Wie Organismen dem Stress trotzen: Graduiertenkolleg STRESSistance geht in die nächste Runde
Wie passen sich Organismen an extreme Stressbedingungen an? Wodurch werden sie widerstandsfähig gegenüber ungünstigen Umweltbedingungen? Diese Fragen gewinnen angesichts von Klimawandel, zunehmenden Umweltbelastungen und häufigeren Extremereignissen immer mehr an Bedeutung. Antworten darauf erarbeiten Forschende der RPTU im Rahmen des Graduiertenkollegs STRESSistance (Stress-Resistenz), das nun für weitere viereinhalb Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Die Forschungsprojekte sollen unter anderem dazu beitragen, dass Nutzpflanzen resistent gegenüber Trockenheit gemacht werden können.
In Zellen von Pilzen, Pflanzen, Tieren und Menschen laufen unter Stressbedingungen sehr ähnliche Reaktionsprozesse ab, durch die Organismen robust weiter funktionieren können. Die Aufklärung der fundamentalen Prinzipien, die letztlich zu Resistenz und damit zur Anpassung an „ungemütliche“ Lebensbedingungen führen, steht im Mittelpunkt der Forschung des Graduiertenkollegs STRESSistance.
Das seit 2022 bestehende Graduiertenkolleg wird nun für weitere viereinhalb Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert: Das Team aus Forschenden der Fachbereiche Biologie und Chemie der RPTU konnte mit seinem zweiten Antrag überzeugen und erneut eine Förderung von rund vier Millionen Euro für Forschung und Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses einwerben.
Während der ersten Förderperiode konnten die Forschenden bereits ein grundlegendes Verständnis der stressbedingten molekularen Veränderungen in Zellen gewinnen: Beispielsweise, wie sich Genommutationen – also Veränderungen im Erbgut einer Zelle – auf die Proteinzusammensetzung von Krebszellen auswirken, wie Viren die Proteinzusammensetzung von Mitochondrien verändern oder welche molekularen Veränderungen in Pflanzenzellen bei schwankenden Lichtintensitäten auftreten.
Dafür wurden verschiedene Organismen in die Forschung einbezogen (Hefe, Algen, Pflanzen, Fruchtfliegen, Mäuse und menschliche Zellkulturen), um die Grundprinzipien und Reaktionsabläufe möglichst über eine große biologische Bandbreite hinweg zu erfassen und zu entschlüsseln. Dies wird auch in der zweiten Förderperiode der Fall sein, wobei der Forschungsschwerpunkt nun stärker auf der Entschlüsselung der molekularen Mechanismen liegen wird, die die einzelnen Systeme in ein neues Gleichgewicht bringen.
Im Mittelpunkt eines Graduiertenkollegs steht die Ausbildung der Promovierenden, also der nächsten Generation an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die durch die Vielfalt an verwendeten Modellsystemen, die breite Palette anspruchsvoller experimenteller Ansätze und ein strukturiertes Qualifizierungsprogramm gewährleistet wird. Zusammen mit dem aktuellen Forschungsschwerpunkt werden die Promovierenden somit optimal für Führungspositionen in Wissenschaft und Industrie qualifiziert.
„Wir freuen uns sehr und sind dankbar, dass die Ergebnisse und Perspektiven unserer Forschung die Entscheider bei der DFG überzeugten und die Förderung um weitere viereinhalb Jahre verlängert wird. Dadurch haben wir die Möglichkeit, unsere Forschungsprojekte weiterzuführen und dazu beizutragen, dass Menschen und Tiere im Alter länger gesund bleiben und Nutzpflanzen resistent gegenüber Trockenheit gemacht werden können. Das gesamte Team ist sehr stolz auf diesen Erfolg“, erklärt der federführende Leiter und Sprecher des STRESSistance-Graduiertenkollegs, Prof. Dr. Johannes Herrmann.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Johannes Herrmann
Fachbereich Biologie
RPTU Kaiserslautern-Landau
E-Mail: j.herrmann[at]rptu.de
Dr. Gabriele Amoroso
Fachbereich Biologie
RPTU Kaiserslautern-Landau
E-Mail: gabriele.amoroso[at]rptu.de
Pressekontakt:
Christine Pauli
Universitätskommunikation
E-Mail: presse[at]rptu.de
