Sozioinformatik
Standort
Kaiserslautern
Abschluss
Master of Science
Fachbereich
Informatik
Regelstudienzeit
4 Semester
Vorlesungssprache
Deutsch
Zeitaufwand
Vollzeit
Studienart
Präsenzstudium
Studienbeginn
Wintersemester, Sommersemester
Leistungspunkte
120 ECTS
Zulassungsbeschränkt
nein
Eignungsprüfung benötigt
nein
Bewerbungszeitraum
Termine
Inhalt

Software und Technik sind heute aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Generative Sprachmodelle wie ChatGPT werden überall genutzt, nicht nur um Hausaufgaben zu lösen oder Rezepte zu generieren, sondern auch bei der Reiseplanung, als Übersetzer oder in der Entwicklung großer Softwaresysteme. Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz sowohl zur Qualitätssicherung als auch zur Unterstützung bei Personalentscheidungen ein. Und während TikTok und andere soziale Medien um unsere Aufmerksamkeit konkurrieren, beeinflussen ihre Algorithmen zunehmend, welche Informationen wir wahrnehmen und wie öffentliche Debatten geführt werden. Wer diese

Entwicklungen verstehen will, braucht mehr als technisches Wissen allein.

Genau hier setzt die Sozioinformatik an. Statt Technik und Menschen getrennt zu betrachten, beschäftigt sie sich damit, wie beide zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen können. Im Studium beschäftigt man sich daher unter anderem mit den folgenden Fragen:

- Welche gesellschaftlichen Auswirkungen kann die Einführung neuer Technologien mit sich bringen?
- Wie lassen sich Phänomene wie Filterblasen, Doomscrolling oder AI Flop erklären?
- Was kann man tun, damit Software nicht nur technisch funktioniert, sondern auch die gewünschte Wirkung entfaltet?

Der Masterstudiengang Sozioinformatik ist konsekutiv aufgebaut und knüpft inhaltlich an den Bachelorstudiengang Sozioinformatik an. Grundsätzlich ist auch der Einstieg mit einem Bachelorabschluss aus einem anderen Studienfach möglich. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass im bisherigen Studium sowohl ausreichende Informatikkenntnisse als auch gesellschaftswissenschaftliche Inhalte vermittelt wurden.

Das Studium setzt sich zusammen aus Softwareengineering und Grundlagenwissen in den Fächern Wirtschaft, Ethik, Jura, Soziologie und Psychologie. Ein Abschluss in der Sozioinformatik bietet daher viele Möglichkeiten für die spätere Berufswahl. Die meisten Absolvent:innen gehen in die Softwareentwicklung; Sozioinformatik:innen sind aber dank ihrer interdisziplinären Ausbildung auch in Politik, Verwaltung und Wirtschaft sehr gefragt, weil sie gut mit komplexen Systemen und Problemen umgehen können. So kann man zum Beispiel, statt in der Softwareentwicklung zu arbeiten, auch Behörden beraten, den Einsatz von KI-Systemen prüfen oder in Unternehmen die Einführung neuer Technologien begleiten.

Durch zahlreiche Wahlmöglichkeiten können Studierende ihren eigenen Schwerpunkt innerhalb der Sozioinformatik setzen und so ein individuelles Profil entwickeln. So ist es beispielsweise möglich, sich im Laufe des Studiums zur gefragten KI-Expertin, zum flexiblen Software Engineer, zur informierten Wissenschaftskommunikatorin im Bereich Digitalisierung, zum analytischen Politikberater oder zum fachkundigen Business Consultant zu entwickeln.

Aufbau

Aufbauend auf dem Bachelor vertieft der Masterstudiengang die erlernten Kompetenzen und bietet vielfältige Möglichkeiten, das eigene Profil als Sozioinformatik:in zu schärfen. Das Studium ist in sechs Abschnitte gegliedert, die sich gegenseitig ergänzen. Den Kern bildet die Vertiefung Sozioinformatik, die sozioinformatische Kenntnisse bis an den aktuellen Stand der Forschung weiterentwickelt. Der Abschnitt Fortgeschrittenes Software-Engineering vermittelt die notwendigen Kompetenzen für die Arbeit in und Leitung von Softwareprojekten, während die Vertiefung Informatik Raum für ein selbst gewähltes Fokusthema innerhalb der Informatik eröffnet. Der Abschnitt Gesellschaft ermöglicht die Vertiefung der gesellschaftswissenschaftlichen Perspektive. Den größten Spielraum für die individuelle Studiengestaltung bietet schließlich die Ergänzung. Mit der Masterarbeit schließen Studierende ihr Studium mit einer eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit zu einer sozioinformatischen Fragestellung ab.

Vertiefung Sozioinformatik

Die Vertiefung Sozioinformatik bildet das Herzstück des Masterstudiums. Studierende setzen sich ausführlich mit dem aktuellen Stand sozioinformatischer Methodik auseinander, erproben diese praktisch und entwickeln sie weiter. Der Abschnitt umfasst eine Pflichtveranstaltung zu zentralen Konzepten der Sozioinformatik, einen Wahlpflichtbereich, ein Seminar sowie ein Projekt.

Vertiefung Informatik

In der Vertiefung Informatik wählen Studierende eines von sieben Vertiefungsfächern aus der Informatik: Data Science, Eingebettete Systeme und Robotik, Software-Engineering, Informationssysteme, intelligente Systeme, verteilte und vernetzte Systeme oder Visualisierung und Scientific Computing. Ziel ist es, im gewählten Bereich das eigene Profil zu schärfen und bis an den aktuellen Stand der Forschung heranzukommen.

Fortgeschrittenes Software-Engineering

Im Abschnitt Fortgeschrittenes Software-Engineering vertiefen Studierende ihre Kompetenzen in der Softwareentwicklung durch weitere Module aus diesem Bereich. Das qualifiziert Absolvent:innen der Sozioinformatik für die Mitarbeit, Begleitung und Leitung von Softwareprojekten.

Gesellschaft

Im Abschnitt Gesellschaft können Studierende ihr gesellschaftswissenschaftliches Profil stärken und aus Mastermodulen der Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Psychologie, Philosophie und des Rechts wählen. Nach Absprache mit der Studiengangskoordinatorin können ergänzend auch passende Einführungsveranstaltungen aus Bachelorstudiengängen eingebracht werden.

Ergänzung

Der Abschnitt Ergänzung gehört der eigenen Studiengestaltung. Hier lässt sich das individuelle Profil gezielt ausbauen. Zur Wahl stehen Masterveranstaltungen der Informatik ebenso wie Module aus anderen Fachbereichen. Bis zu 8 LP können für überfachliche Qualifikationen (z.B. Sprachkurse) eingebracht werden und bis zu 10 LP für Veranstaltungen aus Bachelorstudiengängen außerhalb der Informatik. Die Ergänzung eignet sich sowohl dazu, sich breiter innerhalb der Informatik aufzustellen, als auch dazu, das Studienprofil durch einen konkreten Anwendungsbereich (z.B. Politikberatung) zu schärfen. Unterstützung bei der Gestaltung bieten die Studienberatung und Mentor:innen aus der Sozioinformatik.

Masterarbeit

In der Masterarbeit forschen Studierende eigenständig zu einem frei gewählten Thema der Sozioinformatik. Dabei kann es sich um eine informatische Fragestellung mit sozioinformatischem Bezug handeln oder um ein Thema im direkten Schnittbereich zwischen Informatik und einer relevanten gesellschaftswissenschaftlichen Disziplin.

Dr. Ing. habil. Bernd Schürmann, Tel.: 0049 (0)631 205 2507, E-Mail: bernd.schuermann@cs.rptu.de, Geb. 48 Raum 372, Sprechzeiten nach Vereinbarung

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