Unsere RPTU Story

Meinung, die zählt: Mit „Campustour“ die RPTU mitgestalten

Campustour-Befragung
Julia Kleine (links) und Maike Rech (rechts) haben mit Metaplanwänden am Campus Kaiserslautern und Landau im Sommer 2025 Meinungen der Studierenden eingefangen.

Julia Kleine und Maike Rech sind Mitarbeiterinnen im Bereich Befragungen und Akkreditierung im Referat „Lehrentwicklung und Qualitätssicherung“ (vormals „Referat 4 Qualität in Studium und Lehre“). Mit verschiedensten Fragen an Studierende im Gepäck waren sie vergangenen Sommer auf dem Campus in Kaiserslautern und Landau unterwegs. Ihre Mission: Durch die Studierendenbefragung „Campustour“ ehrliches Feedback zum Unileben erhalten und es mit gezielten Maßnahmen nachhaltig verbessern. Wie genau sich Studierende dafür einbringen können, erzählen uns die beiden im Interview.

Befragungen an der RPTU gibt es schon lange. Was ist bei der „Campustour“ neu bzw. anders?

Maike Rech: Das stimmt, Studierendenbefragungen führen wir an der Uni schon lange durch. Digitale Befragungen per E-Mail wird es auch nach wie vor in regelmäßigen Abständen geben. Mit den daraus gewonnenen Daten können wir bereits gut arbeiten, haben aber gemerkt, dass nach wie vor der eine oder andere Punkt offen bleibt. Durch die Fusion zur RPTU Kaiserslautern-Landau werden wir uns auch im Qualitätsmanagement von Studium und Lehre neu aufstellen und neue Wege gehen, direktes Feedback von Studierenden zu erhalten. Und so kamen wir auf die Idee der Campustour.

Julia Kleine: Wir haben uns mit großen Metaplanwänden an zentralen Plätzen auf dem Campus Kaiserslautern und dem Campus Landau aufgestellt und waren somit für die Studierenden kaum zu übersehen. Studierende kamen zum Teil in kleinen Gruppen und diskutierten untereinander – oder direkt mit uns - die angeschriebenen Fragen –. Es war schön, dass auch wir vom Qualitätsmanagement mit den Studierenden in den direkten Austausch kommen konnten. Es herrschte reges Engagement. Die abgegebenen Antworten auf den Metaplanwänden blieben aber, wie auch bei den digitalen Befragungen, anonym. 

Gab es einen besonderen Schwerpunkt bei der Campustour?

Maike Rech: In diesem Fall lag unser Fokus auf dem Thema „Studentisches Engagement/Partizipation“. Hierzu gab es ein festes Fragenset, das spezifisch auf einen Schwerpunkt zugeschnitten war, wie zum Beispiel „Warum verändert sich studentisches Engagement?“ oder „Warum sinkt die Beteiligung an Befragungen?“. Gleichzeitig haben wir aber auch ganz breite Fragen gestellt, wie zum Beispiel „Hast du allgemeines Feedback an die RPTU?“. Die Studierenden hatten die Möglichkeit, mit Karten und Stiften ihre ganz persönliche Meinung und Erfahrung auf der Metaplanwand zu teilen. Am Ende konnten wir gute und neue Erkenntnisse gewinnen.

Gab es bei der Campustour Meinungen und Erfahrungen, die überraschend kamen?

Julia Kleine: Als wir die Fragen für die Studierenden entwickelt haben, gab es bereits Gedanken, was die größten Knackpunkte sein könnten, weil sie uns zum Teil selbst aufgefallen sind. Auch wenn der Großteil der Antworten unsere Erwartungen tatsächlich bestätigt haben, war es uns wichtig, unsere Gedanken mit den Studierenden rückzukoppeln.

Maike Rech: Teilweise sind aber auch Themen dazugekommen, die wir bisher noch nicht auf dem Schirm hatten – unter anderem, weil sie nicht in unseren üblichen Arbeitsbereich reinfallen. Wir haben die Stimmen dennoch mitgenommen für eine Rückmeldung in den entsprechenden Teams der RPTU. Durch den persönlichen Austausch konnten wir die abgegebenen Antworten, anders als bei einer digitalen Befragung, direkt noch einmal hinterfragen und damit einzelne Punkt tiefer diskutieren. 

Wie genau kann man sich das vorstellen: Wie verarbeitet ihr die Angaben der Studierenden?

Maike Rech: Um ein konkretes Beispiel im Bereich der Akkreditierung zu nennen, ist durch die Campustour deutlich geworden, dass wir im Qualitätsmanagement ein Fachvokabular mit Abkürzungen verwenden, das den Studierenden gar nicht bekannt ist. Durch ihr ehrliches Feedback haben wir nun den konkreten Auftrag erhalten, unsere Webseite und Dokumente entsprechend anzupassen.

Julia Kleine: Wir haben die Studierenden ja auch danach gefragt, warum das studentische Engagement insgesamt zurückgeht – zum Beispiel in Gremien und Fachschaften. Uns wurde zurückgespielt, dass den Studierenden oftmals gar nicht bekannt ist, was es für Angebote gibt, um sich aktiv einzubringen. Das ist für uns eine wichtige Rückmeldung, um mit anderen Teams der RPTU dazu in den näheren Austausch zu gehen, wie wir die Partizipationsmöglichkeiten innerhalb der Universität sichtbarer machen können. 

Inwiefern können Studierende mit ihrer Stimme konkret zu einem veränderten Unileben beitragen?

Maike Rech: Befragungen wie die Campustour oder auch die Erstsemesterbefragung – die richtet sich an diejenigen, die sich zum Wintersemester erstmalig eingeschrieben haben – bieten Studierenden die einmalige Chance, ihre Meinung außerhalb ihrer Community mit anderen Akteuren der Universität zu teilen. Ob positive Erfahrungen oder herausfordernde Punkte.

Julia Kleine: Die Studierenden müssen kein Vorwissen mitbringen, sondern lediglich die Bereitschaft, ihre eigenen Erfahrungen und vielleicht auch neue Ideen bzw. Impulse zu teilen. Auch wenn sie die Umsetzung und somit den Erfolg ihrer Meinungsteilung nicht sofort sehen, ist ihre Stimme sehr wichtig. Die Entwicklung unserer Universität ist ein Generationenvertrag: Dinge, wie sie heute laufen, wurden zum Teil von den Meinungen anderer Studierender aus der Vergangenheit mitgeprägt. So gab es beispielsweise Rückmeldungen von den Erstis, die an der Erstsemesterbefragung teilgenommen haben, dass sie mehr Zeit zum Ankommen im Unialltag brauchen und dass sie nach der Schulzeit Orientierung benötigen, um an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt zu werden. Diese Stimmen waren damals unter anderem Anlass für die Einführung des Orientierungsstudiums RPTUzero. Es ist also ziemlich wertvoll, seine eigene Meinung zu teilen, weil man wirklich dazu beitragen kann, dass sich an der Universität etwas verändert – für sich selbst und für künftige Studierende.

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Gut zu wissen: In der ersten Januarwoche 2026 findet die Erstsemesterbefragung zum Thema Studienstart und Studienwahl statt. Die Campustour mit Befragung aller Studierenden zum Thema Studium und Unileben findet planmäßig in jedem Sommersemester statt. Und wie ihr gelesen habt: Eure Stimme wird gehört und mit eurer Meinung könnt ihr das Unileben maßgeblich mitgestalten. Mitmachen lohnt sich also!

Campustour-Befragung
Julia Kleine (links) und Maike Rech (rechts) haben mit Metaplanwänden am Campus Kaiserslautern und Landau im Sommer 2025 Meinungen der Studierenden eingefangen.