Unsere RPTU Story

FiMS ist wie eine Auszeit vom Schulalltag und genau das richtige für Knobelfans: Über das Frühstudium fand Laura Engels ins Mathestudium

Laura Engels

„Für viele ist das eine Überraschung: Mathematik ist total forschungsorientiert“, grinst Laura Engels über ihre spät gefundene Liebe zur Welt der Zahlen und Formeln. Die 19-jährige Cuxhavenerin ist angekommen: im Studium und in Kaiserslautern. Zutiefst zufrieden ist sie mit ihrer Studienwahl. Dabei war es nicht die erste Wahl: Wirtschaftsinformatik sollte es werden, weil sie schon immer gerne geknobelt hat und an neuen Codes getüftelt. 

Dann kam eins zum anderen: Die Teilnahme an einem Workshop der Math-Talent-School für MINT-EC Schulen am Fraunhofer Institut in Kaiserslautern, der zeitgleich stattfindende Tag der Mathematik an der RPTU Kaiserslautern und darüber die ersten Informationen zu FiMS, dem Früheinstieg ins Mathematikstudium. 

FiMS: Mathe-Frühstudium für Knobler und Forscher

„FiMS war für mich die perfekte Möglichkeit, zu testen, ob Mathe wirklich genau das ist, was ich studieren möchte – immerhin war ich mir vor dem Workshop am Fraunhofer noch sicher gewesen, das ich in den Informatikbereich gehen werde“, erzählt Laura Engels. Als die angehende Mathematikerin mit dem Frühstudium begann war sie 17 Jahre alt, besuchte noch das Gymnasium in Cuxhaven und bereitete sich aufs Abitur vor. „Das gute an FiMS ist, dass es ein Fernstudium ist.“ Die Schülerinnen und Schüler im Frühstudium erhalten ihre Aufgaben von den betreuenden Dozenten und reichen die Lösungen digital ein. Durch die zeitliche Flexibilität konnte Laura FiMS gut in ihren Schulalltag integrieren. „Ich muss von mir sagen, dass ich es mit dem Lernen oft ein wenig zu ernst genommen habe. Da waren die FiMS Aufgaben für mich wie eine kurze Auszeit vom stressigen Alltag.“ Der volle Fokus aufs Knobeln, Rätseln und Lösungen finden außerhalb des Schulstoffes war eine schnell liebgewonnene Ablenkung. 

Vorarbeiten fürs ordentliche Studium

„Leider bin ich erst spät auf FiMS aufmerksam geworden. So hatte ich nur ein knappes Semester das Vergnügen.“ Theoretisch hätte sie die Möglichkeit gehabt, bereits mit 15 Jahren ins Mathe-Frühstudium zu starten. Das bringt über die eigene Freude am Knobeln und einem ersten Einblick ins Universitätsleben auch gleich noch Vorteile für das spätere Studium: Wer sich im Anschluss für ein Mathe-Studium entscheidet, kann sich Leistungen aus FiMS anrechnen lassen und so seine Studienzeit verkürzen.

„Das hat bei mir leider nicht mehr geklappt. Dafür bin ich zu spät eingestiegen und neben dem Abi habe ich es nicht geschafft, die Abschlussprüfung mitzuschreiben.“ Das findet Laura rückblickend aber gar nicht so schlimm: Ein Gewinn aus FiMS wiegt für sie viel schwerer, als dass sie eine Prüfung bestanden hat. „Für mich hat es die Sicherheit gebracht, dass Mathe genau das ist, wonach ich gesucht habe.“ Eigentlich ging Laura davon aus, dass Mathe trocken ist, wenig anwendungsorientiert – genauso eben, wie sie Mathematik aus der Schule kannte. „Das ist aber überhaupt nicht vergleichbar: Universitäre Mathematik ist zwar im Bachelor noch sehr theoretisch, aber während der Math-Talent-School am Fraunhofer in Kaiserslautern ist mir klar geworden, wie praktisch dieses Wissen anwendbar ist.“

Vom Einfluss der Lehrkraft

Laura ist ehrlich: Bis zur Oberstufe ging sie eher davon aus, dass in Mathe nicht gerade ihre Stärken liegen. „Ich stand in Mathe immer zwischen zwei und drei – da gab es ganz andere Überflieger.“ Vielleicht auch dem geschuldet, dass ihr die Mathelehrerin an der Grundschule mit Blick auf ihre Leistungen in Mathe bezeugte, dass sie es nicht aufs Gymnasium schaffen wird. „Mein Mathelehrer in der Oberstufe war der Gamechanger. Er legte den Schwerpunkt unter anderem auf Logik und auf einmal lag mir Mathe auch. Knobeln und logische Lösungen finden fiel mir schon immer leicht.“

„FiMS hörte sich für mich zuerst an wie so ein Hochbegabten-Programm, aber das ist es gar nicht.“ Klar sei es hilfreich, gut in der Schule zu sein, denn für FiMS braucht es unter anderem ein Empfehlungsschreiben des eigenen Mathelehrers. Aber die wichtigste Voraussetzung ist ein Faible fürs Knobeln und Forschen. Und das hatte Laura schon immer: „Ich war seit der siebten Klasse in der Jugend forscht AG. Für mich war die AG der Türöffner zu den ganzen MINT-EC Programmen und die wiederum der Türöffner für FiMS.“ Es sei aber, betont Laura, kein Vorwissen nötig.

FiMS war wie ein liebgewonnenes Hobby

Mittlerweile liegt FiMS für Laura schon fast zwei Jahre zurück. Inzwischen wird sie als Felix-Klein-Stipendiatin gefördert. Ihre Leidenschaft für die Angewandte Mathematik zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Studium. 

„Wenn ich auf FiMS zurückblicke, muss ich sagen, dass es wie ein liebgewonnenes Hobby war: Es hat Spaß gemacht, ich konnte flexibel sein, ohne Druck und – wie jedes andere Hobby auch – brauchte ich Zeit dafür.“ Im Schnitt hat Laura für ihr FiMS-Studium etwa acht bis zwölf Stunden in der Woche aufgebracht. „FiMS war für mich ‚Studieren light‘“, sagt sie abschließend. Durch viel persönliche Betreuung war das Pensum gut zu schaffen. „Das Einzige, was mir gefehlt hat, war der analoge Kontakt.“ Die Videocalls brachten zwar räumliche Flexibilität, aber konnten für Laura den analogen Kontakt nicht ersetzen.

Das ist jetzt anders: Ihren neuen Lebensmittelpunkt hat sie längst in Kaiserslautern gefunden. Die Vielfalt der Stadt, die internationale Atmosphäre und das Flair der Campus Uni mit kurzen Wegen haben ihr das Zuhause fühlen leicht gemacht. „Ich genieße das Studierendenleben. Den persönlichen Austausch und das gemeinsame Knobeln an mathematischen Lösungen“, strahlt die Mathematikstudentin im Bachelor. 

Obwohl sie jetzt ordentlich studiert, nimmt sie sich Zeit für den Blick über den Tellerrand. Erst im Herbst dieses Jahres hat sie an der einwöchigen Herbstschule des Felix-Klein-Zentrums teilgenommen, die am benachbarten Fraunhofer Institut in Kaiserslautern stattfand. „Für mich ist die RPTU am Campus Kaiserslautern ein riesen Glücksfall: Forschungsinstitute liegen hier in direkter Nachbarschaft zum Campus und der Campus selbst bietet sehr komfortables Studieren. Ich würde sagen: Kaiserslautern ist mein Wohlfühlcampus – hier stimmt alles: Studium, Möglichkeiten und Betreuung.“

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Gut zu wissen: Die Teilnahme an FiMS ist im Wintersemester (Anmeldung 15. September) sowie im Sommersemester (Anmeldung bis 15. März) möglich. Mehr Informationen dazu und welche Vorbereitung vorab hilfreich sind, gibt's auf den Seiten zu FiMS.

Oder soll es die Physik sein? Die RPTU bietet mit FiPS auch ein Programm zum Früheinstieg ins Physikstudium. Mehr Informationen dazu und für wen es das passende Angebot ist, gibt's auf den Seiten zu FiPS.

Laura Engels