Unsere RPTU Story

Wertvoller Einstieg in die psychologische Praxis

Psychologiestudierende, die sich auf den Weg in die Welt der psychotherapeutischen Berufspraxis begeben, stehen oft vor einer großen Herausforderung: Wie gelingt der Einstieg in die psychotherapeutische Praxis? Wie bereite ich mich auf die komplexen Anforderungen des Psychotherapeutenberufs vor? Wie schaffe ich den Transfer zwischen Theorie und Praxis und woher weiß ich, welches Formular das passende, welche Dokumentation, die von den Kassen geforderte ist? Für Psychologiestudierende an der RPTU Landau gibt es eine ganz besondere Möglichkeit, die diesen Einstieg erleichtert: die universitätseigene psychotherapeutische Kinder- und Jugendambulanz. In dieser können Studierende das theoretisch Gelernte unter professioneller Anleitung in die Praxis umsetzen. 

Inken Wengst, Masterstudentin im Fach „Allgemeine Psychologie“, konnte bereits wertvolle Erfahrungen in der universitätseigenen Ambulanz sammeln. Sie hat dort nicht nur ein Praktikum gemacht, sondern arbeitet seit April 2024 auch als studentische Hilfskraft (HiWi) im administrativen Bereich. 

Die Ambulanz ist offizielle Weiterbildungsambulanz der RPTU Landau. Das bedeutet, dass die Studierenden nicht nur im Rahmen eines Praktikums, sondern auch während ihrer gesamten Ausbildung die Möglichkeit haben, in der Ambulanz zu arbeiten und zu lernen. „Die Ambulanz ist ein Ort, an dem man praxisnah und gut betreut ausgebildet wird“, sagt die Studentin, die zum Psychologie Studium aus dem Norden Deutschlands nach Landau gekommen ist und die Vorteile einer kleineren Universität mit sehr guter Betreuung zu schätzen weiß.

Ein Praktikum mit Mehrwert

„Mein dreimonatiges Pflichtpraktikum im Master habe ich bereits in der Ambulanz gemacht“, erzählt die 23 Jährige. „Für mich war es sehr motivierend, endlich das theoretisch gelernte in der Praxis angewendet erleben zu können.“ Zudem ist die Ambulanz durch die Angliederung an die Universität immer auf einem aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse und sich daraus ergebender neuer Möglichkeiten für die Psychotherapie. Angehenden Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie Psychologiestudierenden an der RPTU bietet sie somit Ausbildung auf hohem therapeutischem und wissenschaftlichem Niveau. 

Die Landauer Ambulanz hat sich unter anderen auf ein Spezialgebiet in der therapeutischen Diagnostik spezialisiert - auf Autismus-Spektrum-Störungen. Wengst fand genau diese Spezialisierung interessant, insbesondere weil es sich dabei um ein Themenfeld handelt, indem die Wissenschaft im Moment große Fortschritte verzeichnet. Außerdem werden in der Landauer psychotherapeutischen Ambulanz die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft direkt umgesetzt. Diese Spezialisierung bietet eine einzigartige Gelegenheit für Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Ausbildung, sich mit einem so spezifischen und komplexen Themenbereich auseinanderzusetzen.

Neben der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten sowie dem therapeutischen Team fielen im Rahmen des Praktikums auch administrative Tätigkeiten an: Das Anlegen von Patientenakten, das Organisieren der Therapieprozesse und das Sicherstellen der richtigen Dokumentation gehörten zu ihren Aufgaben. „Ich habe gelernt, welch großen Raum die Bürokratie in der therapeutischen Arbeit einnimmt. Damit ist das aus meiner Perspektive ein wichtiges Feld. Während des Studiums spielt dieser Bereich eher eine untergeordnete Rolle.“ 

Ein flexibles Arbeitsumfeld mit viel Verantwortung

Im Anschluss an das Praktikum wurde Wengst als studentische Hilfskraft (HiWi) in der Ambulanz angestellt. Die Arbeitszeiten sind flexibel die Bezahlung überdurchschnittlich, was die Ambulanz zu einem idealen Arbeitsplatz für Studierende macht. „Ich bin Hiwine fürs Administrative. Dadurch dass zu meinen Aufgaben auch die Dokumentation und das Anlegen der Akten gehört, kann ich aus dem Vorgehen der unterschiedlichen Therapeuten viel lernen.“ Jede neue Akte sei eben ein neuer Fall mit neuer Problemstellung und unterschiedlichem Therapieansatz. „Außerdem lerne ich viel über die Bürokratie, die hinter einer Therapie steckt. Das ist vielleicht nicht immer der spannendste Teil der Arbeit, aber er ist unglaublich wichtig“, erklärt sie. 

Die administrative und organisatorische Arbeit hat für Wengst einen besonderen Vorteil: Sie fühlt sich bestens vorbereitet, wenn sie nach ihrem Abschluss in die therapeutische Arbeit einsteigt. „Wenn ich irgendwann selbst als Therapeutin arbeite, dann werde ich die bürokratischen Aufgaben bereits aus dem FF beherrschen.“

Ausbildung und Austausch in der Praxis

Trotz des Fokus ihres Studijobs auf das Administrative ihres zukünftigen Berufes bleibt genug Zeit für den Austausch mit den Therapeutinnen und Therapeuten der Ambulanz. „Man bekommt immer wieder konkrete Tipps und Einblicke, die einem helfen, die eigene Vorstellung von der späteren Arbeit in der Praxis zu schärfen“, erklärt Wengst. 

Bislang eine teure Ausbildung

Die Ausbildung zur Psychotherapeutin oder zum Psychotherapeuten im Anschluss an das Studium ist im Moment sehr kostspielig. Zwischen 18.000 Euro und 25.000 Euro können dafür anfallen. „In Landau kann man aber seit neuestem den KliPP (Klinische Psychologie und Psychotherapie) Master machen. Das bedeutet, dass man mit dem Masterabschluss auch die Approbation zum Psychoherapeuten in der Tasche hat.“ Das reduziert die Kosten deutlich. 

Außerdem spräche für Landau, dass es eine kleine, aber feine Fakultät im Bereich Psychologie sei, so Wengst weiter. Die gute Betreuung der Studierenden hier sei wirklich einzigartig. „Es gibt immer jemanden, der einem hilft. Durch die kleinen Gruppen bekommt man die nötige individuelle Unterstützung“, erklärt sie.

Masterarbeit zu einem schwierigen Thema

Aktuell schreibt Wengst ihre Masterarbeit zum Thema „Gefühle und Ängste von Psychotherapeutinnen und -therapeuten im Umgang mit suizidalen Kindern und Jugendlichen“. Betreut wird sie von Dr. Daniela Schwarz, die selbst Therapeutin in der psychotherapeutischen Kinder- und Jugendambulanz ist. „Das Thema ist schwer, aber ich glaube, je mehr man mit solchen Fällen arbeitet, desto besser wird man im Umgang damit. Ziel meiner Arbeit ist es, Fortbildungen für Therapeuten weiterzuentwickeln, damit sie besser mit dieser schwierigen Thematik umgehen können“, erklärt Wengst.

Ein wertvoller Beitrag zur Ausbildung

Für Studierende der Psychologie an der RPTU Landau bietet die universitätseigene Ambulanz eine hervorragende Gelegenheit, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Die Möglichkeit, von erfahrenen Therapeuten zu lernen, die Bürokratie zu meistern und sich auf die spätere Praxis vorzubereiten, macht die Kinder- und Jugendambulanz zu einem einzigartigen Lernort für die angehenden Psychotherapeutinnen und -therapeuten der RPTU Landau.