Professor Dr. Thomas Rucker

Thomas Rucker studierte von 2003 bis 2010 Lehramt an Hauptschulen und Diplom-Pädagogik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Gefördert durch ein Promotionsstipendium arbeitete er anschließend an seiner Dissertation zur Komplexität von Bildung und wurde 2013 an der Universität Bern in Erziehungswissenschaft promoviert. Von 2013 bis 2023 war er dort als wissenschaftlicher Assistent und Dozent für Grundlagen der Erziehungswissenschaft tätig. 2020 habilitierte er sich mit einer Arbeit zur Grundlagenforschung der Allgemeinen Didaktik. Nach mehreren Professurvertretungen ist er seit 2023 Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Erziehungs- und Bildungstheorie an der RPTU Kaiserslautern-Landau.

Forschungsschwerpunkte

  • Erziehungs- und Bildungstheorie
  • Allgemeine Didaktik
  • Pädagogische Anthropologie
  • Pädagogische Ethik
  • Wissenschaftstheorie der Erziehungswissenschaft

3 Fragen

WAS FASZINIERT SIE AN IHRER FORSCHUNG ?

In meiner Forschung beschäftige ich mich mit grundlegenden Fragen der Erziehungswissenschaft: Was meinen wir, wenn wir von Erziehung sprechen? Was bedeutet Bildung unter den Bedingungen spätmoderner Gesellschaften? Was heißt es, den Menschen aus pädagogischer Perspektive in den Blick zu nehmen? Oder welche ethischen Maßgaben sollten pädagogisches Handeln leiten? Ebenso interessiert mich die Frage, worin der Wissenschaftscharakter der Erziehungswissenschaft besteht und wie sich die wissenschaftliche Rede von Erziehung, Bildung und Unterricht von der alltäglichen Rede über diese Sachverhalte unterscheiden lässt.

Faszinierend ist für mich, dass es sich bei all diesen Fragen um Dauerprobleme handelt, die unter veränderten Bedingungen immer wieder neu formuliert werden und nach Antworten verlangen. Damit ist zugleich eine lange Tradition verbunden, in die man sich einarbeiten muss, um die eigenen Überlegungen auf einem angemessenen Niveau zu entwickeln. Ein besonderer Reiz meiner Arbeit liegt darin, dass auch scheinbar überzeugende Antworten auf diese Fragen problematisiert und mit Alternativen konfrontiert werden können. Meine Forschung setzt genau hier an, indem ich solche alternativen Perspektiven zu entwickeln und damit neue Sichtweisen auf pädagogische Sachverhalte zu eröffnen suche.

WER ODER WAS HAT IHNEN AUF DEM KARRIEREWEG ZUR PROFESSUR AM MEISTEN GEHOLFEN? 

Hier muss man ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren in Rechnung stellen. Eine wichtige Rolle spielte mein früh entwickeltes Interesse an theoretischen Fragestellungen. Schon während des Studiums war mir klar, dass ich diesem Interesse dauerhaft nur im Rahmen einer wissenschaftlichen Laufbahn nachgehen kann.

Von großer Bedeutung war darüber hinaus die Unterstützung durch Menschen in meinem persönlichen Umfeld. Meine Eltern haben mir stets den Rücken freigehalten und mir ermöglicht, mich ganz auf mein Studium zu konzentrieren. Später waren es meine Frau und meine Kinder, die diesen Karriereweg mitgetragen und unterstützt haben.

Von entscheidender Bedeutung war zudem mein akademischer Lehrer Elmar Anhalt, den ich während meines Studiums kennengelernt habe. Er hat meine wissenschaftliche Entwicklung über viele Jahre hinweg begleitet, meine Qualifikationsarbeiten betreut und mir die Möglichkeit eröffnet, zentrale Schritte meiner akademischen Laufbahn an der Universität Bern auf einer unbefristeten Stelle als Dozent zu durchlaufen.

Nicht zuletzt spielt ein Moment des Glücks eine Rolle. Wissenschaftliche Karrieren sind immer auch von günstigen Gelegenheiten abhängig. Dass sich eine solche Gelegenheit für mich hier an der RPTU ergeben hat, freut mich sehr.

WAS MACHEN SIE, WENN SIE NICHT ARBEITEN? 

Ich verbringe Zeit mit meiner Familie. Und wenn dann noch Zeit bleibt, mache ich gerne Sport.

Das Wichtigste zum Schluss

Frühaufsteher*in oder Nachteule?

Frühaufsteher.

Stadtleben oder Landluft?

Landluft.

Kochen oder essen gehen?

Beides.