Professor Dr. Johann-Nikolaus Seibert

Mein akademischer Werdegang ist eng mit der Lehrkräftebildung im Fach Chemie und der innovativen Entwicklung von digitalen Lehr-Lernformaten zur Förderung des selbstregulierten Lernens im Chemieunterricht verbunden. Nach meinem Abitur am Gymnasium Wendalinum in St. Wendel im Jahr 2009 begann ich ein Lehramtsstudium für die Fächer Chemie und Mathematik an der Universität des Saarlandes, das ich 2017 mit dem Ersten Staatsexamen abschloss. Im Anschluss promovierte ich von 2017 bis 2021 im Bereich der Chemiedidaktik. In meiner Dissertation beschäftigte ich mich insbesondere mit dem Einsatz digitaler Medien im Chemieunterricht und verfolgte dabei einen interdisziplinären Ansatz unter Betreuung von Prof. Dr. Christopher W.M. Kay (Physikalische Chemie), Prof. Dr. Johannes Huwer (Chemiedidaktik) und Prof. Dr. Franziska Perels (Empirische Bildungsforschung mit Fokus auf das selbstregulierte Lernen). Darauf aufbauend absolvierte ich von 2021 bis 2023 mein Referendariat am Studienseminar für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in Kaiserslautern in den Fächern Chemie und Mathematik und legte das Zweite Staatsexamen ab. Seit Februar 2023 bin ich Juniorprofessor (W1 mit Tenure-Track) für Fachdidaktik Chemie an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU). In meiner Forschung und Lehre konzentriere ich mich auf Digitalisierung, selbstreguliertes Lernen sowie innovative Lehr-Lern-Konzepte.

Forschungsschwerpunkte

  • Selbstregulations- und Selbstlernprozesse beim Fachlernen in der Chemie 
  • Individuelles Lernen im Chemieunterricht durch den Einsatz von KI
  • Entwicklung innovativer experimenteller Ansätze für den Chemieunterricht und das Chemiestudium
  • Außerschulisches Lernen im Schülerlabor CLeVerLAB
  • Digitale Forschungskompetenz von Studierenden

3 Fragen

WAS FASZINIERT SIE AN IHRER FORSCHUNG? 

Mich fasziniert an meiner Forschung vor allem die Möglichkeit, die Qualität von Chemieunterricht nachhaltig zu verbessern und Schülerinnen und Schüler auf die immer komplexer werdende Alltagswelt vorzubereiten. Besonders spannend finde ich die Frage, wie digitale Medien und KI sinnvoll eingesetzt werden können, um Lernprozesse nicht nur effizienter, sondern auch individueller zu gestalten. Gleichzeitig begeistert mich die Verbindung von Theorie und Praxis: Forschungsergebnisse lassen sich direkt in Unterrichtskonzepte übertragen und im schulischen Alltag erproben. Zu sehen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse tatsächlich einen Unterschied im Lernen und Verstehen machen, ist für mich eine große Motivation.

WER ODER WAS HAT IHNEN AUF DEM KARRIEREWEG ZUR PROFESSUR AM MEISTEN GEHOLFEN? 

Meine drei Betreuer in der Promotion haben mich sehr in meinem wissenschaftlichen Karriereweg geprägt. Insbesondere der interdisziplinäre Ansatz aus Physikalischer Chemie, Chemiedidaktik und empirischer Bildungsforschung hat meinen Horizont in der Forschung erweitert, wodurch ich in meiner Forschung stark interdisziplinäre Ansätze immer bevorzuge. Kooperation und Ko-Konstruktion kann nämlich nur erfolgreich funktionieren, wenn man sich eingestehen kann, was man (noch) nicht kann. 

WAS MACHEN SIE, WENN SIE NICHT ARBEITEN? 

Ich versuche jede freie Zeit, die ich habe, mit meiner kleinen Tochter und meiner Frau zu verbringen. Die beiden sind mein Anker, um aus dem teilweise sehr turbulenten universitären Alltag zu entkommen und abzuschalten. 

Das Wichtigste zum Schluss

Frühaufsteher*in oder Nachteule?

Nachteule.

Stadtleben oder Landluft?

Landluft.

Kochen oder essen gehen?

Kochen.