Fachübergreifendes Lernen zur Ernährung: Chemie- und Sport-Studierende befassen sich mit Zucker und Zuckerersatzstoffen

Chemie- und Sport-Studierende befassen sich befassen sich gemeinsam mit dem Thema Ernährung. Foto: RPTU, Sportwissenschaft/Chemie
Chemie- und Sport-Studierende befassen sich befassen sich im Projekt gemeinsam mit dem Thema Ernährung. Foto: RPTU, Sportwissenschaft/Chemie

Im Projekt „Sportistry“ geht es darum, fachübergreifende Lehr-Lern-Formate für Studierende in Chemie und Sportwissenschaft zu entwickeln, um angehende Lehrkräfte zu fördern, aber auch Schülerlabore im „CLeVerLab“ anzubieten. So befassen sich Kaiserslauterer Lehramtsstudierende mit der Verwendung von Zuckerersatzstoffen in Lebensmitteln. Dabei bringen sie unterschiedliche Perspektiven aus ihren Forschungsdisziplinen mit ein. Im Praktikum untersuchen sie, welche Zucker und Zuckerersatzstoffe in Lebensmitteln enthalten sind und welche Auswirkungen sie auf den Blutzuckerspiegel haben. Das Projekt wird durch die Klaus Tschira Stiftung ermöglicht.

Am Mittwoch, den 7. Februar, werden zwei Oberstufenklassen an der RPTU in Kaiserslautern ab 10 Uhr gemeinsam mit Chemie- und Sportstudierenden das fächerübergreifende Praktikum im Schülerlabor CLeVerLAB durchlaufen. Die Medien sind dazu eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten.

An der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) beschäftigten sich Studierende der Lehramtsstudiengänge Chemie, Sport und Gesundheit, aber auch des Bachelor-Studiengangs Sportwissenschaft und Gesundheit mit chemischen Vorgängen im Körper. „Das gehört zum fundamentalen Basiswissen“, sagt Dr. Carlo Dindorf, der an der RPTU in Kaiserslautern im Fachgebiet Sportwissenschaft (Arbeitsgruppe Professor Dr. Michael Fröhlich) forscht und auch Studierende betreut. „Darüber hinaus ist es beispielsweise für angehende Sportlehrkräfte interessant, im Unterricht Bezüge zur Chemie herstellen zu können.“ Umgekehrt ist dies auch der Fall: Beispiele aus dem Sport praxisnah zu thematisieren, bietet sich ebenfalls für den Chemieunterricht an. „Im Rahmen des Projektes möchten wir Lehramtsstudierenden aus der Sportwissenschaft und der Chemie die Möglichkeit geben, sich gemeinsam fachübergreifend mit der kontroversen Thematik Ernährung auseinanderzusetzen“, sagt Juniorprofessor Dr. Johann-Nikolaus Seibert, der im Lehrgebiet Fachdidaktik Chemie forscht.

Dabei hat das Team um Seibert und Dindorf nicht nur die Studierenden im Blick, sondern auch Schülerinnen und Schüler, die sich im Rahmen eines Labortags im Schülerlabor CLeVerLAB mit der Thematik auseinandersetzen sollen.

Am Mittwoch, den 7. Februar, steht nun erstmals ein solches Schülerlabor auf der Agenda. Die Jugendlichen arbeiten dabei in Kleingruppen zusammen, um verschiedene Zucker und ihre Ersatzstoffe in Lebensmitteln zu untersuchen. Betreut werden sie jeweils von einem Studierenden aus der Chemie und einem Studierenden aus der Sportwissenschaft, die jeweils eine eigene unterschiedliche Fachexpertise mit einbringen.

Davor haben Dindorf und Seibert bereits erste Lehrveranstaltungen für Studierende angeboten, bei denen es darum ging, Inhalte aus beiden Perspektiven zu beleuchten. „Wir haben dazu eigene Lernmaterialien entwickelt, in denen die Herangehensweisen beider Fachdisziplinen eingeflossen sind“, fährt Dindorf fort. Seibert ergänzt: „Es geht uns bewusst darum, die Bewertungskompetenz und Mehrperspektivität zu fördern, damit angehende Lehrerkräfte später im eigenen Unterricht bestimmte Themen aus verschiedenen Blickwinkeln und vor allem kontrovers beleuchten können.“

Im Rahmen eines Laborpraktikums haben sich Studierende zum Beispiel damit beschäftigt, wie sich Zucker und Zuckerersatzstoffe in Lebensmitteln nachweisen lassen – so wie es auch im CLeVerLAB vorgesehen ist. Nach der chemischen Analyse geht es um den Bewertungsprozess. Beispielsweise haben sich die Studierenden damit auseinandergesetzt, für welche Benutzergruppe welcher Zuckerersatzstoff sinnvoll sein könnte, ob Zucker oder Zuckerersatzstoffe gesünder sind und wie es um die Textur des jeweiligen Lebensmittels bestellt ist. Seibert erklärt: „Dieser didaktisch strukturierte Bewertungsprozess wird durch eine textgenerierende künstliche Intelligenz angereichert, welche die Lernenden bei der Findung notwendiger mehrdimensionaler Wertmaßstäbe unterstützen soll.“

Langfristiges Ziel des Vorhabens ist es, fächerübergreifende Lehr-Lern-Materialien als sogenannte Open Educational Resources (OER) frei zugänglich zu machen und weiterhin gemeinsame Lehrveranstaltungen anzubieten. Auf Basis dieser erarbeiteten Inhalte möchte das Team um Dindorf und Seibert auch dauerhaft ein gemeinsames Schülerlaborangebot an der RPTU in Kaiserslautern etablieren, in dem Jugendliche (fach)wissenschaftliche Themen interdisziplinär bearbeiten können.

Ermöglicht wird das Projekt „Sportistry – Ernährung und Energiebereitstellung interdisziplinär begreifen“ durch die Klaus Tschira Stiftung. Es ist im vergangenen Sommer gestartet und läuft noch bis zum 30. Juni 2024.

Medien sind zum Schülerlabor eingeladen. Es findet in den Räumen 354 sowie 359-381 in Gebäude 54 an der RPTU in Kaiserslautern statt und beginnt um 10 Uhr. Carlo Dindorf und Johann-Nikolaus Seibert stehen als Interviewpartner bereit, um Auskunft über das Projekt zu geben. Es wird um Anmeldung bis Dienstag, den 6. Februar, an presse@rptu.de gebeten.

Fragen beantworten:
Prof. Dr. Michael Fröhlich / Dr. Carlo Dindorf
Lehrgebiet Sportwissenschaft
RPTU in Kaiserslautern
Tel.: 0631 205-5172
E-Mail: michael.froehlich[at]rptu.de / carlo.dindorf[at]rptu.de

Jun.-Prof. Dr. Johann-Nikolaus Seibert
Fachdidaktik Chemie und Schüler:innenlabor CLeVerLAB
RPTU in Kaiserslautern
Tel.: 0631 205-2990
E-Mail: johann.seibert[at]rptu.de

Die Klaus Tschira Stiftung
Die Klaus Tschira Stiftung (KTS) fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zur Wertschätzung dieser Fächer beitragen. Sie wurde 1995 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940–2015) mit privaten Mitteln ins Leben gerufen. Ihre drei Förderschwerpunkte sind: Bildung, Forschung und Wissenschaftskommunikation. Das bundesweite Engagement beginnt im Kindergarten und setzt sich in Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen fort. Die Stiftung setzt sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter: www.klaus-tschira-stiftung.de

 

Chemie- und Sport-Studierende befassen sich befassen sich gemeinsam mit dem Thema Ernährung. Foto: RPTU, Sportwissenschaft/Chemie
Chemie- und Sport-Studierende befassen sich befassen sich im Projekt gemeinsam mit dem Thema Ernährung. Foto: RPTU, Sportwissenschaft/Chemie

Über die RPTU

Seit 1. Januar 2023 bilden die Technische Universität Kaiserslautern und die Universität in Landau zusammen die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau. Mit rund 19.000 Studierenden und mehr als 300 Professorinnen und Professoren ist die RPTU die zweitgrößte akademische Einrichtung des Landes. Als Ort internationaler Spitzenforschung und akademische Talentschmiede der Wirtschaft und Wissenschaft bietet die RPTU exzellente Studien- und Forschungsbedingungen sowie ein weltoffenes Umfeld. Die RPTU ist zudem Innovations- und Transferpartner für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wer an der RPTU studiert, lernt, forscht oder arbeitet, ist Teil einer lebendigen Universitätsgemeinschaft und gestaltet die Welt von morgen.

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Stabsstelle Universitätskommunikation

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