- Standort
- Kaiserslautern
- Abschluss
- Bachelor of Science
- Fachbereich
- Informatik
- Regelstudienzeit
- 6 Semester
- Vorlesungssprache
- Deutsch
- Zeitaufwand
- Vollzeit
- Studienart
- Präsenzstudium
- Studienbeginn
- Wintersemester
- Leistungspunkte
- 180 ECTS
- Zulassungsbeschränkt
- nein
- Eignungsprüfung benötigt
- nein
- Bewerbungszeitraum
- Termine
Software und Technik sind heute aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Generative Sprachmodelle wie ChatGPT werden überall genutzt, nicht nur um Hausaufgaben zu lösen oder Rezepte zu generieren, sondern auch bei der Reiseplanung, als Übersetzer oder in der Entwicklung großer Softwaresysteme. Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz sowohl zur Qualitätssicherung als auch zur Unterstützung bei Personalentscheidungen ein. Und während TikTok und andere soziale Medien um unsere Aufmerksamkeit konkurrieren, beeinflussen ihre Algorithmen zunehmend, welche Informationen wir wahrnehmen und wie öffentliche Debatten geführt werden.
Wer diese Entwicklungen verstehen will, braucht mehr als technisches Wissen allein.
Genau hier setzt die Sozioinformatik an. Statt Technik und Menschen getrennt zu betrachten, beschäftigt sie sich damit, wie beide zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen können.
Im Studium beschäftigt man sich daher unter anderem mit den folgenden Fragen:
- Welche gesellschaftlichen Auswirkungen kann die Einführung neuer Technologien mit sich bringen?
- Wie lassen sich Phänomene wie Filterblasen, Doomscrolling oder AI Flop erklären?
- Was kann man tun, damit Software nicht nur technisch funktioniert, sondern auch die gewünschte Wirkung entfaltet?
Das Studium setzt sich zusammen aus Softwareengineering und Grundlagenwissen in den Fächern Wirtschaft, Ethik, Jura, Soziologie und Psychologie. Ein Abschluss in der Sozioinformatik bietet daher viele Möglichkeiten für die spätere Berufswahl. Die meisten Absolvent:innen gehen in die Softwareentwicklung. Sozioinformatik:innen sind aber dank ihrer interdisziplinären Ausbildung auch in Politik, Verwaltung und Wirtschaft sehr gefragt, weil sie gut mit komplexen Systemen und Problemen umgehen können. So kann man zum Beispiel, statt in der Softwareentwicklung zu arbeiten, auch Behörden beraten, den Einsatz von KI-Systemen prüfen oder in Unternehmen die Einführung neuer Technologien begleiten.
Der Studiengang Sozioinformatik ist bisher deutschlandweit einzigartig. Um die komplexen Wechselwirkungen zwischen Technik und Menschen verstehen zu können, vermittelt das Studium:
- die notwendigen Grundlagen der Informatik, insbesondere der Softwareentwicklung,
- Methoden aus der empirischen Sozialforschung und der Psychologie,
- ökonomische und spieltheoretische Modelle aus den Wirtschaftswissenschaften, ein grundlegendes Verständnis der relevanten Rechtslage,
- einen profunden ethischen Standpunkt im Dialog mit der Philosophie,
- sowie Kompetenzen im systemischen Denken und in der Modellierung komplexer Probleme. Hier wird die sozioinformatische Kompetenz ausgebildet, Softwareengineering und gesellschaftliche Einbettung gemeinsam zu denken.
Studierende können durch zahlreiche Wahlmöglichkeiten ihren eigenen Schwerpunkt innerhalb der Sozioinformatik setzen und so ein individuelles Profil entwickeln. So ist es beispielsweise möglich, sich im Laufe des Studiums zur gefragten KI-Expertin, zum flexiblen Software Engineer, zur informierten Wissenschaftskommunikatorin im Bereich Digitalisierung, zum analytischen Politikberater oder zum fachkundigen Business Consultant zu entwickeln.
Um die Wechselwirkungen zwischen Technik, Menschen und Gesellschaft zu verstehen, braucht es unterschiedliche Perspektiven. Das Bachelorstudium ist deshalb in fünf Abschnitte gegliedert, die sich gegenseitig ergänzen. Die Abschnitte Informatik und Gesellschaft bilden das Fundament des Studiums. Studierende lernen hier zentrale Konzepte, Methoden und Denkweisen der Informatik sowie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften kennen. Im Abschnitt Sozioinformatik werden diese Grundlagen zusammengeführt und auf Fragestellungen angewendet, die an der Schnittstelle von Technik und Gesellschaft entstehen. Der Abschnitt Ergänzung eröffnet Raum für eigene Interessen und ermöglicht es, individuelle Schwerpunkte zu setzen. Mit der Bachelorarbeit schließen Studierende ihr Studium ab und bearbeiten selbstständig eine sozioinformatische Fragestellung.
Informatik
Was ist technisch machbar, und wo liegen prinzipielle Grenzen digitaler Systeme? Im Abschnitt Informatik erwerben Studierende die technischen und mathematischen Grundlagen für die Entwicklung von Software. Zentral sind dabei die Konzepte der Softwareentwicklung sowie ein grundlegendes Verständnis wichtiger Bereiche der Informatik, ergänzt durch ausgewählte theoretische Grundlagen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Planung und Entwicklung großer, verteilter und sicherer Informationssysteme sowie auf Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Gesellschaft
Gesellschaftliche Entscheidungen bewegen sich häufig im Spannungsfeld zwischen individuellen Rechten und dem Nutzen für die Gemeinschaft. Digitale Technologien verändern dabei zunehmend, wie Menschen kommunizieren, arbeiten und wirtschaften, und werfen neue soziale, wirtschaftliche und rechtliche Fragen auf. Im Abschnitt Gesellschaft lernen Studierende grundlegende Fragestellungen und Arbeitsweisen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften kennen – insbesondere aus Soziologie, Psychologie und Wirtschaftswissenschaften sowie aus Ethik und Recht. Die Inhalte werden in Einführungsveranstaltungen vermittelt und durch Möglichkeiten zur individuellen Vertiefung in einzelnen Teilbereichen ergänzt.
Sozioinformatik
Der Abschnitt Sozioinformatik bildet die verbindende Brücke zwischen Informatik und Gesellschaft. Studierende lernen hier, komplexe Systeme zu verstehen, in denen technische Komponenten und menschliches Handeln eng miteinander verknüpft sind, und diese zu analysieren und zu modellieren. Ein zentrales Element ist das umfangreiche Programmierprojekt, in dem die zuvor erworbenen Kenntnisse praktisch angewendet werden. Ergänzend dazu bereiten Seminare auf die wissenschaftliche Arbeitsweise vor und legen die Grundlage für die Bachelorarbeit.
Ergänzung
Der Abschnitt Ergänzung gehört den eigenen Interessen – hier können Studierende ihr Profil selbst schärfen. Wahlweise lassen sich Inhalte aus der Informatik oder den Gesellschaftswissenschaften vertiefen, aber auch weitere Anwendungsfächer oder interdisziplinäre Themen sind möglich. Ergänzend können Sprachkurse oder studentisches Engagement in begrenztem Umfang eingebracht werden.
Bachelorarbeit
Am Ende des Studiums steht eine eigenständige wissenschaftliche Leistung. In der Bachelorarbeit bearbeiten Studierende selbstständig eine fachliche Fragestellung – etwa die Entwicklung eines Softwaresystems oder die Untersuchung einer gesellschaftswissenschaftlichen Frage mit informatischem Bezug. In beiden Fällen sollte die Arbeit eine sozioinformatische Perspektive berücksichtigen. Die Bachelorarbeit zeigt damit die Fähigkeit, eine komplexe Fragestellung der Sozioinformatik mit wissenschaftlichen Methoden strukturiert zu bearbeiten.
Dr. Ing. habil. Bernd Schürmann, Tel.: 0049 (0)631 205 2507, E-Mail: bernd.schuermann@cs.rptu.de, Geb. 48 Raum 372, Sprechzeiten nach Vereinbarung
Dipl.-Päd. Christian Bogner, Tel.: 0049 (0)631 205 2572, E-Mail: christian.bogner@cs.rptu.de, Geb. 48 Raum 371, Sprechzeiten nach Vereinbarung
In einem umfangreichen Programmierprojekt werden die erworbenen Kenntnisse praktisch angewendet.
empfohlen, aber nicht verpflichtend
Das StudierendenServiceCenter bietet ein umfassendes Beratungs- und Informationsangebot rund ums Studium an der RPTU.