Rückblick: Benefiz-Lesung zu Ehren von Gerty Spies im Café Cosmo

Mit einer eindrucksvollen und würdevollen Benefiz-Lesung gedachte das Zentrum für Kultur- und Wissensdialog (ZKW) der RPTU am Montag, 13. Januar 2025, der Schriftstellerin Gerty Spies anlässlich ihres 128. Geburtstags. In Kooperation mit dem Studiengang Darstellendes Spiel versammelten sich zahlreiche Gäste im Café Cosmo, um ihrem Werk „Drei Jahre Theresienstadt“ zu lauschen und gemeinsam ein Zeichen des Erinnerns zu setzen.

Unter dem Titel „Erinnern, um die Zukunft zu gestalten“ eröffnete die Lesung einen intensiven Zugang zu den autobiografischen Erinnerungen von Gerty Spies. Vorgetragen von Marvin Seiwert, entfalteten die Texte eine große sprachliche Kraft: Sie schildern das Leben im Konzentrationslager Theresienstadt mit schonungsloser Klarheit und bewahren zugleich Menschlichkeit, Würde und Hoffnung. Die ruhige, konzentrierte Atmosphäre des Abends ermöglichte eine tiefe Auseinandersetzung mit Spies’ Erfahrungen und ihrer literarischen Stimme.

Gerty Spies, 1897 in Trier geboren, überlebte drei Jahre im KZ Theresienstadt. Ihre Gedichte und Prosaskizzen, die sie unter extremen Bedingungen auf entwendetem Packpapier festhielt, zählen heute zu den eindrucksvollsten literarischen Zeugnissen des Holocaust. Der Rückblick auf ihr Leben und Werk machte deutlich, wie bedeutsam ihr Schreiben als Mahnung gegen das Vergessen und als Plädoyer für Menschlichkeit und Verständigung bis heute ist.

Neben dem literarischen Gedenken stand auch das gesellschaftliche Engagement im Mittelpunkt des Abends. Die Benefiz-Lesung wurde vom Rotary Club Landau unterstützt; die gesammelten Spenden kommen dem Mogombani School-Projekt in Kenia zugute und verbinden so Erinnerungskultur mit konkreter Bildungsförderung.

Die Veranstaltung im Café Cosmo war ein stiller, eindringlicher und zugleich solidarischer Abend, der zeigte, wie Literatur Räume für Erinnerung, Reflexion und Verantwortung eröffnen kann – und wie wichtig es ist, diese Stimmen auch heute hörbar zu machen.