Unsere RPTU Story

Als Bauingenieurin im Projektmanagement durchgestartet

Frau vor weißer Wand
Heute ist RPTU-Absolventin Zehra Celik Projektingenieurin im Infrastrukturbau - und arbeitet als Projektleitung an Brücken, Verkehrswegen und Schieneninfrastruktur. „Kein Tag ist wie der andere", erzählt sie. „Ich bin mal im Büro, mal auf der Baustelle, mal im Workshop." Foto: Studioline Photography

Für Zehra Celik entstehen die besten Ideen im Team. Mit dieser Überzeugung beginnt sie ihr Studium im Bauingenieurwesen an der RPTU. Heute ist sie als Projektingenieurin für Bauprojekte wie die Erneuerung von Brücken und Schieneninfrastruktur verantwortlich. Hier berichtet sie über Erfahrungen und Erlebnisse.

Zehra Celik steht in der Mensa der RPTU in Kaiserslautern und fragt nach dem Weg zum Bauingenieurwesen. Sofort dreht sich jemand um und hilft. „Die sind ja wirklich so freundlich", denkt sie. Vor ihrem Besuch hatte sie online gelesen, dass die Studierenden an der RPTU besonders hilfsbereit miteinander umgehen würden. Ein Aspekt, der ihr bei der Studienplatzwahl wichtig ist.

Dass Zusammenhalt für sie zählt, merkt Zehra Celik bereits in ihrer Schulzeit. Sie arbeitet gerne an Projekten, vor allem im Bereich Naturwissenschaften. Weil sie sich auch für rechtliche Fragestellungen interessiert, überlegt sie nach dem Abitur zunächst, Jura zu studieren und macht ein Praktikum in einer Kanzlei. Zwischen Akten, Paragrafen und Bildschirmen wird ihr jedoch klar, dass ihr etwas fehlt. „Komplexe Fragestellungen liegen mir", sagt sie. „Aber ich brauche den täglichen Austausch mit anderen und möchte sehen, was meine Arbeit bewirkt."

„Komplexe Fragestellungen liegen mir", sagt Zehra Celik. „Aber ich brauche den täglichen Austausch mit anderen und möchte sehen, was meine Arbeit bewirkt."

Zehra Celik macht Berufseignungstests, vergleicht Studiengänge und stößt schließlich auf das Studium Bauingenieurwesen. Sie sucht nach einer Universität, die Fachwissen und eine angenehme Lernumgebung kombiniert. Nach ihrer Begegnung in der Mensa in Kaiserslautern läuft sie über den Campus, ist beeindruckt von den großen Hörsälen und der offenen Atmosphäre. Sie schreibt sich ein.

Die ersten Semester sind spannend, aber nicht leicht: „Es war intensiv am Anfang", erinnert sie sich. „Der Zusammenhalt unter den Studierenden hat mir geholfen, dranzubleiben.“ Auch die Fachschaft ist von der ersten Woche an präsent. „Es gab viele Angebote, wodurch ich schnell die ersten Freunde gefunden habe. In den Vorlesungen habe ich außerdem Studierende aus angrenzenden Fächern kennengelernt. Das ging schneller als erwartet: Man sieht sich, nickt, lächelt, sitzt zusammen – und schon ist man befreundet."

Herausforderungen meistern, Grenzen überschreiten

Während des Bachelors arbeitet Zehra Celik als studentische Hilfskraft in der Vermessungskunde und im Massivbau. Ab dem dritten Bachelorsemester ist sie zudem als Werkstudentin in einem Statikbüro tätig, insgesamt sechs Jahre lang. Ihre Bachelorarbeit schreibt sie in Kooperation mit dem Unternehmen. Das Thema: die Stabilität von Stahl-Fluchttreppen, wie man sie außen an Gebäuden sieht. 

Konkret untersucht Zehra Celik, ob die Gitterroststufen die seitlichen Treppenwangen ausreichend aussteifen – also stabilisieren – oder ob die Konstruktion dafür zusätzliche Elemente braucht. Stahlbau gilt als eines der anspruchsvollsten Fächer im Bauingenieurwesen. „Das war der Endgegner", sagt sie. „Aber es macht mir Spaß, mich selbst herauszufordern." 

Nach dem Bachelor bleibt Zehra Celik an der RPTU und setzt ihr Studium im Master fort. Der Schritt fällt ihr leicht: Sie kennt das System, die Lehrenden und hat sich ein Netzwerk aufgebaut. Im Master erfährt sie in der Bibliothek bei einem Gespräch mit Kommilitoninnen von der Möglichkeit, ins Ausland zu gehen, und bewirbt sich für ein Semester in Granada, Spanien. „Ein Auslandssemester ist im Bauingenieurwesen nicht üblich, ich würde es aber unbedingt empfehlen", sagt sie. „Die RPTU hat mich von Anfang an bei meinem Vorhaben unterstützt und ich konnte vorab planen, welche Leistungen später anerkannt werden.“

„Die RPTU hat mich von Anfang an bei meinem Vorhaben unterstützt und ich konnte vorab planen, welche Leistungen später anerkannt werden“, sagt Zehra Celik über ihr Auslandssemester.

Drohnen, KI und moderne Bautechnik

Nach ihrer Rückkehr aus Spanien nimmt Zehra Celik eine Werkstudententätigkeit in der Bauleitung im Hochbau auf. Dabei beobachtet sie in der Praxis, wie viel Zeit Bestandsaufnahmen und Schadenserfassungen kosten: stundenlanges Begehen, Messen, Dokumentieren. Als sie im Master das Thema ihrer Abschlussarbeit wählt, setzt sie an diesem Problem an.

Zehra Celik schreibt ihre Masterarbeit über den Drohneneinsatz in der Baubranche. Für ihre Forschung macht sie den Drohnenführerschein, analysiert verschiedene Drohnentechnologien und vergleicht die Gesetzgebung in der EU, den USA, der Türkei und der Schweiz. Wochenlang sucht sie nach einer geeigneten Drohne und einem erfahrenen Piloten.

Am Ende fliegt Zehra Celik mit einem früheren Vermessungsprofessor der RPTU ein Gebäude in Frankfurt ab. Die Drohne erstellt sogenannte Punktwolken, die eine KI-gestützte Software automatisch auswertet: Ein Klick und die Software erkennt eine Wand und zeichnet sie. „Die neue Technik spart enorm Zeit", sagt Zehra Celik. „Aber ich habe auch Ungenauigkeiten bei den KI-gestützten Programmen entdeckt." Den Masterabschluss in der Tasche, ist Zehra Celik längst in der Praxis angekommen.

Von der Mensa in die Projektleitung

Den Übergang in den Beruf organisiert Zehra Celik frühzeitig selbst. Sie geht regelmäßig zu den Afterwork-Veranstaltungen der RPTU, bei denen Unternehmen auf den Campus kommen. Sie führt Gespräche, notiert Kontakte, stellt sich vor. Als sie sich nach dem Masterabschluss bei einem dieser Kontakte meldet, wird sie eingestellt.

Heute ist Zehra Celik Projektingenieurin im Infrastrukturbau und arbeitet als Projektleitung an Brücken, Verkehrswegen und Schieneninfrastruktur. „Kein Tag ist wie der andere", sagt sie. „Ich bin mal im Büro, mal auf der Baustelle, mal im Workshop." Was sie in dieser Rolle täglich erlebt: sie braucht ihr Wissen aus dem Studium, aber auch ihre Kenntnisse aus der Praxis. „Mit dem Vorarbeiter laufen Gespräche anders ab als mit dem Planungsbüro, manche Facharbeiter sprechen wenig Deutsch, die Fachsprache variiert und auch die Anforderungen an mich als Projektleitung sind hoch“, erzählt sie. „Wie man damit umgeht und mit den Leuten redet, das lernt man nicht aus Büchern", sagt sie.

Den Teamgedanken, der sie einst ins Bauingenieurwesen geführt hat, lebt sie täglich: Sie ist Botschafterin ihres Unternehmens und hat bereits einen Werkstudenten von der RPTU in das Unternehmen geholt. Ende des Jahres kehrt sie zur Afterwork-Veranstaltung der RPTU zurück – nicht mehr als Studentin, die Unternehmen kennenlernen will, sondern als Ingenieurin, die Studierenden von ihrem Beruf erzählt.

 

Studieren und forschen im Bauingenieurwesen - und damit Lebensräume der Zukunft schaffen: Hier gibt es weitere Informationen.

 

 

Frau vor weißer Wand
Heute ist RPTU-Absolventin Zehra Celik Projektingenieurin im Infrastrukturbau - und arbeitet als Projektleitung an Brücken, Verkehrswegen und Schieneninfrastruktur. „Kein Tag ist wie der andere", erzählt sie. „Ich bin mal im Büro, mal auf der Baustelle, mal im Workshop." Foto: Studioline Photography