Rückblick: Science Slam an der RPTU

Spannende Forschung, knallige Pointen und ein vollbesetzter Festsaal

Wenn Forschung zahlreiche Zuschauer anzieht, knallige Pointen liefert, Pilze singen und Ameisen zu Ökosystemingenieuren werden, dann ist wieder Science Slam an der RPTU. Am Donnerstag, den 22. Januar, verwandelten das Zentrum für Kultur- und Wissensdialog (ZKW) und das Zentrum für Graduiertenförderung und akademische Personalentwicklung Landau (ZGaPL) den bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal der RPTU in eine Bühne für Wissenschaft mit Unterhaltungsfaktor. Der Eintritt war frei, mit der Option für einen gemeinnützigen Zweck zu spenden.

Durch den Abend führte der erfahrene Poetry Slammer Markus Becherer, der souverän, schlagfertig und mit sicherem Gespür für Timing dafür sorgte, dass auch komplizierte Forschung locker beim Publikum ankam. Beim Science Slam treten Akademikerinnen und Akademiker, Doktorandinnen und Doktoranden sowie Lehrende der RPTU auf, die in einem Workshop auf die Präsentation in einem Slam-Format gecoached werden. Sie bewiesen einmal mehr: Wissenschaft kann mehr als PowerPoint.

Das Publikum begab sich auf eine ebenso lehrreiche wie überraschende Reise durch die Welt der Forschung. Vera Tkocz, Absolventin der Umweltwissenschaften, berichtete singend von den Tücken der Pilzzucht, irgendwo zwischen Labor, Liedermacherin und leiser Kritik am Umweltschutz. Verena Riffel, Doktorandin der Germanistik, zeigte, dass Intrigen kein modernes Phänomen sind und auch um 1800 schon bestens funktionierten, inklusive Parallelen zu heutigen Disneyhits.

Ökologin Allyssa Hinkle erklärte, warum Blattschneiderameisen wahre Meister der Zusammenarbeit sind und was ihre jahrmillionenalte Partnerschaft mit Pilzen über den Umgang mit Umweltveränderungen verrät. Ann Biedermann räumte pointiert mit Mythen rund um gendersensible Sprache auf und bewies, dass Aufklärung auch mit Humor funktioniert. PD Dr. Katherine Muñoz Sepúlveda, erklärte, dass nicht der Schimmel im Brot Probleme macht, sondern von diesen produzierte Mykotoxine. Felipe Barreto-Storandt erinnerte das Publikum daran, dass wir trotz intensiver Forschung über menschliche Kommunikation oft weniger wissen, als wir glauben.

Am Ende des Abends war klar: Wissenschaft darf unterhalten, überraschen und zum Lachen bringen. Der lang anhaltende Applaus zeigte, dass dieses Konzept auf großes Interesse stößt und die Planung für den nächsten Science Slam der RPTU steht schon in den Starlöchern.