschiedene Fachbereiche kennenzulernen: BWL, VWL, Psychologie, Philosophie und Erwachsenenbildung. „Diese Kombination aus verschiedenen Fachbereichen erweitert den Horizont und ist eine echte Chance", sagt er. „Spätestens nach drei, vier Semestern weiß man, was einem am meisten liegt, und es stehen einem viele Türen offen.“
Eine dieser Türen öffnet ihm der Lehrstuhlinhaber aus dem Fachbereich Erwachsenenbildung: „Im Anschluss an die Vorlesung Einführung in die Erwachsenenbildung im zweiten Semester, ist Prof. Dr. Matthias Rohs an mich herangetreten und hat mich auf eine Stellenanzeige des Instituts für Technologie und Arbeit für eine wissenschaftliche Hilfskraft aufmerksam gemacht“, erzählt Oliver Keim. Er bewirbt sich, wird angenommen und beschäftigt sich von Anfang an mit Digitalisierungsprojekten.
Zukunftsweisende Arbeit am ITA – seit 30 Jahren
Das Institut für Technologie und Arbeit ist das einzige arbeitswissenschaftliche Institut in Rheinland-Pfalz und ein An-Institut der RPTU. Es feiert sein 30-jähriges Bestehen. Rund 35 bis 40 Menschen aus verschiedenen Disziplinen forschen und beraten dort an der Schnittstelle von Mensch, Technologie und Organisation. Dabei arbeitet das Institut eng mit anderen Einrichtungen in Kaiserslautern zusammen. „Das ist so eine akademische Bubble", sagt Oliver Keim. „Mit der Zeit lernt man sich richtig kennen untereinander. Gleichzeitig arbeiten wir direkt mit Unternehmen – diese Kombination macht das Umfeld so einzigartig und spannend.“
Die Arbeitserfahrung beim ITA prägt auch seine Entscheidung für das Thema seiner Bachelorarbeit: Er beschäftigt sich damit, wie betriebliche Weiterbildner mit der zunehmenden Digitalisierung umgehen. Ein Thema, das ihn nicht loslässt. Nach dem Bachelor wechselt Oliver Keim in den Master Human Resource Management & Organizational Behavior: „Im HR-Bereich geht es mitunter viel um Personalentwicklung und Organisationsentwicklung", sagt er. „Das hat perfekt zu meinem Schwerpunkt Erwachsenenbildung gepasst."
Einblicke in große Unternehmen
Der Studiengang ist von Anfang an praxisnah. Große Unternehmen halten Vorträge an der Universität und öffnen ihre Betriebe für Werksbesuche. „Es war spannend zu sehen, wie das, was ich im Studium gelernt habe, wirklich umgesetzt wird", sagt er. „Ich hatte richtig Lust, noch tiefer in die Praxis einzusteigen.“
Diese Chance erhält er kurze Zeit später: Im April 2025 wird Oliver Keim am ITA zum Junior wissenschaftlichen Mitarbeiter befördert.
Gefördert durch Bund und EU, begleitet Oliver Keim heute in einem interdisziplinären Team kleine und mittlere Betriebe bei der Einführung von Digitalisierung und KI. „Ich bin aktuell im Projekt ZUKIPRO, dem Zukunftszentrum für menschenzentrierte KI in der Produktionsarbeit Hessen“, berichtet Oliver Keim. „Gemeinsam mit den anderen Partnern im Verbund begleiten und beraten wir Unternehmen, wie digitale Transformation durch die Entwicklung von Mitarbeiterkompetenzen und Prozessgestaltung gelingt."
Wissenschaft trifft Unternehmenspraxis
Das ITA arbeitet eigenverantwortlich und projektbasiert: Wer möchte, übernimmt früh Verantwortung. „Ich durfte sofort an echten Projekten mitarbeiten", sagt Oliver Keim. „Man lernt hier Wissenschaft und Unternehmenspraxis gleichzeitig. Das ist im Hörsaal allein so nicht möglich."
„Man lernt hier Wissenschaft und Unternehmenspraxis gleichzeitig. Das ist im Hörsaal allein so nicht möglich", berichtet Oliver Keim über seine Erfahrungen am ITA.
Die Arbeit am ITA empfiehlt Oliver Keim auch anderen Studierenden. Der Einstieg gelinge oft über eine Hiwi-Stelle, manchmal durch eine Empfehlung aus dem Studium, manchmal durch eigene Initiative. „Wer bleibt und Verantwortung übernimmt, kann sich Schritt für Schritt weiterentwickeln“, sagt Oliver Keim. Mittlerweile arbeitet er fest beim ITA, als juniorwissenschaftlicher Mitarbeiter in Teilzeit.
Wer möchte, schreibt seine Abschlussarbeit direkt in Anbindung an das Institut. So wie Oliver Keim – er nutzt sein Hintergrundwissen für seine Masterarbeit über die Reaktion von HR-Personal auf den Einsatz von KI.
Offen bleiben, nachfragen, Chancen nutzen
Wer Oliver Keim fragt, was er anderen Studierenden mitgeben würde, bekommt eine Antwort, die seinem eigenen Weg entspricht – pragmatisch, offen und motiviert: „Wenn ihr etwas wissen wollt, fragt einfach. Ich habe noch nie erlebt, dass eine Frage schlecht aufgenommen wurde", sagt er. „Im Gegenteil: Egal ob im Hörsaal, beim ITA oder im Kontakt mit Kommilitoninnen und Kommilitonen – ich wurde immer unterstützt.“
Wer noch nicht genau weiß, wohin der Weg führt, den beruhigt Oliver Keim: „Meistens stellt sich während der ersten Semester heraus, was einem wirklich Spaß macht." Für ihn ist das die Schnittstelle zwischen KI, moderner Technologie und Personalentwicklung. Kein Weg, der von Anfang an vorgezeichnet war. Aber ein Weg, der ihn mit jedem Schritt mehr begeistert und in seine berufliche Zukunft führt.
Studieren und forschen für die Arbeitswelt von morgen
Die Kompetenzen, die nötig sind für ein verantwortungsvolles, agiles Personalmanagement, das die Bedürfnisse von Menschen und Organisationen gleichermaßen im Blick hat, vermittelt der M.Sc. Human Resource Management & Organizational Behavior. Weitere Informationen zu diesem Studiengang gibt es hier.
Und hier gibt es weitere Informationen zu Oliver Keims Arbeitsort - dem Institut für Technologie und Arbeit.
